EM-Stadt Lwiw Dornröschen des Ostens

Von Helge Bendl

DPA

2. Teil: Besuch in Lwiw: Anreise, Unterkunft, Information


Anreise

Flüge mit Lufthansa via München ab 180 Euro; weitere Verbindungen mit Austrian via Wien oder LOT via Warschau. Die Busunternehmen Deutsche Touring (Tel. 069/7903501) und Euroclub Busreisen (Tel. 030/340609283) bieten die Hin- und Rückfahrt von verschiedenen Städten ab etwa 120 Euro. Die Anreise mit der Bahn führt über Posen und dem Nachtzug nach Przemyl; weiter geht es mit Minibussen über die Grenze in die Ukraine und nach Lwiw.

Unterkunft

Das 1901 eröffnete Hotel George war einmal das beste Haus der Stadt und beherbergte berühmte Bohemiens - heute kosten die Zimmern in der "Comfort Class" ab 52 Euro (Tel. 00380/32/2326232).
Als beste Unterkunft der Ukraine ausgezeichnet wurde das schicke Leopolis Hotel (Tel. 00380/32/2959500, Zimmer 180 Euro).
Eine preiswerte Alternative ist das saubere und zentral gelegene Old City Hostel (Tel. 00380/32/2949644) mit Betten ab acht Euro. Während der Fußball-Europameisterschaft verdreifachen sich die Preise.

Auskunft

Die Tourist Information der Stadtverwaltung Lviv (Tel. 00380/32/2975555, www.lviv.travel) bietet Informationen auf Deutsch und Englisch, gibt Tipps für Kulturveranstaltungen und Konzerte, und hilft bei Tourbuchungen. Der vor Ort kostenlos erhältliche Guide "In your pocket" listet die wichtigsten Restaurants, Cafés und Bars der Stadt auf.

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insgesamt 32 Beiträge
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Haywood Ublomey 06.06.2012
1. Es ist eine reife Leistung
… in einem Abriß der Geschichte Lembergs kein Wort über die Massaker nach dem deutschen Einmarsch zu verlieren. Aber in Lemberg fand die erste großangelegte Mordaktion gegen die Juden statt. Die deutschen Einsatzgruppen und ukrainische Nationalisten gingen dabei Hand in Hand vor und ermordeten bei der Gelegenheit auch alle Universitätsprofessoren polnischer Herkunft mitsamt ihren Familien. Darüber erzählt die Reiseführerin natürlich nichts, das ist ja Sowjetgeschichte, mit der hat man doch gar nichts zu tun. Es ist überall das Gleiche, von Estland bis nach Rumänien: Da kamen die Deutschen und die Russen und wir waren die armen Opfer. Und der deutsche Reporter hat seinen Geschichtsbüchern auch nur entnommen, daß Lemberg eine schöne Stadt sei, aber nicht, daß vor dem Krieg fast die Hälfte seiner Einwohner Juden waren. Komische Geschichtsbücher scheinen das zu sein.
Sharoun 06.06.2012
2. Das ist ja unglaublich!
Zitat von sysopHelge BendlNoch immer die Schönste im ganzen Land: Lwiw, das frühere Lemberg, meldet sich zurück auf Europas Bühne. Für zwei Spiele der Fußball-EM empfängt die ukrainische Stadt bald die deutsche Nationalmannschaft - und bietet den Fußballfans ein aufregendes Nachtleben. http://www.spiegel.de/reise/europa/0,1518,836259,00.html
Auch in Lwiw leben Menschen - einfach so! Und das , obwohl der Westen so weit weg ist. Der Spiegel ist von den Socken. Übrigens hatten die Einwohner BRÜSSELS nicht so viel Erfolg gegen das Plattmachen ganzer Straßenzüge und die Errichtung pompöser Betonburgen und "breiter Boulevards" durch die neue EU-Macht. Auch lohnt sich ein Gang durch die Altbauviertel dieser Metropole des Westens (hüstel)..
C. Müller-Gödecke 06.06.2012
3. Sie haben es nicht verstanden
"So kann man in der Loge der Freimaurer zu Abend essen und im Restaurant "Zur goldenen Rose" jüdische Spezialitäten probieren." Nicht zu vergessen dabei die phantastische Aussicht auf die im Holocaust zerstörte Synagoge "Goldene Rose" ! Diese "jüdischen Spezialitäten" sind ein einziger Zynismus. Die Speisekarte enthält zynisch benannte Gerichte, eine deutschsprachige e Analogie zu einem der Gerichte wäre z.B. "Gefilte Fisch nach Art der SS" In der Ukraine gibt es noch einen starken Antisemitismus, auch in den letzten Jahren gab es Ausschreitungen gegen jüdische Mitbürger und nun kommt der Antisemitismus als LifeStyle-Gastronomie daher. Und Sie merken das nicht. Aufklärung geht anders. Bleibt noch zu bemerken, daß ich die Stadt Lviv gut kenne, mich länger dort aufgehalten habe und die Stadt und die Kultur sehr mag. Aber die Schattenseiten darf man nicht ausblenden. Auch nicht durch Ignoranz.
rokokokokotte 06.06.2012
4. Ich...
...muss mich meinen Vorrednern anschliessen. Die Lviv´er Jüdische Gemeinde hat einen unglaublichen Blutzoll entrichtet. Zuerst der NKWD und danach, ab mitte 1941 - wie immer perfekt, die deutsche SS. Die Jüdische Bevölkerung Lvivs, mehr als etwa 1ooooo Einwohner, wurde komplett ein Opfer der shoa. Besonders hervorgetan haben sich im übrigen die ukrainischen Auxilarien der Wehrmacht. Wenn Sie mich fragen , verehrter Redakteur, grade über dieser Stadt hängt immer noch die ganze unsägliche Schwermut Galiziens und seiner *schtetl* mitsamt der zerstörten ehemals so reichen, jiddischen Kultur. Für viele kein guter Platz ausgelassen zu feiern, egal warum und zu welchem Anlass auch immer.
disi123 06.06.2012
5. Hehe
Wenn man die Seite auf 'Deutsch' stellt, bemerkt man dass die Uebersetzung wohl eher automatisiert ist. Teilweise macht es wenig Sinn :) "Lviv und Kaffee sind zwei Begriffe, die ein abgeschlossenes Ganzes" - ein 'bilden' fehlt? "Haben den Wunsch und Fähigkeiten, versuchen Sie in IT arbeiten." - ein 'zu' waere hier nicht schlecht? Trotzdem sieht es wirklich toll aus, vielleicht fliege ich ja mal hin.
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