Irische Ladenfronten Die Letzten ihrer Art

Dunkles Holz, grelle Farben, handgefertigte Schriftzüge: Die kreativen Ladenfronten gehören zum Bild vieler irischer Dörfer und Städte - noch. Trevor Finnegan setzt ihnen ein fotografisches Denkmal.

Trevor Finnegan

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Irland ist bekannt für sattgrüne Wiesen und zerklüftete Küsten. Aber auch in Dörfern und Städten findet sich Inseltypisches: die farbenfrohen und kunstvollen Ladenfronten. Als Fotocollagen zusammengestellt, werden sie gerne als Poster oder Postkarten gekauft und verschickt oder als Souvenir mit nach Hause genommen.

Seit acht Jahren fotografiert auch der Grafikdesigner und Fotograf Trevor Finnegan diese traditionellen Schaufenster, Mauern und Schilder. Für sein Projekt reist er durch das ganze Land: von den Grafschaften im Norden über den Wild Atlantic Way bis zu den irischen Midlands. Mittlerweile hat Finnegan über 150 Orte besucht und rund 500 Fassaden dokumentiert.

Die Ladenfronten sind ein wichtiger Teil der kulturellen Erbes des Landes: "Wir haben einen sehr ungewöhnlichen und einzigartigen Stil hier in Irland, ganz anders als im Rest von Europa", sagt Finnegan.

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13  Bilder
Metzgereien, Schuhläden und Bars: Irlands bunte Ladenfronten

Die schlechte Nachricht: Diese charakteristischen Fassaden wird es vielleicht nicht mehr lange geben. Sie drohen, durch Ladenketten ersetzt zu werden. "Es wird immer schwieriger, sie zu finden", sagt Finnegan. "In den letzten fünf Jahren wurden es immer weniger."

Immer mehr Besitzer würden nur noch billige Plastikschilder verwenden und ihre Läden von außen nicht mehr aufwendig gestalten. Finnegan will sich mit seinen Fotos für den Erhalt der traditionellen Ladenfronten einsetzen: "Sie sollten heute mehr denn je geschützt werden, sie gehören einfach zu unserer Identität als Nation."

Um die Bedeutung der Gebäude und ihre Rolle für die Menschen hervorzuheben, spricht Finnegan mit den Einheimischen und den Ladenbesitzern. Die Leute seien anfangs oft misstrauisch, würden sich aber schnell öffnen, sobald er erkläre, was er tue: "Sie lieben es, die Geschichten hinter ihrem Haus zu erzählen, und das ist für mich genauso wichtig wie die Fotos selbst."

Viele Leute nehmen Kontakt zu Finnegan auf und berichten auf seinem Instagram-Account von den Erinnerungen, die sie mit den Geschäften verbinden. Im Herbst will der Fotograf ein Buch mit allen gesammelten Ladenfronten veröffentlichen - bis dahin muss er aber noch viele weitere Städte und Dörfer in Irland besuchen.

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