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Knigge für Polen und die Ukraine: Zehn Dinge, die EM-Touristen nicht tun sollten

Von Denis Krick und Ireneus Schubial

Ladies first, bloß nicht über Politik reden und immer schön Prost sagen: Abseits der Fußballstadien herrschen in Polen und der Ukraine einige ungeschriebene Gesetze. Trinkfeste EM-Besucher mit guter Kinderstube und großem Hunger sind klar im Vorteil. Alle anderen sollten folgende Regeln beachten.

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Fußball-WM 2010: Deutsche Fans beim Public Viewing

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Besucher der Fußball-Europameisterschaft 2012 dürfen sich freuen: Die Einwohner Polens und der Ukraine sind allgemein für ihre Gastfreundschaft bekannt. Allerdings erwarten sie auch, dass sich die Reisenden den Landessitten entsprechend benehmen können. Diese sollten sich deshalb mit einigen Regeln und Gebräuchen der gastgebenden Nationen vertraut machen. Hier eine Auswahl:

  • Die Sache mit dem Alkohol
    Wer das Klischee vom Wodka trinkenden Osteuropäer mal hinterfragt, stellt fest: Die Polen konsumieren fast genausoviel Alkohol wie die Deutschen. Die Ukrainer liegen allerdings laut der Weltgesundheitsorganisation deutlich über dem Durchschnitt. Wer sich hier einem angebotenen Schnaps verweigert, der gilt deshalb schnell als merkwürdig und manchmal sogar als verdächtig. Eine gute Entschuldigung, um das meist hochprozentige Freigetränk zu verweigern, sind gesundheitliche Gründe. Das wird immer akzeptiert - auch wenn es nicht stimmt.

    Wichtig beim geselligen Beisammensein ist das anständige Zuprosten. Bei jedem neuen Glas ist ein Trinkspruch fällig. In Polen lautet dieser "Na zdrowie!", in der Ukraine "Budmo!". Noch wichtiger ist, dass in beiden Ländern der Genuss von Alkohol auf öffentlichen Plätzen verboten ist. Bei Zuwiderhandlungen drohen Bußgelder. Auf den Fanmeilen soll allerdings Bier ausgeschenkt werden. Für den polnischen Straßenverkehr gilt übrigens eine Promillegrenze von 0,2, in der Ukraine liegt diese bei null Promille. In beiden Ländern können bereits kleinste Verstöße mit Freiheitsstrafen geahndet werden.
  • Guten Appetit!
    In Polen und der Ukraine soll kein Gast an Hunger leiden. Diese gesunde Einstellung hat zur Folge, dass die besorgten Gastgeber bei privaten Essenseinladungen reichhaltig auftischen. Ein guter Tipp ist es, nicht unbedingt jeden servierten Teller zu leeren, sondern kleine Happen zu probieren und den Koch unentwegt zu loben. Der nächste Gang kommt bestimmt, und das Ablehnen von ebendiesem gilt als extrem unhöflich.
  • Ja, wo rauchen sie denn?
    Gute Frage, denn bei den EM-Gastgebern herrschen weitreichende Rauchverbote. In allen öffentlichen Einrichtungen ist der Tabakgenuss untersagt. Das gilt auch für die Fußballstadien. Restaurants und Kneipen dürfen belüftete Raucherräume unterhalten.
  • Nehmen Sie die richtige Tür
    Manch ein Polen-Besucher stand schon ratlos vor öffentlichen Toiletten: Die Türen zu den Klos sind hier nur mit einem Kreis und einem Dreieck gekennzeichnet. Intuitiv wählen viele Männer das runde und Frauen das eckige Symbol. Leider falsch, andersrum ist es richtig.
  • Hände weg von den Frauen
    In der Ukraine ist es nicht üblich, den Frauen bei der Begrüßung die Hand zu schütteln. Keine Angst, Ihnen wird nichts Schlimmes passieren, wenn Sie es aus alter Gewohnheit doch tun sollten. Die Dame wird Sie allerdings wahrscheinlich verwundert angucken.
  • Kein gutes Thema für den Small-Talk
    "Creating History Together" - "Gemeinsam Geschichte schreiben": So lautet das offizielle Motto der EM 2012. Über Geschichte zu sprechen, ist allerdings keine so gute Idee. Der Zweite Weltkrieg und die damit verbundenen Greuel sind in beiden Ländern noch sehr präsent. Vor allem Polen reagieren verständlicherweise sensibel. Gleiches gilt übrigens für Gespräche, in denen es um die Innen- und Außenpolitik der beiden Staaten geht.

    Im katholischen Polen sollte man es außerdem vermeiden, schlecht über den Superstar der Nation zu reden: den 2005 verstorbenen Papst Johannes Paul II. Auch in der Ukraine gibt es einen bösen Fauxpas in der Unterhaltung: Verwechseln Sie das Land niemals mit dem Nachbarn Russland!

  • Etwas mehr Respekt, bitte!
    Zeigen Sie Ihre gute Kinderstube, wenn Sie sich etwas Kultur außerhalb der EM-Stadien und Fan-Meilen gönnen. In den katholischen Kirchen und nationalen Gedenkstätten nimmt man selbstverständlich die Kopfbedeckung (und auch den Fan-Schal) ab. Weiterhin sollte man sich hier - wenn überhaupt nötig - nur im Flüsterton unterhalten. In den orthodoxen Kirchen der Ukraine müssen Frauen ihr Haupt bedecken. Meist liegen Kopftücher für Besucher am Eingang bereit.
  • Das bringt Unglück
    Der Aberglaube spielt in Polen und der Ukraine eine große Rolle. Alles Mögliche kann hier angeblich schnell zum Verderben führen. So sollte man niemals über eine Türschwelle hinweg die Hand geben und Damenhandtaschen nie auf den Boden stellen. Für die Ukraine gilt zudem: Pfeifen Sie niemals in geschlossenen Räumen!
  • Die letzten Gentlemen
    Polnische Männer sind meist eine Ausgeburt der Höflichkeit. Den Damen hält man die Tür auf und lässt ihnen selbstverständlich den Vortritt. Angedeutete Handküsse sind keine Seltenheit, sondern die Regel. Und getrennte Rechnungen gelten als extrem unromantisch. Das gleiche zuvorkommende Verhalten wird auch von Polen-Besuchern erwartet. Rosenkavaliere müssen aufpassen: Schenken Sie Ihrer neuen Bekanntschaft keine gerade Zahl an Blumen - die sind nur für Beerdigungen gedacht.
  • Das darf auf keinen Fall mit ins Stadion
    Vuvuzelas - die hat die Uefa in den EM-Stadien in Polen und der Ukraine verboten. Gott sei dank!

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insgesamt 83 Beiträge
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Alexei 25.05.2012
ich wohne in der Ukraine. Von der Überschrift her dachte ich, es wird wieder etwas schlimmes über die Ukraine sein... Aber nein: es stimmt alles - im Allgemeinen gute Ratschläge) Also: Herzlich Willkomen zur EURO-2012!!!
2.
glad07 25.05.2012
Bis auf die ersten beide Punkte stimmt alles was aufgezählt wurde (es wird euch keiner schief anschauen wenn ihr einen Kurzen verweigert oder nicht alles aufesst was aufgetischt wurde). In der Ukraine sagt man "Na zdorovie", das Wort "Budmo" wird man höchstens in Lemberg (Lviv) zu hören bekommen. Alle anderen Punkte sind eigentlich eine Selbstverständlichkeit.
3.
robbery47 25.05.2012
Das sind doch größtenteils Standardtipps, die man auf jedes europäische Land anwenden kann.
4. Wie soll das gehen?
catcargerry 25.05.2012
Trinkfest, großer Hunger und gute Kinderstube. Diese Attribute finden sich in Kombination doch höchstens bei drei Prozent der deutschen Bevölkerung. Den Promillebruchteil bei Fußballfans ahne ich nicht. Das verspricht also eine diplomatische Mission sehr eigener Art.
5. Super!
Halodri73 25.05.2012
Zitat von sysopdapdLadies first, bloß nicht über Politik reden und immer schön Prost sagen: Abseits der Fußballstadien herrschen in Polen und der Ukraine einige ungeschriebene Gesetze. Trinkfeste EM-Besucher mit guter Kinderstube und großem Hunger sind klar im Vorteil. Alle andere sollten folgende Regeln beachten. http://www.spiegel.de/reise/europa/0,1518,834521,00.html
Da bin ich direkt beruhigter, weil der SPON-lesende Bengalowerfer wenigstens weiss, welche Anzahl an Blumen er verschenken darf. Jetzt kann unserem Ruf ja nichts mehr passieren!
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Fußball-Europameisterschaft

Fotostrecke
Ukraine: Die Städte der Fußball-EM

EM-Städte in der Ukraine - Anreise, Unterkünfte, Spielplan
Kiew
Anreise
Direktflüge zum Flughafen Borispol gibt es von Berlin, Frankfurt am Main, Düsseldorf, München, Hamburg. Der Innenstadtflughafen Schuljany wird von Köln/Bonn, Lübeck und Memmingen angeflogen. Viermal pro Woche verkehrt ein direkter Zug von Berlin aus. Dutzende ukrainische Busunternehmen bieten direkte Verbindungen nach Kiew. Zur Einreise reicht Deutschen ein gültiger Pass.
Übernachtung
Kiew bietet für die Europameisterschaft ein Fancamp etwa zehn Kilometer westlich des Stadions an. Im Innenstadtbereich finden sich Hostels und Low-Budget Hotels bis zu Fünfsternehotels der großen Ketten. Am Hauptbahnhof werden auch private Unterkünfte vermittelt.
Geplante Spiele
Am 11. Juni Ukraine gegen Schweden, am 15. Juni Schweden gegen England, am 19. Juni Schweden gegen Frankreich. Daneben werden am 24. Juni ein Viertelfinale sowie das Finale am 1. Juli in Kiew ausgetragen.
Charkiw
Anreise
Lange war die Anreise nach Charkiw ein Abenteuer. Doch seit einigen Monaten gibt es immerhin einen neuen Flughafen, der jedoch aus Deutschland nicht direkt angeflogen wird. Flüge gibt es nur über Istanbul, Wien, London oder Kiew. Die Anreise per Auto ist mühsam: Die Entfernung zwischen Berlin und Charkiw beträgt 1600 Kilometer, die Straßen sind teilweise in einem schlechten Zustand. Die Anreise mit dem Zug dauert ab Berlin rund 40 Stunden.
Übernachtung
Die Übernachtungsmöglichkeiten sind rar.
Geplante Spiele
Am 9. Juni spielen die Niederlande gegen Dänemark, am 13. Juni die Niederlande gegen Deutschland, am 17. Juni Portugal gegen die Niederlande.
Donezk
Anreise
Am schnellsten geht es im Flugzeug, ein Direktflug von München dauert etwa drei Stunden. Extra für die EM wurde ein neues Flughafenterminal gebaut. Auch der Bahnhof der Stadt wurde erweitert, allerdings dürfte der Zug mit rund 40 Stunden Fahrzeit von Deutschland kaum eine Alternative sein. Ein Visum ist nicht nötig.
Übernachtung
In der Stadt gibt es Hotels aller Kategorien - allerdings nicht übermäßig viele. Wer dort kein Glück hat oder eine preiswerte Alternative sucht, findet möglicherweise auf einem eigens zur EM errichteten Campingplatz eine Unterkunft.
Geplante Spiele
Am 11. Juni spielt Frankreich gegen England, am 15. Juni die Ukraine gegen Frankreich und am 19. Juni England gegen die Ukraine. Zudem findet am 23. Juni ein Viertelfinale und am 27. Juni ein Halbfinale in der Donbass Arena statt.
Lwiw
Anreise
Lwiw ist am preiswertesten mit dem Bus zum Beispiel von aus Dresden erreichbar. Am schnellsten geht es dagegen mit dem Flugzeug - auch aus Deutschland gibt es Direktflüge. Extra für die EM wurde ein neues Flughafenterminal gebaut. Eine Alternative ist der Zug - Lwiw liegt nahe der polnischen Grenze. Ein Visum ist nicht nötig.
Übernachtung
In der Stadt gibt es viele Hotels aller Kategorien. Fast täglich kommen neue Zimmerangebote hinzu. Wer dort kein Glück hat oder eine preiswerte Alternative sucht, findet auf einem eigens zur EM errichteten Campingplatz eine Unterkunft.
Geplante Spiele
Am 9. Juni spielt Deutschland gegen Portugal, am 13. Juni Dänemark gegen Portugal und am 17. Juni Dänemark gegen Deutschland.
Fotostrecke
Polen: Die Städte der Fußball-EM 2012

EM-Städte in Polen - Anreise, Übernachtung, Spielplan
Danzig
Anreise
Die Anreise nach Danzig, polnisch Gdansk, erfolgt von Deutschland aus am besten mit dem Flugzeug. Rechtzeitig zur EM wird die Anzahl der Verbindungen aufgestockt. Unter anderem gibt es Verbindungen nach Frankfurt am Main, München und Berlin. Ab Juni gibt es zudem eine direkte Zugverbindung von Berlin nach Danzig. Die Fahrt dauert rund sieben Stunden.
Übernachtung
Zwar gibt es in der Stadt sowie in der Umgebung eine Vielzahl an Hotels, doch zu den Spielen sind bereits fast alle Zimmer ausgebucht. Wer mit etwas niedrigerem Standard zufrieden ist, kann noch auf der Pferderennbahn einen Platz im Zelt ergattern. Dort wird ein Fancamp errichtet.
Geplante Spiele
Am 10. Juni tritt Spanien gegen Italien an, am 14. Juni spielt Spanien gegen Irland, am 18. Juni Kroatien gehen Spanien. Außerdem wird das Viertelfinale am 22. Juni in Danzig ausgetragen, in dem Deutschland spielt, sofern die Mannschaft von Joachim Löw Gruppensieger wird.
Warschau
Anreise
Warschau ist entweder per Bahn - der mehrmals täglich verkehrende Berlin-Warszawa-Express ist gut fünf Stunden unterwegs - oder per Flugzeug zu erreichen. Es gibt auch Busverbindungen zwischen zahlreichen deutschen Städten und der polnischen Hauptstadt.
Übernachtung
Es gibt in Warschau eine große Auswahl an Hotels, aber auch günstige Hostels. Die Preise entsprechen mittlerweile westlichem Niveau.
Geplante Spiele
Das Eröffnungsspiel am 8. Juni zwischen Polen und Griechenland, am 12. Juni Polen gegen Russland, am 16. Juni Griechenland gegen Russland, ein Viertelfinale am 21. Juni und ein Halbfinale am 28. Juni.
Breslau
Anreise
Direkflüge gibt es mit der Lufthansa und der polnischen LOT ab Düsseldorf, Frankfurt am Main und München sowie mit Wizzair ab Dortmund zum Copernicus-Airport bei Breslau, von dort geht es mit der Buslinie 406 zur Innenstadt. Mit der Bahn gibt es Direktverbindungen ab Dresden und eine Eurocity-Verbindung von Hamburg über Berlin. Von Berlin aus dauert die Bahnreise gut fünf Stunden.
Übernachtung
Breslau hat ein breites Angebot an Hotels vom Hostel bis zum Fünfsternehaus. Mit der Bahn sind außerdem Städte wie Legnica (Liegnitz) und Opole (Oppeln) zu erreichen, wo es weitere Übernachtungsmöglichkeiten gibt.
Geplante Spiele
Diese Spiele finden in Breslau statt: Am 9. Juni Russland gegen Tschechien, am 12. Juni Griechenland gegen Tschechien, am 16. Juni Tschechien gegen Polen.
Posen
Anreise
Nach Posen gibt es einige direkte Flugverbindungen, etwa von Frankfurt am Main aus. Sonst gehen die Flieger eher über Warschau. Mit dem Zug dauert es von Berlin aus etwa drei Stunden, von Köln mindestens acht.
Übernachtung
In Posen und Umgebung stehen rund 60.000 Betten zur Verfügung. Darunter sind Fünf- und Viersternehotels genauso wie einfachere Pensionen und drei Fancamps, wo Besucher zelten können.
Geplante Spiele
Am 10. Juni Irland gegen Kroatien, am 14. Juni Italien gegen Kroatien und am 18. Juni Italien gegen Irland.
Fotostrecke
EM 2012: Die Stars der deutschen Gruppengegner

Fotostrecke
Fußball-Nationalmannschaft: Diese Spieler hat Löw nominiert