Griechischer Götterberg Olymp: Der Anti-Krisengipfel

Aus Litochoro berichtet

Nirgendwo in Griechenland ist man weiter weg von der Krise als auf dem Gipfel des Olymp. Auf 2918 Metern Höhe haben die Probleme der Finanzwirtschaft keine Bedeutung. Dafür müssen Bergsteiger andere Schwierigkeiten bewältigen - etwa wenn Göttervater Zeus schlechte Laune hat.

Wanderung auf den Olymp: Kalimera, Zeus! Fotos
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Rechts die überdimensionalen Brüste von Aphrodite, links Europa, vorne das Meer, irgendwo dahinter Asien. Und unten, Tausende Meter tiefer, ganz weit weg, die schlimmste Finanzkrise der Welt. Vom Gipfel des Olymp, dem höchsten Punkt Griechenlands, blicken Wanderer auf ein Land, das in großen Schwierigkeiten ist. Doch sie blicken auch auf ein wunderschönes Land, mit gestaffelten Bergketten und einer in der Morgensonne gleißenden See bis zum Horizont. Eine göttliche Aussicht.

Der 2918 Meter hohe Olymp ist die mythologische Heimat von Zeus, Apollon, Hermes und neun weiteren Göttern der Antike. Und er ist der Anti-Krisengipfel der Griechen: Wer sich auf die beschwerliche Tour zu seinem Mytikas-Gipfel macht, dessen Probleme sind schmerzende Waden, Erschöpfung, Nebel und rutschiges Gestein. Elementare, greifbare Dinge. Probleme, die nichts mit Steuererhöhungen, Ramsch-Ratings und unfähigen Staatschefs zu tun haben.

"Auf dem Berg gibt es keine Krise", sagt Alexandros. Der 36-Jährige will mit ein paar Kletterfreunden über die Westwand den Stefani besteigen, der direkt neben dem Mytikas emporragt. Der wuchtige Felskoloss sieht von der Talseite wie eine überdimensionale Raubfischflosse aus. Seit der Antike gilt er als Zeus' Thron.

Je höher, desto glücklicher

Auch unter Profi-Olympioniken, also den Menschen, die beruflich mit dem Nationalpark zu tun haben, nimmt die Krisenstimmung offenbar ab, je näher sie den Göttern sind. "Wir haben jetzt weniger Geld, um Tiere zu schützen und den Nationalpark zu erhalten", klagt Pavlos Andredakis, Präsident der Olympus National Park Management Agency (Litochoro, 292 Höhenmeter). "Die Gäste bestellen oft nur eine Suppe oder einen Salat, sie sind sparsamer geworden", klagt Dionysos Zolota, Betreiber der Hütte Spilios Agapitos (2100 Höhenmeter). "Wir sind hier sehr isoliert, wir kriegen von der Krise nichts mit. In Griechenland könnte ein Krieg ausbrechen, wir würden es kaum merken - und uns lediglich wundern, warum auf einmal Flugzeuge über die Berge fliegen", sagt George, Wirt der Hütte Christos Kakkalos (2648 Höhenmeter).

In der urigen Kakkalos-Hütte packt Kletterer Alexandros gerade ein Seil in seinen Rucksack. Er ist zum Bergsteigen hier, nicht, um über Politik zu reden. Doch in fast jedem Gespräch mit anderen Wanderern komme das Thema irgendwann auf. "Wir haben das Gefühl, für etwas zu bezahlen, das andere verbockt haben", so beschreibt er die nationale Psyche der Griechen.

Olymp-Kraxler können dieses Gefühl allenfalls dann haben, wenn ihnen auf dem brüchigen Grund unter dem Gipfel ein Stein entgegenfliegt, den ein Vorläufer losgetreten hat. Oder wenn sie einen unfähigen Bergführer dabei haben, der ihnen zu viel abverlangt. Doch ansonsten hat ein Wanderer sein Schicksal selbst in der Hand, er selbst muss die Risiken einschätzen.

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1. Ja Anno 1973 stand ich auf dem Gipfel
Koltschak 12.07.2011
Das ist schon lange her. Zum Glück war schönstes Wetter und ich war noch jung und stark! Jetzt bin ich nur noch und liebe mehr die dänische Nordsee. In den Bergen gehe ich nur noch zu Fuß oder fahre mit der Seilbahn. Welche ein Frevel...Aber das Meer lockt mich mehr. Das ist der Lauf der Zeit. Aber der Olymp mußte bezwungen werden und natürlich dann gleich die Meteora-Klöster. Wer nach Griechenland fhrt, sollter Meteora und Athos auf keinen Fall verpassen. Der Rest ist Schweigen.
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Wandertipps Olymp
Die Standardroute: Aufstieg zum Mytikas-Gipfel
Am besten startet man morgens per Mietwagen oder Taxi im Örtchen Litochoro, etwa 25 Minuten dauert die Fahrt bis Prionia, dem Ausgangspunkt der Tour. Innerhalb von etwa drei Stunden erreicht man die Berghütte Spilios Agapitos, deren Betreiber gut Deutsch sprechen. Die meisten Wanderer übernachten hier und brechen früh morgens auf, um in etwa 2,5 Stunden zum Gipfel des Mytikas zu gelangen.

Das letzte Stück dorthin ist eine echte Herausforderung: Über brüchigen Stein geht es in Richtung Gipfel, trittsicher sollte man unbedingt sein. Bei Regen oder Eis kann der Fels enorm glitschig werden. Die Nationalparkbetreiber empfehlen hier einen Kletterhelm, weil sich durch die Wanderschuhe anderer Bergsteiger Steine lösen können.
Alternative für Anfänger: der Skolio
Wer am Einstieg zur Kletterpartie in Gipfelnähe merkt, dass ihm diese Route zu heikel ist, der kann stattdessen auf den Skolio steigen. Mit 2911 Metern ist der nur ein paar Meter kleiner als der höchste Olymp-Gipfel, bietet aber trotzdem eine tolle Aussicht. Bis zum höchsten Punkt gelangt man ohne Kletterei.
Für Fortgeschrittene: Allein mit Zeus
Nichts übertrifft das Gefühl, den höchsten Punkt Griechenlands für sich allein zu haben - gerade bei einem "Massenberg" wie dem Olymp, dessen Gipfel jedes Jahr Tausende besteigen. Für dieses Erlebnis sollte man in einer Berghütte übernachten, die höher liegt als bei der Standardroute - entweder Christos Kakkalos (gemütlich und klein, 22 Betten) oder Giosos Apostolidis (80 Betten, weniger stimmungsvoll, dafür ein paar Minuten näher dran am Berg).

Auf dem Weg zum Mytikas passiert man das Stefani-Massiv, dann geht es steil nach oben über Felsen. Ein Seil braucht man hier im Normalfall nicht, doch ohne alpine Erfahrung sollte man sich nicht an diesen Aufstieg wagen. Wer kurz vor Sonnenaufgang aufbricht, ist mit großer Wahrscheinlichkeit als Erster ganz oben - denn von diesen Hütten aus dauert es nur etwa eine Stunde bis zum Gipfel.

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Reiseziel Griechenland
Beste Reisezeit
Hochsaison ist von Mitte Juni bis Ende August. Im Frühling und Herbst sind dagegen weniger Touristen unterwegs und die Temperaturen angenehmer. Über den Winter schließen viele Hotels, Restaurant und Cafés, besonders auf den Inseln. Auch Fähren und Busse verkehren dann nur noch eingeschränkt.

Einreiseinfos und Zeitzonen
Deutsche Staatsbürger brauchen für die Einreise nur einen gültigen Personalausweis oder Reisepass - wer nicht länger als drei Monate bleibt, muss keine Aufenthaltsgenehmigung beantragen. Griechenland gehört zur osteuropäischen Zeitzone, dort ist es also eine Stunde später als in Deutschland - im Sommer wie im Winter.
Highlights
Sehenswerte Städte sind zum Beispiel Athen mit der Akropolis oder die lebhafte Hafenstadt Thessaloniki. Auch die Ruinen des sagenumwobenen Delphi und das antike Olympia sind einen Besuch wert. Die meisten Urlauber zieht es zum Baden oder Wandern auf die griechischen Inseln. Besonders beliebt sind Kreta, Rhodos und die Kykladen, zu denen Naxos und Santorin gehören.
Festivals und Veranstaltungen
Ein kultureller Höhepunkt ist das "Hellenische Festival" in Athen und Epidaurus: Von Juni bis August stehen internationale Theateraufführungen, Konzerte und Ausstellungen auf dem Programm (www.greekfestival.gr). Auch auf den Inseln lohnen einige Veranstaltungen einen Besuch: das Weinfest im kretischen Rethymnon etwa, das Sardinenfestival in Skala Kalloni auf Lesbos oder das Rockfestival in Ireon auf Samos.
Reiseinfos
Einen guten Überblick bietet die Internetseite der Kanadischen Tourismus-Kommission www.visitgreece.gr. Informationen speziell zur Hauptstadt Athen gibt es unter www.breathtakingathens.com.
Anreise und Transport
Zahlreiche Fluglinien bieten Direktflüge nach Griechenland an, zum Beispiel von Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf. Zwischen dem griechischen Festland und den einzelnen Inseln verkehren regelmäßig Fährschiffe.

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Berge: Giganten der Welt