Grünes Paris Eiffelturm produziert Windenergie

Paris setzt auf Ökostrom. Selbst der Eiffelturm muss grüner werden. Zwei Windturbinen fangen auf 100 Meter Höhe den Wind ein und produzieren 10.000 Kilowattstunden Energie jährlich - genug für den Betrieb der ersten Etage.

UGE

Paris - Von außen sind sie unauffällig, schließlich soll sich Gustav Eiffels stählernes Gesamtkunstwerk optisch nicht verändern. Doch die symbolische Wirkung der zwei vertikalen Turbinen soll groß sein.
Die neuen nachhaltigen Kleinwindanlagen drehen sich von nun an über der zweiten Etage des Eiffelturms, in 100 Meter Höhe. Sie fangen den Wind ein und produzieren daraus jährlich 10.000 Kilowattstunden. Genug, um die erste Etage mit Ökostrom zu versorgen, die jedes Jahr von mehr als sieben Millionen Besuchern aufgesucht wird.

Das neue Kraftwerk stammt von Urban Green Energy (UGE) in New York, einem Hersteller, der auf Kleinanlagen spezialisiert ist. "Wenn Besucher aus aller Welt die Windturbine hier sehen, sind wir einen Schritt näher dran an einer Welt, die mit sauberer und zuverlässiger Energie gespeist wird", sagt Nick Blitterswyk, Geschäftsführer von UGE.

Die zwei Kleinwindanlagen sind nicht die einzige Neuerung am berühmten Turm; die eiserne Dame wurde rundum ökologisch aufgerüstet, mit LED-Lichtern, Solarzellen, einem Regenwasserauffangsystem und Wärmepumpen.

Die Windkraftwerke am Wahrzeichen sind Teil des ehrgeizigen Klimaschutzplans der Stadt. Bis 2050 will die französische Hauptstadt Treibhausgas-Emissionen um 75 Prozent senken. Außerdem soll der Atomstrom-Anteil, der in Frankreich noch bei 75 Prozent liegt, bis 2025 halbiert werden, zugunsten von erneuerbaren Energien. Die neuen Windturbinen sind gleichzeitig auch ein Signal an die Uno-Klimakonferenz, die Ende 2015 in Paris tagt.

beh

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