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"Game of Thrones"-Drehorte in Dubrovnik: Zehnmal Intrige, Mord und Folter

Königsmund statt Dubrovnik: Wenn die malerische Stadt an der Adria von einer Filmcrew belagert wird, reiben sich Fantasy-Fans die Hände - der Ort ist Kulisse für die Erfolgsserie "Game of Thrones". Die wichtigsten Schauplätze im Überblick.

"Game of Thrones"-Drehort Dubrovnik: Am Hof von Tyrion Lannister Fotos
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Dubrovnik - Die kroatische Fahne über Dubrovnik hat Pause, wenn es in der Stadt ist: das Filmteam des US-Fernsehsenders HBO. Dann wehen an der Adria-Ortschaft die Flaggen der mächtigen Häuser Lannister und Baratheon auf der Stadtmauer - für Fans von "Game of Thrones" (GoT) ein Zeichen, dass sie bald wieder neuer TV-Stoff erwartet.

Seit der zweiten Staffel wird die kroatische Stadt als Drehort für Königsmund und die Wüstenstadt Qarth genutzt, zuletzt wurden Szenen für die fünfte Staffel gedreht. Zuvor dienten Orte auf Malta als Kulissen. Touristen strömen nun überall dort hin, wo das Filmteam war.

Zwar gibt es geführte Touren zu den Schauplätzen. Doch es geht auch auf eigene Faust - zehn Drehorte für Fantasy-Fans:

1. Festung Lovrijenac: Vor den Toren der Altstadt, direkt an der Küste, befindet sich die Festung Lovrijenac. Diese verwandelt sich für "GoT" in die Residenz des Königs, den Roten Bergfried. Dort feiert König Joffrey seinen Namenstag. Und dort fällt das berühmte "Power is Power"-Zitat, mit dem Königsmutter Cersei ihre Macht demonstriert. Nicht nur in der Fernsehserie schützt die Festung die Stadt vor Angriffen, auch in der Geschichte Dubrovniks war das so.

2. Gradac-Park: Gegenüber der Festung Lovrijenac liegt der Gradac-Park. Von hier aus hat man einen wundervollen Blick auf die roten Dächer der Altstadt, den Berg Srd und die Adria. Eine Treppe führt in den Park hinein, direkt zu einem kleinen Platz mit Brunnen. Dort feiern König Joffrey und seine Braut Lady Margaery Tyrell ihre Hochzeit.

3. Bucht: Eine kleine Bucht vor den Toren der Altstadt diente der Filmcrew gleich für mehrere Schauplätze. Vom Pile-Tor aus gelangt man durch einen kleinen Park dorthin. Am bekanntesten ist die Szene am Kai, an dem Sansa Stark und ihre Dienerin Shae auf den gerissenen Geschäftsmann Petyr "Kleinfinger" Baelish treffen. Auch verabschiedet sich hier die Königsfamilie Baratheon von Prinzessin Myrcella, die für eine Heirat mit dem Schiff in die Region Dorne gebracht wird.

4. Pile-Tor: Auf dem Rückweg von Myrcellas Verabschiedung in den Roten Bergfried greift das notleidende Volk seinen König an. Der Aufstand wurde am Pile-Tor nahe der Stadtmauer gedreht.

5. Stadtmauer: Von der rund zwei Kilometer langen Stadtmauer hat man einen weiten Blick über die Altstadt. Dort wurden Szenen mit dem einflussreichen Eunuchen Varys und Tyrion Lannister gedreht. Die Prostituierte Shae, gespielt von Sibel Kekilli, überblickt von hoch oben die Stadt. Die Altstadt von Dubrovnik wurde für die Serie im Computer geschickt gespiegelt, damit sie wie das wesentlich größere Königsmund wirkt.

6. Minceta-Turm: Wer am Pile-Tor zur Stadtmauer hinaufsteigt, kommt zum Minceta-Turm. "GoT"-Fans umrunden ihn, um einen Eingang zu finden. So macht es in der Serie Drachenmutter Daenerys Targaryen bei ihrer Suche nach einer Tür ins Haus der Untoten, um ihre Drachen aus den Fängen der Hexenmeister von Qarth zu befreien.

7. Rektorenpalast: Wo einst der Stadtrepräsentant von Dubrovnik wohnte, lebt in "Game of Thrones" der Gewürzkönig des prunkvollen Qarth. Während sich die Stadt weit entfernt von Königsmund befindet, liegt der Rektorenpalast mitten in der Altstadt. Im Erdgeschoss des Gebäudes stößt man direkt auf den Drehort, an dem die Drachenmutter den Gewürzkönig um Schiffe bittet.

8. Hotel Belvedere: Von der Altstadt aus ist es ein Fußmarsch von 30 Minuten bis zur Hotelruine. Zur am Hang gelegenen Anlage gehört eine runde Open-Air-Bühne, die an der Küste liegt. Fans müssen viele Treppen hinabsteigen. Doch dann stehen sie in der Arena, in der einer der spannendsten Zweikämpfe der Serie stattfindet: das Duell zwischen Prinz Oberyn Martell, der "roten Viper", und Ritter Gregor Clegane, dem "Berg".

9. Insel Lokrum: Südöstlich von Dubrovnik liegt die Insel Lokrum. Vom Altstadthafen aus setzen halbstündig Boote über. Das Filmteam nutzte den Botanischen Garten und das ehemalige Kloster auf der Insel für Szenen in Qarth.

10. Trsteno: In der Serie am Roten Bergfried gelegen, in der Realität 20 Autominuten von Dubrovnik entfernt, befindet sich der Botanische Garten des Dorfes Trsteno - oder eben die wunderschönen Gärten von Königsmund. Im Schutz der exotischen Bäume und Pflanzen tauschen die hohen Herrschaften Geheimnisse aus. Ein weiterer Drehort liegt versteckt an der Küste des Ortes: das Plateau, auf dem der Söldner Bronn den "Königsmörder" Jaime Lannister trainiert, sein Schwert mit der linken Hand zu führen.

Katja Fleischmann, dpa

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insgesamt 30 Beiträge
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1. Königsmund
bluematrix 05.02.2015
Ich werde nie diesen sinnlosen Drang verstehen, englische Eigennamen einzudeutschen. Das ist der Fall bei Herr der Ringe (Baggins wird zu Beutlin) und bei GoT leider auch (King's Landing wird zu Königsmund). Was genau man damit erreichen möchte, weiß ich nicht. Einen tieferen Sinn sehe ich darin nicht, außer, dass ich Schwierigkeiten habe, mich mit Freunden aus den Staaten über diese Serie auszutauschen, weil ich anfangs nicht wusste, wer oder was gemeint ist. Deswegen gucke ich seit der 2. Staffel nur noch alles in der englischen Sprachversion, mit Untertiteln.
2. Albern
Cleverslinger 05.02.2015
Zitat von bluematrixIch werde nie diesen sinnlosen Drang verstehen, englische Eigennamen einzudeutschen. Das ist der Fall bei Herr der Ringe (Baggins wird zu Beutlin) und bei GoT leider auch (King's Landing wird zu Königsmund). Was genau man damit erreichen möchte, weiß ich nicht. Einen tieferen Sinn sehe ich darin nicht, außer, dass ich Schwierigkeiten habe, mich mit Freunden aus den Staaten über diese Serie auszutauschen, weil ich anfangs nicht wusste, wer oder was gemeint ist. Deswegen gucke ich seit der 2. Staffel nur noch alles in der englischen Sprachversion, mit Untertiteln.
Bei Fantasie Romanen finde ich das Ok. Schließlich wird weder in Mittelerde noch in Westeros Englisch gesprochen. Außerdem finde ich persönlich, dass sich die deutschen Namen gut in den Text fügen.
3.
CaptainSubtext 05.02.2015
Zitat von bluematrixIch werde nie diesen sinnlosen Drang verstehen, englische Eigennamen einzudeutschen. Das ist der Fall bei Herr der Ringe (Baggins wird zu Beutlin) und bei GoT leider auch (King's Landing wird zu Königsmund). Was genau man damit erreichen möchte, weiß ich nicht. Einen tieferen Sinn sehe ich darin nicht, außer, dass ich Schwierigkeiten habe, mich mit Freunden aus den Staaten über diese Serie auszutauschen, weil ich anfangs nicht wusste, wer oder was gemeint ist. Deswegen gucke ich seit der 2. Staffel nur noch alles in der englischen Sprachversion, mit Untertiteln.
Nun, worin liegt der tiefere Sinn in den deutschen Büchern/Filmen englische Namen zu benutzen, obwohl die Personen aus Gegenden kommen, in denen kein Englisch gesprochen wird?
4. Früher sinnvoller
fvp 05.02.2015
Früher wurde alles noch in deutsch übersetzt, zumal weniger Leute gut englisch sprachen. Heute geht der Trend (auch bei Filmtiteln) zum Originaltitel –*siehe "Star Wars" ("Krieg der Sterne") oder eben "Game of Thrones" (heißt ja auch nicht "Thronspiele"). So gesehen hätte ich die eleganter klingenden Namen des Originals belassen, wäre ich für das deutsche Skript verantwortlich gewesen.
5.
peterbruells 05.02.2015
Zitat von bluematrixIch werde nie diesen sinnlosen Drang verstehen, englische Eigennamen einzudeutschen. Das ist der Fall bei Herr der Ringe (Baggins wird zu Beutlin) und bei GoT leider auch (King's Landing wird zu Königsmund). Was genau man damit erreichen möchte, weiß ich nicht. Einen tieferen Sinn sehe ich darin nicht, außer, dass ich Schwierigkeiten habe, mich mit Freunden aus den Staaten über diese Serie auszutauschen, weil ich anfangs nicht wusste, wer oder was gemeint ist. Deswegen gucke ich seit der 2. Staffel nur noch alles in der englischen Sprachversion, mit Untertiteln.
Weil es in den meisten Fälle keine englischen Eigennamen sind, sondern Eigennamen fiktiver Sprachen und Kulturen, die von englischsprachigen Autoren gewählt wurden, um ihren englischsprachigen Leser einen einfacheren Zugang zu schaffen. Gerade der von Ihnen angeführte Herr der Ringe ist ein Paradebeispiel dafür und Tolkien hat selbst lang und breit darüber geschrieben, warum er welchen Begriff aus dem Westron - der Lingua Franca Mittelerdes - wie in das Englische übertragen hat. Daher heißt Bilbo auch Bilbo und nicht „Bilba“ und Rivendell ist die englische Annäherung an den elbischen Begriff Imladris - gespaltenes Tal. Und daher haben *gute* Übersetzer sich an Tolkiens Erläuterungen gehalten und den Herrn der Ringe entsprechend in die jeweiligen Landessprachen übersetzt. Anders sieht es natürlich aus, wenn es wirklich um Engländer oder Amerikaner geht. Da sind uns nun „John“ und „Andrew“ vertraut genug, dass die Eindeutschung sinnlos wäre. Wobei Sie drauf wetten können, dass ein englischer Autor selbstverständlich „Frederic“ schreiben wird, wenn der Friedrich den Großen referenziert. Aber bei Fantasy, der meisten SF, Historienroamen, etc Eigennamen nicht zu übersetzen ist in vielen Fällen absurd. Darauf kann man nur kommen, wenn man Englisch für die Ursprache und das Maß aller Dinge hält. So kennen wir heute Tȟatȟáŋka Íyotake als Sitting Bull - dabei sprach der gute Mann kaum Englisch. „Game of Thrones“ ist aber ein Sonderfall, der das Übersetzen trickreich macht: Da sind die Namen nicht nur deshalb Englisch, weil George R. Martin seinen englischen Lesern entgegenkommt, sondern weil er eine Fantasy-Variante des englischen Rosenkriegs schreibt und Westeros eine aufgeblasene Variante der britischen Inseln darstellt.
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