Neues Museum im Kensington-Palast: Hausbesuch bei William und Kate

Die Royals lassen bitten: Londons Kensington-Palast öffnet seine Pforten wieder für Besucher. Das Bauwerk wurde für über 14 Millionen Euro aufwendig renoviert. Von den zukünftigen Bewohnern Prinz William und Herzogin Kate gibt es nur wenig zu sehen, dafür umso mehr von Prinzessin Diana. 

Kensington-Palast: Die Heimat des Prinzen Fotos
AP

London - Wenn die Mauern des Kensington-Palastes sprechen könnten, dann hätten sie so einiges zu erzählen. Von der Trauer der Menschen zum Beispiel, die nach dem Unfalltod von Prinzessin Diana 1997 mitten in London Massen an Blumen und Erinnerungen niederlegten. Oder von den Freuden und Leiden, die Königin Victoria hier erlebte. Und natürlich von den Vorbereitungen auf den Einzug der nächsten Generation von Palastbewohnern im kommenden Jahr: Prinz William und Herzogin Kate.

Zwar konnten die Macher der neuen Ausstellung im Kensington-Palast die Wände nicht zum Reden bringen, versucht aber haben sie es. Mit modernster Museumstechnik erzählen sie dessen bewegte Geschichte nach. Dabei schallen auch schon mal Stimmen aus der Holzvertäfelung. Vom 26. März an sind die Räume, die für die Öffentlichkeit zugänglich sind, nach zweijährigem Umbau wieder geöffnet.

Für seriöse Historiker mag das Ganze ein wenig bunt geraten sein. Wer sich aber mit Leib, Seele und Emotionen in die royale Geschichte stürzen will, ist gut aufgehoben. Die Kosten für den Umbau lagen inklusive Gartengestaltung bei rund 12 Millionen Pfund (14,3 Millionen Euro). Und zu erzählen gab es einiges über die Bewohner des riesigen Bauwerks, das aus dem 17. Jahrhundert stammt.

Sobald Prinz William und seine Ehefrau Kate 2013 in das Appartement mit der vielsagenden Hausnummer 1A einziehen, dürfte der Palast einmal mehr Pilgerstätte für royale Fans werden. Allerdings gibt es von dem neuen königlichen Traumpaar lediglich eine Fotografie von Mario Testino zu sehen.

Vier Stockwerke und 20 Zimmer soll das künftige Familienheim der beiden haben. Vorher hatte bis zu ihrem Tod 2002 die verstorbene Schwester der Queen, Prinzessin Margaret, dort residiert. Auch Williams Bruder Prinz Harry soll bald in einen Teil des Gebäudes einziehen.

Alte Heimat von Prinzessin Diana

Zentrum des öffentlichen Interesse an den Royals zu sein - da hat der Kensington-Palast Routine. So ist er für Harry und William so etwas wie ein Zuhause, denn hier wuchsen sie hauptsächlich auf. Prinzessin Diana wohnte von 1983 bis zu ihrem Tod 1997 dort. Auch nach der Scheidung von Prinz Charles durfte sie in ihren Gemächern bleiben. Ihr wurde ein eigener Raum im öffentlichen Teil des Palastes gewidmet. Dort werden teilweise nie gezeigte Kleider von ihr ausgestellt.

Schon lange vorher war das Gemäuer Schauplatz für eine Unzahl von persönlichen Schicksalsschlägen, Intrigen, Machtspielen, aber auch Freude und Glück. Königin Victoria etwa wurde 1819 im Palast geboren. Hier erblickte sie zum ersten Mal ihren geliebten künftigen Ehemann Prinz Albert - und hier trauerte sie auch jahrelang um ihn, nachdem er 1861 im Alter von nur 42 Jahren gestorben war.

Schon kurz nachdem der Palast zur königlichen Residenz geworden war, spielten sich hier persönliche Dramen ab. König William III. und Queen Mary II. hatten das einstige Landhaus zum Palast ausgebaut und Ende des 17. Jahrhunderts bezogen. Mary wird von Historikern als "Diana ihrer Zeit" bezeichnet - glamourös, modisch, engagiert und Vorbild für unzählige junge Frauen ihrer Generation. Doch ihr Schicksal hatte dunkle Seiten: Ihre Ehe mit William blieb kinderlos. Die Hoffnung für einen Thronfolger lag auf ihrer Schwester Anne, doch alle 18 Kinder, die diese bekam, starben schon in jungen Jahren.

Die emotionsgeladene Geschichte des Palastes lässt die Ausstellung fast zu einer Art theatralischer Installation werden. Genau das soll sie auch sein, meint Mit-Kuratorin Joanna Marschner. "Wir wollen diesen Palast wirklich zugänglich machen." Die Besucher sollten beobachten können, wie sich die Menschen im Raum bewegen und wie der Raum ihr Verhalten bestimmt. Alles andere wäre unpassend, findet sie: "Dieser Palast hat so viele Dinge gesehen. Diese Wände hier haben Sachen gehört, die unser aller Geschichte beeinflusst haben.".

dkr, Britta Gürke, dpa

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