Flucht vor verregnetem Sommer Deutsche buchen mehr Last-Minute-Reisen

Schmuddelwetter adé: Die Deutschen fliehen in diesem Sommer vor herbstlichen Temperaturen und Dauerregen ans Mittelmeer. Laut der Touristikveranstalter wurden diesen Sommer deutlich mehr Last-Minute-Reisen gebucht als vergangenes Jahr - viel Auswahl bestehe jedoch nicht mehr.

SPIEGEL ONLINE

Hannover - Immer mehr Deutsche sind genervt von dem schmuddeligen Sommerwetter und fliehen kurzfristig in sonnigere Regionen rund ums Mittelmeer. Reiseveranstalter berichten von außergewöhnlich vielen kurzfristigen Buchungen. Zwar haben dieses Jahr viele Urlauber ihre Reise schon besonders früh gebucht, doch die, die eigentlich nicht in die Ferien fliegen wollten, scheinen es sich angesichts der trüben Aussichten zu Hause spontan anders zu überlegen.

Der größte europäische Anbieter von Last-Minute-Reisen, der TUI-Ableger L'Tur, registrierte teilweise über 20 Prozent mehr kurzfristige Buchungen als im Jahr zuvor. Auch beim Marktführer TUI werde zurzeit kräftig gebucht, bestätigte eine Unternehmenssprecherin. Das liege zwar auch an späten Ferienterminen, aber das schlechte Wetter trage ebenfalls dazu bei.

Die Nummer zwei der Branche, Thomas Cook mit der Hauptmarke Neckermann, berichtet gleichfalls von einer starken Nachfrage in diesem Sommer, die etwa zwei Prozent über dem Vorjahr liege. Die klassischen Sonnenziele Türkei und Spanien seien aber bereits fast ausgebucht, so dass nur noch sehr flexible Urlauber eine passende Reise fänden, sagte ein Sprecher. Die Regionen hätten - wie auch Griechenland - von den Problemen in Nordafrika profitiert. Ein direkter Zusammenhang zum schlechten Wetter hierzulande sei zwar zu vermuten, aber nicht nachweisbar.

Auch die Rewe-Touristik mit ITS, Jahn-Reisen und Tjaereborg verzeichnet derzeit eine starke Nachfrage. Die Buchungen für September seien außergewöhnlich gut, der August sei nahezu ausgebucht, sagte ein Sprecher.

Spontane Ferientrips an Nord- und Ostsee oder in die anderen deutschen Erholungsgebiete fallen dagegen oft aus. Grund zur Klage haben die Gastbetriebe dort dennoch nicht. Denn Deutschland-Urlaub liegt im Trend. Und wer einmal gebucht habe, der komme auch. Es fehlten zwar die Tagestouristen, aber Absagen gebe es kaum, heißt es aus der Touristik-Branche mit Blick auf Nordsee-Ziele. Das Publikum lasse sich vom Wetter so schnell nicht abschrecken: In Deutschland erwarte man eben nicht durchgehend Sonne und Hitze.

Eva Tasche, dpa

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