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Naturwunder Nordlicht: Showtime am Nachthimmel

Von Gunter Reichert

Mit diesem Spektakel kann keine hochmoderne Lichtinstallation mithalten: Das Nordlicht auf den Lofoten ist eines der grandiosesten Naturphänomene der Erde. Besucher nehmen dafür extreme Nachtkälte und düstere Tage auf sich - von den Einheimischen ernten sie wenig Verständnis.

Nordlicht auf den Lofoten: Gemälde am Himmel Fotos
Gabi Reichert

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Die Norweger sind ein pragmatisches Volk. "Wenn das Nordlicht kommt, wird's wieder kalt", klagen sie auf den Lofoten manchmal. Denn das einzigartige Naturphänomen ist nur in klaren Nächten zu beobachten, und da kühlt es naturgemäß stark ab. Wer seit Jahrzehnten Arbeit und Alltag auf den Inseln in Norwegens Norden bestreitet, für den ist das Himmelsleuchten kaum mehr ein Grund zur Aufregung als ein netter Regenbogen bei uns.

Für Besucher ist ein solcher Gleichmut schwer zu begreifen. Wer in den Wintermonaten anreist, nimmt die enorme Kälte nur deshalb in Kauf, um ein paarmal das Nordlicht zu erleben. Um das Himmelsspektakel nicht zu verpassen, stecken die Touristen andauernd die Nase vor die Tür und observieren den Nachthimmel. Sie prüfen, ob die Wolken sich verzogen haben und sich etwas Grünliches vor den Sternen abzeichnet. Wird eine Nordlichtsichtung gemeldet, schwärmen sie mit ihren Kameras und Stativen aus ihren Unterkünften, suchen sich ein Plätzchen mit freier Sicht nach oben und legen den Kopf in den Nacken.

Das besondere Schauspiel entsteht, wenn geladene Teilchen des Sonnenwindes auf die äußeren Schichten der Erdatmosphäre treffen. Die Farbe des Lichts richtet sich nach der Art der Teilchen: Sauerstoffatome erzeugen in 100 Kilometer Höhe grünes Licht, in 200 Kilometer Höhe dagegen rotes Licht.

In Hov auf der Lofoteninsel Vestvågøy verwandelt sich das Clubhaus des ortsansässigen Golfvereins im Winter in das Northern Light Base Camp. Rodrigo und Cristina aus Spanien haben sich ein Jahr Auszeit von Beruf und Heimat genommen. Das Paar ist seit September 2010 als "working guest" auf den Lofoten.

Sie leiten jetzt das Base Camp und bieten allerlei Aktivitäten rund um das Nordlicht an. Als sie die Zusage für den Job bekamen, kannten sie nur die ungefähre geografische Lage der Inselgruppe. Nur eine Woche später waren sie zum ersten Mal auf den Lofoten.

Kaum Sonne im Dezember und Januar

Nicht nur das Nordlicht hat es ihnen angetan, Rodrigo liebt die Lofotenberge, die ansatzlos von Meereshöhe auf 1000 Meter Höhe aufsteigen, und Cristina war fasziniert von der dunklen, sonnenlosen Zeit im Dezember und Januar, in der tagsüber über Stunden eine unwirkliche Sonnenuntergangsstimmung herrscht. Ihre Begeisterung stößt bei den Einheimischen auf wenig Verständnis. "Die Norweger halten uns für verrückt. Sie konnten verstehen, dass man im Winter Urlaub in Spanien macht, aber nicht, dass sich Spanier im Winter hier freiwillig und über Monate hinweg einquartieren."

Doch einige Inselbewohner haben sich die Fähigkeit zum Staunen bewahrt. Bei Nordlichtalarm werfen sie sich spät abends wie die Touristen in ihre Winterkluft und treten hinaus in die eiskalte Luft.

Die beste Zeit, um das farbenprächtige Naturschauspiel zu erleben, sind die besonders schneereichen Monate Februar und März. Doch selbst dann erstrahlt nicht jede Nacht der Himmel - ein bisschen Glück und ein klarer Himmel sind wichtige Voraussetzung.

Will man wissen, wann die Chancen besonders gut stehen, fragt man am besten Rob. Der Spezialist für elektronische Messgeräte betreibt mit seiner Frau Terese in Laukvik seit einigen Jahren das Polarlightcenter. Hier hat er seinen Jugendtraum verwirklicht. Rob scannt mit seinem Messgerätepark das gesamte Radiowellenspektrum, hält regelmäßig Vorträge über das Phänomen Nordlicht und empfängt gerne Interessierte in seinem Zentrum.

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