Christus-Statue in Polen: Worum Rio Swiebodzin beneiden wird
Ein Hauch von Rio de Janeiro auf der Fahrt von Berlin nach Warschau: Im polnischen Städtchen Swiebodzin entsteht eine gigantische Christus-Statue. Sie soll sogar das berühmte brasilianische Vorbild überragen. Einweihungstermin ist Ende November - wenn die Montage klappt.
Swiebodzin - Pfarrer Sylwester Zawadzki geht über die Baustelle am Rande des rund 70 Kilometer östlich von Frankfurt an der Oder gelegenen westpolnischen Städtchens Swiebodzin (Schwiebus). Er blickt nach oben auf den Korpus der künftigen Christus-Statue, der Dutzende Meter weit in den Himmel ragt.
"Das Denkmal wird fertig", sagt der Pfarrer nach einem kurzen Gespräch mit den Arbeitern. Mehr werde er erst sagen, wenn die Montage abgeschlossen ist. Zawadzki ist Ideengeber für die Statue, die nach vielen Jahren vor der Fertigstellung steht.
Mit dem Projekt will das gut 22.000 Einwohner zählende Städtchen an der Europastraße 30 Berlin-Warschau - von wo aus der auf einer Anhöhe stehende Rumpf schon jetzt gut auszumachen ist - die Christus-Statue im brasilianischen Rio de Janeiro noch übertrumpfen. Die gekrönte Figur in Swiebodzin soll 36 Meter hoch werden und wäre damit höher als ihr Vorbild. Zusammen mit einem extra aufgeschütteten Hügel wird das gesamte Denkmal sogar 52 Meter in die Höhe ragen.
25 Tonnen schwere Arme
Hier soll eine neue katholische Pilgerstätte und Touristenattraktion entstehen. Ob der jüngst angekündigte Einweihungstermin am 21. November eingehalten werden kann, bleibt abzuwarten. Jetzt jedenfalls stehen der Kopf mit der aufgesetzten, vergoldeten Krone und etwas abseits die Schultern mit den weit ausgebreiteten Armen, die von Daumen zu Daumen stattliche 24 Meter messen und nicht weniger als 25 Tonnen wiegen sollen, noch am Boden.
Ein erster Versuch, die beiden Teile auf den Betonrumpf zu hieven, war vor zwei Wochen gescheitert, weil die Schultern zu schwer für den Kran waren. Für den nächsten Versuch steht ein größerer Kran bereit, der schwerere Lasten heben kann. Doch der kann erst eingesetzt werden, wenn der starke Wind nachlässt, wie ein Arbeiter erläutert. Vom Erfolg dieser Aktion hängt es maßgeblich ab, ob der Einweihungstermin zu halten ist.
Ursprünglich sollte die Statue schon vor Jahren fertig sein, doch die Schwierigkeiten mit der Montage von Kopf und Schultern waren längst nicht die ersten Probleme. Die Behörden stoppten 2008 sogar den Bau. Laut polnischen Presseberichten soll das Monument höher geworden sein als ursprünglich angegeben. Schließlich gab es doch grünes Licht für den Weiterbau.
Altarweg zu Jesus
Indes schauen immer mehr Einwohner des Städtchens auf der Baustelle am Stadtrand vorbei. "Die Statue wird eine große Attraktion werden, Menschen aus aller Welt werden hierher kommen, auch aus Deutschland", ist etwa Eugeniusz Hordziej überzeugt, der die Arbeiten beobachtet. Wie er würden die meisten Menschen hier denken, viele hätten für den Bau gespendet.
Das ganze Umfeld des jetzt noch auf einem Acker stehenden Statuen-Hügels soll gestaltet werden, sagt er. Ideen dafür gibt es einige, etwa den Bau einer Wasserkaskade und eines Parks. Schon jetzt führt ein Weg den aufgeschütteten und mit Feldsteinen befestigten Hügel hinauf, an dem kleine Altare stehen, die später mit Figuren geschmückt werden sollen.
Von der Kuppe bietet sich ein weiter Blick in die von Hügeln durchzogene Landschaft rund um Swiebodzin - wenn auch die Aussicht mit dem Panorama von Rio nicht vergleichbar ist.
Jörg Schreiber, dapd
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- Samstag, 06.11.2010 – 10:16 Uhr
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Fläche: 312.679 km²
Bevölkerung: 38,501 Mio.
Hauptstadt: Warschau
Staatsoberhaupt:
Bronislaw Komorowski
Regierungschef: Donald Tusk
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