Fotoserie über Strandbesucher "Bitte nicht lächeln!"

Zwischen Liegestühlen, Sonnenschirmen und Kühlboxen haben sich spanische Strandbesucher in Badehosen oder Sommerkleidern von der Fotografin Lucía Herrero porträtieren lassen - es gab nur eine Bedingung.

Lucia Herrero

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Sie haben es sich in ihren Klappstühlen bequem gemacht, präsentieren ihre Surfbretter und blicken stolz in die Kamera: Die Fotografin Lucía Herrero hat Freundesgruppen, Eltern und Kinder am Strand aufgereiht und sie wie für ein klassisches Familienporträt abgelichtet.

Die gebürtige Spanierin reiste mehrere Sommer an der Ost- und Südküste ihres Heimatlandes entlang. Sie traf die Menschen zufällig am Strand und fragte, ob sie spontan bei dem Projekt mitmachen - die meisten stimmten zu.

Dann baute sie ihr provisorisches Fotostudio direkt am Strand auf. Herrero ließ die Menschen mit dem Rücken zum Meer und Horizont stehen oder sitzen, positionierte sie nach geometrischen, aber auch sozialen Gesichtspunkten: "Ich frage mich: Wer ist der Wichtigste in der Gruppe, wer ist der Beschützer, wer der Schwache, wer der Lustige?"

Fotostrecke

12  Bilder
Zwischen Kühlboxen und Sonnenschirmen: Gruppen am spanischen Strand

Dann ließ sie alle in die Kamera blicken. Wichtig war, dass keiner lächelte: Sie sollten würdevoll blicken. Herrero verwendete einen sehr hellen Blitz, da sie mittags gegen die Sonne fotografierte. Das Gegenlicht auf der Rückseite der Körper und das frontale Blitzlicht auf der Vorderseite lassen die Alltagsszenen dramatisch wirken.

Wie stehen die Personen zueinander? Sind sie verwandt, verliebt, befreundet? Wer nimmt welche Rolle in der Gruppe ein? Herrero will mit ihren Fotos zum Nachdenken über Gruppenkonstellationen anregen. Informationen über die Menschen gibt sie nicht, selbst sprach sie nur wenig mit den Porträtierten - auch wenn manche sie im Anschluss an das Shooting noch zum Essen einluden.

Jedes Bild ist reich an Details, gleicht einem Wimmelbild: Tische sind vollgepackt mit Essen, Kinder haben Schaufeln in der Hand, Taschen und Kühlboxen stehen im Sand. Die einzelnen Gegenstände geben Hinweise auf die Aktivitäten, denen die Menschen in ihrem Urlaub nachgehen.

Über die Umgebung verrät Herrero kaum etwas, sie zeigt nur einen Ausschnitt des Strandes, das Meer liegt ruhig, der Himmel ist mal bewölkt, mal ganz sonnig. Jeder Strand sei anders und ziehe ein anderes Publikum an, sagt Herrero.

Dort im Sand sitzend, mit Badehosen oder Bikinis, Sommerkleidern, Hüten und Sonnenbrillen, scheinen sich aber alle zu gleichen. "Sie sind wie kleine Stämme", sagt die Fotografin - die ihr Territorium mit Handtüchern und Sonnenschirmen voneinander abgrenzen.

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