Londons höchstes Hotel Zimmer mit Weitblick

Die Aussichtsplattform und einige Restaurants sind bereits eröffnet, nun folgt das höchste Hotel Europas: Im Londoner Wolkenkratzer "Shard" will das Fünf-Sterne-Haus Shangri-La mit asiatischem Afternoon Tea und Infinity Pool punkten.

Von , London

Shangri-La Hotels and Resorts

Es passiert selten, dass man beim Betreten einer Hotellobby als Erstes aus dem Fenster guckt. Die Gäste des neuesten Londoner Luxushotels Shangri-La haben jedoch keine Wahl: Wer vor der Rezeption im 35. Stock aus dem Lift steigt, lässt seinen Blick unvermeidlich schweifen. Hinter der meterhohen Glasfront breitet sich ein einzigartiges Panorama aus - vom London Eye über St. Paul's Cathedral bis zu den Bankentürmen der City.

Das Fünf-Sterne-Haus, das am 6. Mai eröffnet, ist Europas höchstes Hotel. Es erstreckt sich über die Etagen 34 bis 52 des Wolkenkratzers "Shard" am Südufer der Themse. Die teuersten Suiten sind gleich in den unteren Etagen untergebracht. Weil der 306-Meter-Turm nach oben spitz zuläuft, ist unten mehr Platz für die weitläufigen Zimmerfluchten. Zudem entkommt man hier eher der lästigen Wolkendecke: Ab Etage 40 ist die Sicht häufiger verhangen.

Da hilft es auch nicht, dass alle 202 Zimmer von oben bis unten verglast sind. Wer Pech hat, zahlt 450 Pfund pro Nacht für den Blick auf eine graue Wand. Bei klarem Wetter jedoch ist die Aussicht spektakulär: Zimmer nach Osten raus bieten den Sonnenaufgang über der Tower Bridge. Romantiker hingegen buchen den Westblick für den Sonnenuntergang über der Kuppel von St. Paul's. Die billigsten Zimmer gehen nach Süden - dort gibt es statt Skyline nur grüne Vororte zu sehen.

Die Zimmer sind mit durchschnittlich 42 Quadratmetern angenehm groß. Sie sind neutral und spartanisch eingerichtet, dezente Blumenmuster in Teppich und Tapete verleihen eine asiatische Note. In jedem Zimmer liegt ein Fernglas. Auch im Bad gibt es einige Spielereien: Die Toilettensitze sind beheizbar, und beim Zähneputzen kann man fernsehen - im Spiegel über dem Waschbecken ist ein Bildschirm integriert.

Afternoon Tea auf Etage 35

Die luftige Nobelherberge ist erst das dritte Hotel der asiatischen Kette in Europa. Die ersten beiden stehen in Istanbul und Paris. In London ist der Luxusmarkt hart umkämpft, der Newcomer muss sich gegen große Namen wie Ritz, Savoy und Claridge's durchsetzen. Das Management hofft, dass die einzigartige Höhenlage den entscheidenden Wettbewerbsvorteil liefert.

Die Buchungen liefen erfreulich, sagt Nicolas Liang, der für die Gastronomie zuständig ist. Auch in der ersten Woche seien aber noch Zimmer zu haben. Für zwei Monate ausgebucht ist hingegen das Hotelrestaurant Ting im 35. Stock - und das, obwohl es nicht mal das erste Restaurant in dem Wolkenkratzer ist. In den Etagen 31 bis 33 haben bereits die Konkurrenten Aqua Shard, Oblix und Hutong eröffnet.

Ting, hergeleitet von dem chinesischen Wort für "Wohnzimmer", soll eine breite Öffentlichkeit ansprechen. Das Ambiente sei bewusst informell gehalten, sagt Liang. Geschäftsleute aus den umliegenden Büros sollen zum Lunch kommen, Touristen sich zum asiatisch inspirierten Afternoon Tea heraufwagen und Londoner das besondere Dinner genießen. Das Viertel an der London Bridge habe eine sehr lebendige Restaurantszene, sagt er. Ting solle ein fester Bestandteil davon werden.

Noch weiter oben, im 52. Stock, liegt die Bar Gong. Hinter der Marmortheke wird der deutsche Barkeeper Henning Neufeld wirbeln. Gleich nebenan ist das Hotelschwimmbad untergebracht, der Infinity Pool fällt mit 11 mal 4 Metern aber enttäuschend klein aus. Die Bar lässt sich auch für private Partys mieten: Für 40.000 Pfund die Nacht können die Banker der City dann den Blick aufs Büro genießen.

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