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Surferkunst auf Fuerteventura: Jede Welle ist anders

Surferkunst auf Fuerteventura: Hauptsache knatschbunt Fotos
Maggie Riepl / SRT

Mit Pop-Art und Treibholzobjekten halten sie sich über Wasser: Drei Surfer haben auf Fuerteventura ihre Liebe zur Insel entdeckt - und ihre Liebe zur Kunst.

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Jeder Tag auf dem Meer ist anders. Jede Welle ist anders, sagen Surfer und übernehmen deren Bewegung und ihre Energie. Sonni Hönscheid, zweifache Weltmeisterin im Stand-up-Paddeln (SUP) und zwölffache deutsche Meisterin im Wellenreiten, setzt diese Energie auch in Kunst um: Ihre Acrylbilder sind Pop-Art - ein Rausch der Farben und Formen, so bunt wie das Leben der 34-Jährigen.

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Maggie Riepl / SRT

Hönscheid ist die Tochter der deutschen Surflegende Jürgen Hönscheid, aufgewachsen auf Sylt und Fuerteventura, wo ihre Eltern in dem kleinen Ort Lajares im Norden der Kanareninsel seit Jahrzehnten einen Surfladen führen. Heute lebt Sonni außerdem auf Hawaii. "Malen ist für mich wie Tagebuchschreiben. Man sieht in meinen Bildern viele Dinge, mit denen ich täglich zu tun habe: Meerestiere, Wasser, Wellen, Menschen, Blumen."

Im Sommer 2015 hatte sie mit ihren gemalten Geschichten von Wasser, Wind und Wellen eine Ausstellung in Kampen auf Sylt: "Peace Love Sylt". Die Kunst habe sie erst komplett gemacht, sagt sie, sie sei ein wichtiger Kontrast in ihrem Leben. "Beim Sport möchte ich immer die Erste sein, in der Kunst kann ich mich auch einmal zurücknehmen."

Recyclingkünstler Julian Blasco: Aus Liebe zum Meer

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Maggie Riepl / SRT

Auch Surfer Julian Blasco widmet sich der Kunst - immer dann, wenn die Wellen an der Playa de Castillo im kleinen Ferienort El Cotillo wieder nicht hoch genug sind. Der 32-jährige Franzose läuft mit Adleraugen den Strand entlang, entdeckt hier ein Stück Seil, ein altes Fischernetz, da einen vergessenen Turnschuh, eine angeschwemmte Büchse und dort zerborstene Hölzer.

Die Fundstücke recycelt er zu kunstvollen Objekten und Bildern. Dass er gleichzeitig noch den Strand sauber hält, ist für ihn ein wertvoller Nebeneffekt. "Unser Alltag ist voller Kunststoff, das Meer inzwischen leider auch", sagt Blasco. Es gibt keinen Quadratkilometer Meerwasser mehr ohne Plastik. Vieles davon wird an die Strände gespült.

Das Clean Ocean Project in El Cotillo, wo Julians Kunst verkauft wird, ist ein Zusammenschluss junger Aktivisten, die eines eint: die Liebe zum Meer. Seit 2002 säubern sie immer wieder die Strände auf der Kanareninsel.

Wie viele kam Julian, ein ehemaliger Kunststudent aus Aix-en-Provence, hierher, um zu surfen. Und ist hängen geblieben. Das einfache Leben gefällt ihm und auch die Einfachheit der Landschaft. Manche Urlauber bezeichnen Fuerteventura als karg und langweilig. Das kann er nicht verstehen. Gerade die kahlen Berge, die je nach Tageszeit und Licht ihre Farben verändern, faszinieren ihn, ebenso das Meer.

Lebenskünstler Kuki: "Die Insel ist cool"

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Maggie Riepl / SRT

Kuki wohnt nur ein paar Kilometer entfernt von Julian Blasco, in Villaverde im Landesinneren. Die beiden kennen sich nicht. Dabei haben sie viel gemeinsam. Beide sind Surfer und Künstler, beide engagieren sich für die Umwelt. Mit zwei anderen Surfern hat Kuki das grüne Kunstprojekt "Skeleton Sea" gegründet, auch sie erschaffen Kunstwerke aus Meeresmüll.

Luis de Dios, wie er richtig heißt, ist ein Tausendsassa. Jahrelang reiste er als Model durch die Welt. Heute entwirft er Outfits für internationale Sportmodefirmen und designt - knallbunt und abstrakt - Surfbretter und Snowboards. Sport ist seine Leidenschaft: Er surft, ist mit dem Bike unterwegs und fährt Snowboard. Geboren wurde der Spanier in Alicante, er wuchs in Tarifa auf, verbrachte dann einige Jahre auf Hawaii. Die Wellen seien fantastisch gewesen, aber er mochte den Lebensstil der US-Amerikaner nicht.

Vor zwölf Jahren kam er nach Fuerteventura. "Hier ist immer Sommer, und die Insel ist cool und entspannt", sagt er. Sein Haus hat er selbst entworfen und selbst gebaut. Im Garten liegen Hunderte von Holzstücken, Eisenteilen, Fischdosen - alles Fundstücke vom Strand, die noch zu Kunstobjekten verarbeitet werden sollen oder auch nicht.

Denn Kuki, inzwischen über 40, lebt immer noch nach dem Lustprinzip: "Vielleicht kaufe ich mir morgen einen Camper und fahre um die Welt." Warum nicht? Die Fundstücke im Garten können schließlich noch ein wenig länger auf ihr Zweitleben als Kunstwerk warten.

Maggie Riepl/srt/abl

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