Kreuzfahrt an Toskana-Küste: Schwesterschiff der "Concordia" sticht in See

Zurück zur Normalität: Erstmals seit dem Unglück der "Costa Concordia" ist erneut eine Kreuzfahrt der Reederei in Italien gestartet. Die Passagiere betonen, keine Angst vor einem Unglück zu haben - doch einige gingen schon mit einem mulmigen Gefühl an Bord.

"Costa Serena": Kreuzfahrt nach der Katastrophe Fotos
AFP

Die Gangway ist herabgelassen, alle Decks sind festlich beleuchtet, Passagiere gehen an Bord: Vom Mittelmeerhafen Civitavecchia ist am Mittwochabend die erste Kreuzfahrt des Unternehmens Costa seit dem Unglück des Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" vor der Toskana-Küste gestartet. Das Schwesterschiff "Costa Serena" lief vom gleichen Hafen aus wie die "Costa Concordia", nahm bei seiner "Inseln der Sonne"-Kreuzfahrt anfangs denselben Kurs wie der verunglückte Luxusliner und kam dabei auch nahe an der Unglücksstelle vor der Insel Giglio vorbei.

"Am Anfang hatten wir gemischte Gefühle", gesteht der Franzose Jean-François Siravo, bevor er an Bord geht. "Aber mit unserem Schiff gibt es keine Probleme. Man muss die Dinge im Zusammenhang sehen. Im vergangenen Jahrhundert gab es nur drei große Kreuzfahrtunglücke. Verglichen mit dem Auto oder dem Flugzeug ist das doch eine Ausnahme", macht er sich selbst Mut. Zudem sei das Unglück der "Costa Concordia" durch einen menschlichen Fehler verursacht worden. Siravo ist sich sicher, dass das Personal auf seinem Schiff gut für den Notfall ausgerüstet ist und "alle Sicherheitsvorkehrungen getroffen sind".

Eine Mitreisende betont, sie gehe völlig unbesorgt auf die Reise: "Natürlich tut es uns sehr leid, was passiert ist, auch für die Angehörigen der Opfer", sagt die Frau. "Aber für uns gibt es kein Problem. Es war ganz einfach ein Unfall."

Die verunglückte "Costa Concordia" hatte rund 3200 Passagiere und 1000 Besatzungsmitglieder an Bord. Ungefähr genauso viele sind jetzt mit der "Costa Serena" unterwegs. Auf dem Reiseprogramm stehen Spanien, Marokko und die kanarischen Inseln.

Mit dabei ist die Französin Natalie Flotte. Während sie ihren kleinen Sohn im Buggy die Gangway hochschiebt, will sie sich den Spaß an der Reise nicht verderben lassen: "Alles läuft hervorragend. Wir haben keine Angst", versichert sie. Letztes Jahr war sie mit der "Concordia" unterwegs. "Alles ist bestens. Wir sind sehr gut informiert worden. Nächstes Jahr fahren wir wieder."

Eine auf dem Schiff angestellte Philippinerin drückt ihr Gepäck an sich, während sie vom Bus zum Schiff hastet. Auf die Frage nach ihrer Stimmung vor dem Auslaufen runzelt sie nur die Stirn. "Ich habe keine Angst. Ich bin immer ruhig!"

sto/AFP

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