Cuxhaven: Zum Schiff-Spotting an die Elbmündung

Dreimaster, Containerschiffe, Ozeanliner – an Cuxhaven muss jedes Schiff vorbei, das die Elbe hochfahren will. Für Fans großer Pötte ist das niedersächsische Städtchen der ideale Punkt, um sie fast zum Greifen nah zu erleben.

Cuxhaven - Ein Riese ist der Leuchtturm in Cuxhaven mit seiner Höhe von 23 Metern zwar nicht gerade. Aber sein Feuer reicht 22 Kilometer weit. Oft ist es das Erste, das Seeleute von der Küste sehen - oder das Letzte, je nachdem. Zu verfehlen ist der Turm aber auch für Besucher der niedersächsischen Kreisstadt an der Elbmündung nicht, denn in unmittelbarer Nähe ist eine der Hauptattraktionen zu finden: Das Alte Liebe genannte Hafenbollwerk.

Segelschiff vor der Kugelbake: Warten und gucken
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Segelschiff vor der Kugelbake: Warten und gucken

Cuxhaven ist ein idealer Punkt für "Shipspotter", für Leute also, die gerne am Kai sitzen und sich Schiffe angucken. An der Alten Liebe bietet das Terrain einen guten Blick auf das Fahrwasser. Auch riesige Containerfrachter bewegen sich hier so langsam, dass es den Eindruck hat, es sei nicht schwierig, nebenher zu schwimmen. "Am dichtesten dran ist man im Strandbad Altenbruch", sagt Anett Bentert von der Tourismus-Gesellschaft der Stadt. "Da hat man das Gefühl, man muss nur die Hand ausstrecken, um die Schiffswand berühren zu können."

Schiffe gibt es in Cuxhaven jede Menge: Der kleine Yachthafen liegt voller Segelboote. Ausflugsschiffe wie die "MS Flipper" fahren beispielsweise zu den Seehundbänken. Tagesurlauber machen oft eine Hafenrundfahrt. Täglich legt die "Wappen von Hamburg" nach Helgoland ab, Deutschlands einziger Hochseeinsel. Und zu den Attraktionen rund um die Alte Liebe gehört auch "Elbe 1", das altgediente Feuerschiff, das besichtigt werden kann und auf dem auch Trauungen möglich sind.

Wahrzeichen von Cuxhaven ist die Kugelbake, ein altes, fast 30 Meter hohes Seezeichen, das am nördlichsten Punkt der Stadt steht: dort, wo die Elbe in die Nordsee mündet, an der "letzten Ecke vor Amerika". Denn hier im Hafen legten früher Auswandererschiffe ab mit Kurs auf New York. Heute kommen Ozeanliner mit Kreuzfahrtpassagieren.

Europameisterschaft der Beach-Handballer

Unter den Gründen, nach Cuxhaven zu fahren, liegt der Strand ganz vorne. "Wir haben zwölf Kilometer Sandstrand", sagt Anett Bentert. Das ist an der Nordsee zumindest auf dem Festland sonst nicht oft zu haben. In zu Cuxhaven gehörenden Orten wie Sahlenburg oder Döse liegt der feine helle Sand fast vor der Haustür. Und auch in Duhnen werden mit Beginn der Saison die Strandkörbe bezogen und die Handtücher ausgebreitet. Beach-Volleyball-Turniere mit bis zu 1500 Teilnehmern gibt es jedes Jahr, auch Beach-Handballer sind immer öfter zu sehen: In diesem Sommer erstmals bei ihrer Europameisterschaft.

Vor der Küste liegt die Nordsee. Bei Ebbe sind lange Spaziergänge über den Wattboden möglich. Wenn die Sonne scheint, lassen sich das Hunderte von Gästen nicht zweimal sagen, sondern stapfen in Richtung Horizont, wo regelmäßig die Schiffe aus Hamburg Kurs aufs offene Meer nehmen und umgekehrt die Pötte aus dem Atlantik die Einfahrt in die Elbe suchen.

Auch klassische Wattwanderungen gehören vor Sahlenburg und Duhnen zum festen Programm der Nordseetouristen. "Am besten schließt man sich immer einer Führung an", rät Anett Bentert. "In jedem Fall muss man die Wattwanderzeiten beachten, damit man nicht von der Flut überrascht wird." Wer auf Nummer sicher gehen will, hat vor Cuxhaven auch die Möglichkeit, mit Pferdekutschen durchs Watt zu fahren - bis zur kleinen Insel Neuwerk, gut zehn Kilometer vom Strand entfernt.

Das ist gleich doppelt bequem: Die Pferde machen die Arbeit. Und der Kutscher hat die Zeiten im Kopf, wann das Wasser wiederkommt.

Von Andreas Heimann, gms

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