Hamburg - Schiffsbohrwürmer mögen die Ostsee nicht. Die Muscheln, deren Larven in salzigen Gewässern gesunkene Holzschiffe innerhalb kürzester Zeit vernichten, können das Brackwasser des Binnenmeeres einfach nicht ab - zum Glück für Archäologen und Taucher. Die einen können wie in einem Wrackmuseum gut erhaltene Relikte vergangener Jahrhunderte erforschen. Und die anderen genießen einen sportlichen Ausflug in die Geschichte Europas.
Bisher sind die Liegeplätze von rund 20.000 Schiffs- und Bootswracks zwischen Finnland und Deutschland bekannt, Archäologen aber gehen von mehr als 100.000 Überbleibseln am Meeresboden aus. 30 davon aus verschiedenen Jahrhunderten können Taucher ab diesem Herbst auf geführten Touren in Schweden erkunden, teilte das Fremdenverkehrsbüro Visit Sweden in Hamburg mit. Das Kulturreservat liegt im Schärengarten südöstlich von Stockholm zwischen den Inseln Dalarö und Ornö.
Die Taucher bekommen kleine Fischerboote zu sehen, aber auch größere Schiffe wie das "Dalarö"-Wrack. Der Dreimaster sank vermutlich zwischen 1640 und 1670. Die Handelsschiffe "Anna Maria" und "Jutholmswrack" erlitten wahrscheinlich Anfang des 18. Jahrhunderts Schiffbruch. In den gut erhaltenen Wracks liegen laut Visit Sweden noch große Teile der Fracht.
Fotos und Videos der Ausgrabungen unter Wasser sowie einzelne Fundstücke wie alte Lederschuhe können Besucher bereits jetzt im Seefahrtsmuseum Sjöhistorika in Stockholm sehen. Die Ausstellung ist noch bis 21. August 2011 geöffnet.
abl/dpa
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