Whitby heißt "weiße Stadt" auf Dänisch - ein Name, den die englische Stadt von nordischen Seefahrern bekam und der an diesem Wochenende ganz und gar nicht passt. Denn Ende April hüllt sich die weiße Stadt traditionell in Schwarz.
Die Gothic-Fans kommen in Scharen zum Whitby Gothic Weekend, denn wo können Leute, die die Sonne als natürliche Beleuchtung mehrheitlich ablehnen, besser feiern als im Norden der britischen Insel?
Was Whitby außerdem zum idealen Ort für die Gothics macht: Beim Blick übers Flüsschen Esk und vor allem auf die Ruine der gotischen Whitby Abbey geriet der Horror-Autor Bram Stoker im 19. Jahrhundert ins Schwärmen und Gruseln.
In Whitby soll Stoker seinen "Dracula" geschrieben haben, die Geschichte über einen Blut saufenden, transsilvanischen Aristokraten, der mit Sonnenlicht ebenfalls nichts anzufangen wusste. Passenderweise raste das Schiff, mit dem der Graf im Roman auf einer Seereise unterwegs ist, ins Hafenbecken ausgerechnet von Whitby. Der gruselige Graf, in Hundegestalt, sprang an den Strand und verschwand in Richtung Friedhof, so schildert es Stoker in seinem Buch.
Das Festival dauert vier Tage, in schriller, ausgefeilter Kostümierung schreiten die Gothics die Gassen von Whitby ab. Die schwarze Party endet übrigens am späten Montagabend, in der Nacht auf den 1. Mai., Walpurgisnacht, natürlich. Gothics wissen eben, wann und wo man szenebewusst feiert.
cht
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