Preikestolen in Norwegen Mission: Possible über dem Fjord

So wie Tom Cruise will wohl niemand über einem norwegischen Fjord hängen: festgeklammert an einem Felsen, Hunderte Meter über dem Wasser. Szenen des neuen "Mission: Impossible"-Films wurden am Preikestolen gedreht

Carina Johansen/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Wieder mal wird Tom Cruise alias Ethan Hunt gejagt und jagt selbst, springt über Dächer, hängt an Helikoptern und rast gegen Lastwagen. In seinem neuen Actionfilm "Mission: Impossible - Fallout", der am 2. August in Deutschland startet, hat er sich einen besonders spektakulären Abgrund ausgesucht: den über dem Lysefjord.

Genau 604 Meter geht es vom Preikestolen in der Senkrechten hinunter zum Fjord an der norwegischen Küste. Der Felsen ist ein beliebtes Ausflugsziel in der Nähe des Ortes Forsand, die waagerechte, 25 Meter mal 25 Meter große Fläche bricht abrupt ab - nichts für Menschen mit Höhenangst. Cruise scheint - natürlich - bei seinem Stunt davon nicht geplagt zu sein.

Das Filmteam verbrachte im vergangenen Herbst neun Tage an dem Felsen, um eine der Schlussszenen des sechsten Fortsetzungsfilms hier zu drehen. Geplant war eigentlich ein Dreh im September, aber Cruise brach sich bei einem Stunt auf einem Dach in London seinen Knöchel. Die Dreharbeiten in Norwegen mussten um fünf Wochen verschoben werden, der Preikestolen war an drei Novembertagen für Wanderer gesperrt.

Dafür aber gab es am Mittwochabend eine Preview hoch über dem Lysefjord - zwei Tage bevor der Film in Norwegen startet. Die 1500 Tickets waren in 20 Minuten ausverkauft. Hier sind die Fotos von der Veranstaltung:

Fotostrecke

13  Bilder
Wanderung zum Preikestolen: Mission: Possible

"Wir hoffen, dass es einen netten Werbeeffekt für den Preikestolen sowie für die Umgebung haben wird", sagte Audun Rake, CEO der Stifung Preikestolen, im vergangenen Herbst über die Co-Starrolle des Felsens. Dafür erhält die Produktion vom Norwegischen Filminstitut eine Unterstützung von etwa 6,3 Millionen Kronen (umgerechnet etwa 660.000 Euro). Verdoppeln werde sich die Zahl der Wanderer aber nicht, sagt Rake, "das wäre sowieso nicht wünschenswert".

Denn schon jetzt ist der Andrang im Sommer groß - die Wanderung hinauf eine der bekanntesten Norwegens: Etwa 300.000 Menschen werden den Preikestolen voraussichtlich in diesem Jahr besuchen und ihre Selfies machen. Auch mit Touristenbussen werden sie von Stavanger aus zum Ausgangspunkt gebracht.

Wer dort oben seine Ruhe haben will, so die Empfehlung, sollte schon am frühen Morgen aufbrechen und den Sonnenaufgang mit Blick über den Fjord genießen. Die Acht-Kilometer-Wanderung zum Aussichtspunkt und zurück dauert etwa vier Stunden und wird als mittelschwer eingestuft.

abl

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insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
toninotorino 02.08.2018
1.
Ich kann es kaum glauben, das auf dem Weg zum Preikestolen mittlerweile so ein Andrang herrscht. Als ich mir den Fels vor vielen Jahren angesehen habe, waren da vielleicht insgesamt 50 - 60 Leute unterwegs. Oben kampierten noch einige und haben den Ausblick genossen. Der Weg zum Plateau hat mich mehr begeistert. Fantastische Landschaft und ein Weg, der immer wieder von Geröll und Felsbrocken unterbrochen wurde, die für sportlich Veranlagte leicht überwunden, anderen einige Mühe bereiteten. Direkt an die Felskannte habe ich mich nicht gewagt, weil ich nicht schwindefrei bin. Aber das muss man auch nicht, man hat trotzdem einen fantastischen Ausblick. Soweit ich mitbekommen habe, soll der Weg hinauf in den nächsten Jahren planiert werden. Oben soll ein Wellnesshotel mit Panoramablick gebaut werden und eine Edeldisko. DJ Bobo hat schon sein Interesse signalisiert, dort aufzutreten.
lotharbongartz 03.08.2018
2. Neuseeland
Auch hier in Neuseeland wurden spektakuläre Aussenaufnahmen gedreht: https://www.stuff.co.nz/entertainment/film/105911943/Mission-Impossible-Fallout-Behind-the-scenes-of-how-New-Zealand-got-Tom-Cruise-and-THAT-helicopter-stunt
stmnoreg 03.08.2018
3. Dauertourismus
Ich arbeite seit einigen Jahren in der Zeit der norwegischen "Fellesferie" (deutsch: Gemeinschaftsferien), also von etwa Mitte Juni bis Mitte August in Einer Touristinformation in Südnorwegen. Am Tag muss ich dutzende Anfragen zum Preikestølen beantworten. Die wundervolle Aussicht aus immerhin 600 m Höhe über dem Lysebotn reizt natürlich. Dazu kommt, dass hier nichts abgezäunt ist, also an die Kante ran ist nicht für schwache Nerven! Die Anwohner der Region sind vom Touristenansturm allerdings schwer genervt. Das kann man hier auch immer wieder in der Presse lesen. Leider benehmen sich nicht alle wirklich so, wie es sich für einen Gast gehört, das führt natürlich zu Verstimmungen. Unter dem Bild Nummer 8 steht der Satz, dass es in Norwegen keine Rekordtemperaturen hat wie in Deutschland. Stimmt so aber erst seit dem 1. August. Hier in Südnorwegen haben wir den heissesten Sommer seit 70 Jahren. In der Agder Region hat es seit Anfang Mai nicht nennenswert geregnet. Mit Dauertemperaturen von rund 30 Grad sind wir hier gut bedient. Inzwischen hatten wir hier so viele Waldbrände, dass man nun ein absolutes Feuer und Grillverbot verhängt hat. Alle Wasserstände, auch der des Lysebotn, sind deutlich unter dem Sollniveau.
spon-facebook-1621251159 03.08.2018
4. Werbeeffekt?
Mit dem Werbeeffekt wird das allerdings nicht viel. Die Szene ist in Norwegen gedreht worden, spielt im Film aber im Himalaya! Der norwegische Turistenverband fühlt sich jedenfalls ganz schön geleimt.
hisch88 03.08.2018
5.
Im Leben nicht wird sich Tom Cruise an irgendeinen Fels klammern. Wenn man seine Hände anschaut liegen die flach auf. Das Bild (Film) wurde horizontal gedreht. Ansonsten sind hier Doubles am klettern. Ich geh mal davon aus dass Tom Cruise nicht mal ne Leiter hoch geht ohne Double.
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