Ausflugstipps in die Kälte: Eis für alle

Genug geschwitzt, jetzt wird's eiskalt. In Höhlen, auf Gletschern und in Skihallen kühlen überhitzte Körper schnell herunter. Zwischen Südtirol und den Niederlanden finden sich Orte, an denen auch im Sommer Wollschal statt Flip-Flops angesagt sind.

Kurztrip in die Kälte: Skifahren im Sommer Fotos
Eisriesenwelt

Hamburg - Deutschland ächzt unter hochsommerlichen Temperaturen. Wer einen Hitzekoller fürchtet, der muss nicht gleich in Richtung Nordpol fliehen. Mit diesen Urlaubstipps sinkt Ihre Körpertemperatur erheblich:

Österreichs Eispalast

Im Inneren des Dachstein-Gletschers bei Schladming, Österreich, herrschen Temperaturen wie im Kühlschrank. Gut für die Kunstwerke aus Eis, die hier ausgestellt sind: In den Räumen "Thronsaal", "Kristalldom" und "blauer Salon" warten unter anderem die Familienmitglieder der Simpons auf Gäste.

Eine Fahrt zum Gletscher bietet ebenfalls Erfrischung: Die neue Panorama-Gondel ist mit einem Balkon ausgestattet, auf dem sich bis zu zehn Gipfelstürmer während der knapp sechsminütigen Fahrt den kühlen Fahrtwind um die Nase wehen lassen können.

Neu am Dachstein sind auch die rund 100 Meter lange Hängebrücke sowie die "Brücke ins Nichts", die kürzlich eröffnet hat: 14 Stufen führen auf eine Glasplattform, 400 Meter über dem Abgrund. Die Natur hat zudem für eine 40 Meter lange Gletscherspalte gesorgt, in der riesige Eiskristalle zu bewundern sind.

(Berg- und Talfahrt ab 28 Euro für Erwachsene, Eintritt Eispalast mit Hängebrücke zehn Euro).

Mit Steigeisen in eine Gletscherspalte

Den Pitztaler Gletscher in Österreich erkunden Urlauber im Rahmen einer "Eissafari" (ab 65 Euro pro Person). Mit der Wildspitzbahn geht es hinauf zu Tirols höchstgelegenem Café auf 3440 Metern Höhe. Bergführer zeigen den richtigen Umgang mit Seil und Steigeisen, bevor es über den Gletscherweg entweder hinunter zur Braunschweiger Hütte oder über den Mittelberg-Wasserfall zurück ins Tal geht.

Höhepunkt der fünfstündigen Tour, für die keine besonderen Vorkenntnisse nötig sind und die auch für Familien geeignet ist: Mutige können sich in eine Gletscherspalte abseilen lassen. Etwas weniger herausfordernd - und damit auch für Kinder geeignet - sind die Erlebnistage auf dem Gletscher.

Die größte Eishöhle der Welt

Schon von weitem sieht man das gewaltige Höhlenportal von 20 Meter Breite und 18 Meter Höhe: die Eisriesenwelt in Werfen bei Salzburg. Das Labyrinth erstreckt sich insgesamt über 40 Kilometer, zugänglich ist jedoch nur ein Kilometer (Höhlenbesuch und Seilbahn 20 Euro).

In verschiedenen Hohlräumen sind das ganze Jahr über spektakuläre Eisformationen zu bewundern: Erstarrte Wasserfälle und Springbrunnen schimmern blau und grün, Eiszapfen bilden bizarre Vorhänge. Eine Führung, bei der 134 Höhenmeter zu bewältigen sind, dauert eine gute Stunde. Wegen der Temperaturen um null Grad sollte man sich in der größten Eishöhle der Welt unbedingt Handschuhe und Mütze anziehen.

Skifahren auf dem Gletscher

Auf den Pisten vieler Gletscherskigebiete lässt es sich auch im Sommer prima abfahren. Ganzjährig in Betrieb sind beispielsweise die Lifte auf dem Hintertuxer Gletscher im Zillertal in Tirol - derzeit sind zwölf Liftanlagen in Betrieb, die 22 Pistenkilometer erschließen (Tageskarte ab 39,50 Euro).

Auch am Dachstein-Gletscher (Tageskarte 34,50 Euro), am Mölltaler Gletscher in Kärnten (Tageskarte ab 42,50 Euro) und am Matterhorn im Schweizer Zermatt (Tageskarte 82 Franken) kommen Ski- und Snowboardfans in den Sommermonaten auf ihre Kosten.

Wandern mit Gletscherblick

Stetig rinnt das Wasser, türkisblau schimmern die Eisbrüche: Gletscher sind faszinierende Naturattraktionen. Mit fast 23 Kilometern ist der Große Aletschgletscher in der Schweiz der längste Eisstrom der Alpen: Über 900 Meter tief und bis zu 1000 Meter breit, windet er sich elegant vorbei an majestätischen Drei- und Viertausendern und zählt zum Naturerbe der Unesco.

Um das eindrucksvolle Panorama mit den berühmten Gipfeln Eiger, Mönch und Jungfrau zu genießen, bietet sich der Unesco-Höhenweg an. Er führt vom Eggishorn zum Brettmerhorn und kann von trittsicheren und schwindelfreien Wanderern in rund drei Stunden bewältigt werden (Berg- und Talfahrt ab 42,80 Franken).

Zu Besuch bei Ötzi, dem Mann aus dem Eis

In über 3000 Meter Höhe war der Steinzeitmensch unterwegs, der als "Ötzi" seit 1991 Schlagzeilen macht. Wer die Fundstelle an der Grenze zwischen Italien und Österreich in den Ötztaler Alpen besichtigen will, der muss bei der achtstündigen Tour über den Hochjochferner zum Tisenjoch allerdings Kondition beweisen.

Gemütlicher sind ein Besuch der "Ötzi-Show-Gallery" oder der Ausstellung "Gletscherwelten" in der Bergstation der Gletscherbahn sowie eine Fahrt mit dem "Ötzi-Express": Per Pistenraupe und Schneekatze geht es zu den Moränen des dreieinhalb Kilometer langen Hochjochferners und zu einer Gletschergrotte (geführte Wanderung 100 Euro, Ausflug Ötzi-Express ab 31,50 Euro).

Die Gletschermumie des Mannes, der vor rund 5300 Jahren in den Alpen unterwegs war, befindet sich im Archäologiemuseum in Bozen - natürlich gut gekühlt (Eintritt neun Euro).


Auch in der SPIEGEL-ONLINE-Reisekarte schreiben Leser, was gegen die Sommerhitze hilft.

kurtdeswaaf machte eine Gletscherwanderung in Österreich:

Untersulzbachtal im Nationalpark Hohe Tauern: Herrliche Wanderstrecke bis zum Gletscher am Talende. Eine nicht all zu schwere Tagestour. Das Eis des Gletschers schimmert faszinierend blau, doch leider ist es stark auf dem Rückzug. Hier kann man also die Folgen des Klimawandels aus nächster Nähe betrachten. Empfehlenswerte Rast: Buttermilch trinken in der Jausenstation am Weg.

spon-facebook-10000204155 kühlte sich in einer Höhle ab:

Im fränkisch-oberpfälzischen Grenzgebiet liegt das Hirschbachtal mit seinen schroffen Felsformationen und unzähligen Höhlen. Der Höhlenrundwanderweg ist ein spannender, etwa 20 Kilometer langer Wanderweg, an dem etwa 30 Höhlen auf Entdeckung und Erkundung warten. In der Sommerhitze bieten die Höhlen eine angenehme Kühlung. Vorsicht: Niemals alleine in eine Höhle kriechen.

MKricke empfiehlt sommerliches Skifahren westlich von Köln:

Kerkrade liegt an der deutsch-niederländischen Grenze. Sie ist eine kleine Stadt, die viel zu bieten hat, unter anderem die Abtei Rolduc, deren Bau bereits im Jahr 1106 begonnen wurde und die heute eine stilvolle Herberge ist. Neben schönen Hotels hat Kerkrade auch einen tollen Zoo zu bieten - und die Skihalle Snowworld, wo man das ganze Jahr über Skifahren kann.

Wo kühlen Sie sich bei Temperaturen über 30 Grad ab? Tragen Sie Ihre Reisetipps in die Weltkarte ein!

Sibylle von Kamptz/srt/jus

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insgesamt 4 Beiträge
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1. Jaja, Hauptsache Klimaschutz?
Mannheimer011 23.07.2013
Jede Woche mehrere Artikel, die dem Leser eintrichtern, wie wichtig der mit Energieeinsparung verbundene Klimaschutz ist. Aber dann Werbung für Skihallen, damit sich die Leser im Sommer abkühlen können. Schwimmbäder und Seen gibt es auch in Deutschland.
2. optional
Desobediencia_Civil 23.07.2013
Der durchschnittliche Deutsche ist ein echter Jammerlappen, was das Wetter angeht. Im Winter ist es ihm viel zu kalt, zu viel Schnee, und wenn dann endlich der Sommer da ist, ist es ihm wieder zu heiß. So ist er aber (leider) nicht nur beim Wetter...
3. Eine merkwürdige Vorstellung
cobdet 23.07.2013
einen Wollschal an den Füßen zu tragen *LOLOLOL* Zitat "an denen auch im Sommer Wollschal statt Flip-Flops angesagt sind."
4. Manche schwimmen sogar im Winter
Der Emigrant 23.07.2013
Zitat von Mannheimer011Jede Woche mehrere Artikel, die dem Leser eintrichtern, wie wichtig der mit Energieeinsparung verbundene Klimaschutz ist. Aber dann Werbung für Skihallen, damit sich die Leser im Sommer abkühlen können. Schwimmbäder und Seen gibt es auch in Deutschland.
Ob die fünf Skihallen in Deutschland den Bock fett machen, wage ich zu bezweifeln. Aber haben Sie schon mal davon gehört, dass es Hunderte von auch im tiefsten Winter beheizten Schwimmhallen gibt, in denen manche Leute allen Ernstes bei tiefstem Winterwetter ins Wasser gehen. DAS ist Energieverschwendung!
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