Griechenland Zu viele Deutsche im Hotel - Brite erhält Schadenersatz

Teutonen-Schock statt Erholung: Weil er im Urlaub auf der griechischen Insel Kos ausschließlich von deutschen Touristen und Deutsch sprechenden Reiseleitern umgeben war, klagte ein Brite auf Schadenersatz. Mit Erfolg.


London - So hatte sich David Barnish seinen Jahresurlaub auf der griechischen Insel Kos nicht vorgestellt: Zwar waren sämtliche Aktivitäten, die seine drei Töchter und die Ehefrau im "Grecotel Park Hotel" wahrnehmen wollten, vielversprechend. Sie hatten allerdings einen Schönheitsfehler: Man sprach Deutsch - und das ausschließlich.

Immerhin 4000 Pfund, umgerechnet rund 5100 Euro, hatte Barnish für den Urlaub bezahlt, berichteten der "Daily Telegraph" und die "Sun" am Samstag. Zu viel Geld für zu wenig Spaß, befand der Tourist, und verklagte die Firma Thomson wegen Vertragsbruchs, da sie verschwiegen hatte, dass das Hotel fast ausschließlich von Deutschen bewohnt wird.

"Ich bin kein Rassist", beteuerte Barnish den Zeitungen zufolge. "Ich würde auch nicht in ein Hotel gehen wollen, dass von Engländern übervölkert ist, und das würde auch für Franzosen oder Spanier oder andere Nationalitäten gelten." Doch in dem von ihm gewählten Hotel "war alles, vom Zettel am Morgen bis hin zu der Sprache der Reiseleiter, alles deutsch". Von den rund 700 Gästen in dem Hotel seien im August 2007 insgesamt 25 englischsprachig gewesen.

Die Klage war erfolgreich: Den Zeitungsberichten zufolge sprach ein Gericht in der englischen Stadt Stoke dem 47-Jährigen jetzt Schadenersatz in Höhe von 750 Pfund zu, da ein in einem englischen Prospekt aufgeführtes Hotel auch für englischsprachige Gäste sorgen müsse.

Ein Sprecher der Firma Thomson sagte: "Es tut uns Leid, dass Herr Barnish fand, dass die Unterhaltung in seinen Ferien nicht seinen Erwartungen entsprach."

ala/AFP



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