hin und weg

Mein Lieblingswinterziel Lappland, Kälte zum Herzerwärmen

Liisa Niveri

Von Dietmar Pieper


Kälte kann etwas Wunderbares sein. Ich bin eher ein Sommermensch, aber echte Kälte wärmt mir das Herz. Wenn dicker Schnee unter den Füßen knirscht und die Luft sich anfühlt, als käme sie frisch aus der Halle des Eiskönigs. Für Liebhaber von wohliger Kälte, knirschendem Schnee und Eisluft ist Lappland ein Paradies.

Der schnellste Weg ins Paradies führt über den Flughafen Kittilä im Norden Finnlands. Alles ist hier klein und überschaubar, und man kann sich darauf verlassen, dass der bestellte Mietwagen vorgewärmt auf dem Parkplatz bereitsteht. Wer etwas Glück hat, sieht schon auf dem kurzen Weg zum Auto Nordlichter am Himmel.

So war es bei meiner ersten Ankunft in Kittilä vor einigen Jahren. Während der Fahrt konnte ich mich kaum noch auf die Straße konzentrieren, so phantastisch war das Schauspiel der riesigen Farbschleier in Grün, Blau und Violett, die durch die sternklare Nacht zogen. Das Erlebnis lässt sich noch steigern, und zwar bei einer einsamen Wanderung über einen zugefrorenen See: Wenn man dann als winziger Mensch mitten in der Natur steht, rollt das kosmische Lichttheater wie ein ferner Orgelklang über einen hinweg.

Meine bisher letzte Lapplandreise war ein Familienurlaub, von dem auch die Kinder schwer begeistert waren. Einen erheblichen Anteil daran hatten unsere Gastgeber Anna und Lauri Temmes aus Muonio, die uns eins ihrer Ferienhäuser vermieteten. Das von Lauri weitgehend selbst gebaute Haus erwies sich als moderner und gemütlicher Rückzugsort direkt am Jerisjärvi, einem der vielen unberührten Seen.

Als wir ankamen, hatte Anna schon leckeres Rentier-Geschnetzeltes auf den Herd gestellt. So fing der Urlaub gut an, und weil Anna und Lauri fließend Deutsch und Englisch sprechen, war die Verständigung auch ohne Finnischkenntnisse kein Problem.

Die eine Woche in den Hamburger März-Ferien war natürlich viel zu kurz. Wir haben entdeckt, dass es am Olostunturi butterweiche Skiabfahrten gibt; ein paar Kilometer weiter bietet Levi sogar eine schwarze Piste. Wir haben uns über die strahlende Frühlingssonne genauso gefreut wie über pieksende Schneeflocken, die uns in die Gesichter wehten.

Wir haben Rentiere gestreichelt und mit schmerzenden Händen und Füßen erfahren, dass man sich für eine Huskyschlitten-Tour bei minus 23 Grad extradicke Stiefel und Handschuhe anziehen sollte. Niemals war es schöner, in die Sauna zu gehen, als nach dieser Schlittenfahrt.

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4 Leserkommentare
susiwolf 04.02.2014
brux 05.02.2014
baldr 05.02.2014
susiwolf 05.02.2014

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