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Tapas-Bars auf Mallorca: Seid umarmt, ihr Teller voller Köstlichkeiten!

Tapas-Bars in Palma: Deftiges zu Wein und Bier Fotos
Fabian von Poser

Gebratener Oktopus, Pilze mit Roquefort, Hackbällchen in Tomatensoße - eigentlich sind spanische Tapas kleine Snacks für zwischendurch. Doch wer in Palma de Mallorca einmal mit der Bestellung angefangen hat, wird sich kaum zügeln können.

Das Glück kommt auf geröstetem Baguette. Jede der Köstlichkeiten ist nur wenig größer als eine Zwei-Euro-Münze. "Gänseleberpastete mit karamellisiertem Kürbis", sagt Ángeles López Catalina. Das, was sie serviert, ist ein Gedicht: Die würzige Paté vermischt sich mit dem Süß des Kürbis zu einer extravaganten Melange. Nur Augenblicke später trägt López weitere Leckereien heran: gebratenen Oktopus, gratinierten Kabeljau mit Knoblauchcreme, hausgemachten Frischkäse mit Iberico-Schinken und die berühmten Pimientos de padrón, Paprikaschoten in grobem Salz.

Nur ein Fenster, eine Tür - am Tast in Palmas belebter Calle Unión könnte man glatt vorbeilaufen. Doch das wäre schade, denn die Bar gehört zu den feinsten Tapas-Lokalen der Insel. Am Ballermann trinken sie - zumindest so lange es noch erlaubt ist - um ein Uhr mittags schon Bier aus Plastikeimern. Im Tast geht es um Längen stilvoller zu. Ab 13 Uhr füllt sich der Saal langsam, eine Stunde später sind alle Tische besetzt. Die Auswahl an Tapas hier ist so üppig wie kaum irgendwo anders in der Inselhauptstadt. Allerdings: Bei dem Versuch, sie alle zu probieren, scheitert man unweigerlich. "Nehmen Sie sich Zeit und kommen Sie wieder", sagt López und lacht.

Palmas Bars sind berühmt für ihre Tapas. Wie das Pope in der Carrer d'Apuntadors im Ausgehviertel La Lonja. Besitzer Javier Olivas serviert hier einen ausgezeichneten Tomatensalat mit Thunfisch, geschmorten Paprika und Pinienkernen. Oder die Tapas-Bar La Cueva direkt gegenüber. Seit 1960 ist das Lokal, dessen Name übersetzt "Höhle" bedeutet, familiengeführt. "Bei uns kommen vor allem leichte, einheimische Zutaten auf den Tisch", sagt Besitzer Juan José Nieto. "Wir kochen mit mehr Gemüse als auf dem Festland. Vor allem aber mit Öl und nicht mit Fett. Bei uns wird viel weniger frittiert."

In Palmas Tapas-Bars ist von der Krise nicht viel zu spüren

Die Zutaten für seine Tapas kauft Nieto oft auf dem Mercat de l'Olivar, dem städtischen Markt. Zum Beispiel bei Juana Fuster Miró, einer Fischhändlerin in fünfter Generation. Vor ihr türmen sich Garnelen, Muscheln, Hummer und Fische aller Art. Trotz der Wirtschaftskrise in Spanien läuft ihr Laden: "Essen müssen die Leute ja jeden Tag."

Auch im Tast scheint man von der Krise nicht viel zu spüren. Immer mehr Leute strömen in die Bar, so dass kaum noch Platz zum Stehen, geschweige denn zum Sitzen ist. Noch einmal zwängt sich Geschäftsführerin López durch die Menge und jongliert eine Portion Setas al roquefort, Pilze in Roquefort-Soße, auf den Tisch. Ein "Ich kann nicht mehr" gibt's nicht. Platz für eine weitere kleine, deftige Köstlichkeit ist immer.

Fünf Tapas-Bar-Tipps für Palma
Tast
Tolles Ambiente mit stets neuen Tapas-Kreationen und bunt gemischten Publikum. Auch viele Einheimische essen hier. Unbedingt probieren: Leber-Pastete mit karamellisiertem Kürbis, Roquefort-Pilze und die genialen Patatas Bravas (scharfe, frittierte Kartoffeln).

Tast, Carrer Unión 2, Tel. 0971/729878, www.tast.com
Bar Día
Authentischer geht es nicht. Die Bar ist ein Erlebnis: Hier lärmt es, und es wird gedrängelt. Ab Mittag ist die Bar oft brechend voll. Die Küche ist einfach, aber ehrlich. Meine Favoriten auf der Karte: Datteln im Speckmantel und Pica Pica, Calamari in Tomaten-Knoblauch-Soße.

Bar Día, Carrer d'Apuntadors 18, Tel. 0971/716264
La Bóveda
Schon seit Ewigkeiten in der Stadt, aber immer noch gleich gut und mit jahrelang bewährtem Personal. Der Kabeljau in Tomatensoße ist ein Gedicht. Auch der Schinken ist hier immer einen Versuch wert.

La Bóveda, Carrer de la Botería 3, Tel. 0971/714863, www.restaurantelaboveda.com
La Cueva
In dem winzigen Keller servieren Wirt Juan José Nieto und seine Mannschaft allerlei typische Tapas-Köstlichkeiten. Spezialitäten sind Gambas al Ajillo und gebratener Oktopus. Achtung: meist Reservierung erforderlich!

La Cueva, Carrer d'Apuntadors 5, Tel. 0971/724422
El Chaflán de Patxi
Der ideale Tapas-Start in die Nacht. Vom Patxi ist man in wenigen Minuten im Catalina-Viertel mit seinen vielen kleinen Restaurants und Bars. Tipps von der Karte: frische Gänseleber mit hausgemachter Marmelade und überbackener Camembert.

El Chaflán de Patxi, Carrer d'Espartero 28, Tel. 0971/284486

Fabian von Poser/srt/ele

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Reiseziel Mallorca
Einreiseinfos und Zeitzonen
Mallorca liegt in der mitteleuropäischen Zeitzone (MEZ). Es gibt somit keinen Zeitunterschied zu Deutschland.
Beste Reisezeit
Mit seinen knapp 300 Sonnentagen im Jahr bietet Mallorca eine lange Reisesaison. Wer einsame Strände und Wildblumen erleben möchte, sollte Mallorca im März und April besuchen. Angenehm warm ist das Wasser allerdings erst ab Mitte Mai. Die angenehmste Reisezeit ist wohl der Juni: Das Wetter ist schön, und das Meer lädt zum Baden.

Im Juli und August ist es mit durchschnittlich 29 Grad Celsius sehr heiß auf Mallorca, außerdem sind die Strände und Cafés überfüllt. Im September kühlt es ab, es besteht aber auch die Gefahr von Regenschauern und Stürmen.

Für Wanderer und Radfahrer empfiehlt sich neben dem Frühjahr besonders der Herbst als Reisezeit. Im Oktober ist die Luft mild, und das Wasser hat noch bis in den November hinein Badetemperatur. Individualisten sollten Mallorca im Dezember besuchen, um noch ein paar schöne Sonnentage ohne Vorweihnachtsstress zu genießen.
Highlights
Nicht nur für Party-Touristen lohnt sich ein Abstecher nach Palma, der größten Stadt Mallorcas. Neben einem lebendigen Nachtleben bietet die Stadt viele Sehenswürdigkeiten wie etwa die "Kathedrale des Lichts" - eines der imposantesten Bauwerke Spaniens.

Eine sehr hübsches Stadtchen ist Valldemossa, berühmt für sein ehemaliges Kloster, indem schon Frédéric Chopin mit seiner Geliebten George Sand wohnte.

Im Südwesten zeigt die Insel ihre stille Seite. Ausgehend vom Badeort Sant Elm können Wanderer hier entlang der Küste mit Blick auf die Dracheninsel bis zur Klosteranlage Sa Trapa aufsteigen.

Individualreisende lieben das ländliche Inselinnere. Wer den 543 Meter hohen Tafelberg Puig de Randa erklimmt, wird belohnt: mit einem weiten Ausblick und mit dem Licor Randa, einen Kräuterlikör, den es nur dort oben gibt.

Den Sonnenaufgang beobachtet man am besten in den frühen Morgenstunden am Cap de Formentor, einer ganz im Norden gelegenen felsigen Landzunge.
Festivals und Veranstaltungen
Das wichtigste Fest der Insel ist Ostern. Die Karwoche - "Semana Santa" - wird in praktisch allen Gemeinden mit farbenfrohen Prozessionen gefeiert.

Wer es blutrünstig mag, sollte das Kostümfest der Bewohner von Sóller besuchen. Jedes Jahr im Mai spielen sie ihren Sieg gegen die maurischen und türkischen Piraten 1561 mit Säbeln und viel Kampfgeschrei nach.

Ein besonderer Tipp ist auch das "Torrent de Pareis", ein mallorquinisches Konzert, das immer im Juli an der Mündung der Wildwasserschlucht Torrent de Pareis stattfindet, wenn diese von der Hitze ausgetrocknet ist.
Reiseinfos
Viele Informationen rund um Gastronomie, Sport und Einkaufen bietet die Internetseite des Tourismusportals der Balearen www.illesbalears.es. Schön übersichtlich ist auch die kommerzielle Internetseite www.mallorca.de. Für Kulturliebhaber empfiehlt sich die offizielle Kulturseite der Balearen www.balearsculturaltour.es.
Anreise und Transport
Mallorca ist so ein beliebtes Reiseziel, dass es von den meisten Fluggesellschaften angeboten wird. Der Flug bis zum internationalen Flughafen Son Sant Joan dauert circa zwei bis drei Stunden, je nach Abflugort. Alternativ ist aber auch die nicht ganz billige Anreise mit dem Schiff möglich. Von Barcelona dauert die Überfahrt nach Palma je nach Fähre vier oder acht Stunden. Für Urlauber ohne eigenes Auto ist immer ein Platz auf der Fähre der Gesellschaft Trasmediterránea www.trasmediterranea.es frei. Wer mit dem Auto übersetzt, sollte jedoch vorab buchen.