Von Tim Tolsdorff
Dabei geben die Sender sich alle Mühe, die mit Helmen und Protektoren plastikgepanzerten Gladiatoren spektakulär in Szene zu setzen: Kameras an Schlüsselstellen vollführen schwindelerregende Drehungen, um die Steilheit des Geländes zu betonen. Ex-Rennfahrer wie Markus Wasmeier rasen Lauberhorn oder Streif herunter und filmen ihren Ritt mit der Handkamera. Geschwindigkeitsmessungen sollen beweisen, dass die Rennläufer mitunter jenseits der auf deutschen Autobahnen angezeigten Richtgeschwindigkeit von 130 km/h ins Tal jagen.
Doch trotz all des technischen Aufwands gilt nach wie vor: Probieren geht über Studieren. Nur am eigenen Oberschenkel ist spürbar, welches Brennen eine Minute in der Schusshocke in den Muskeln erzeugt. Nur die eigenen Emotionen geben Auskunft darüber, was im Gehirn bei der Einfahrt in den freien Fall über Garmisch passiert, wo einem die Steilheit des Geländes die Skier unter den Beinen wegzieht.
Viele Pisten-Piloten träumen davon, einmal selbst die Hänge ihrer rasenden Vorbilder zu bezwingen. Tatsächlich stehen viele Rennstrecken den Touristen offen. SPIEGEL ONLINE stellt fünf lohnende Kurse vor und orientiert sich dabei vor allem an zwei Kriterien: Wir haben Pisten ausgesucht, auf denen vergleichsweise lange Strecken zurückzulegen sind, damit der Spaß nicht nach wenigen Sekunden vorüber ist. Außerdem verzichten wir bei der Auswahl auf jene Hänge, die für den Dauerbetrieb über Gebühr entschärft wurden. Deshalb fiel etwa die Familienstreif in Kitzbühel durch das Raster.
Ach ja: Bei aller Ambition sollte man immer Vorsicht walten lassen und seine Fähigkeiten nicht überschätzen. Denn wer weiß, was sich an einem normalen Pistentag hinter den Kamelbuckeln der Saslong oder der Hundschopf-Kante am Lauberhorn verbirgt.
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