Paradores-Hotels in Spanien: Im Garten der Alhambra

Die Paradores sind in Spaniens schönsten Bauten untergebracht - in Burgen und Adelspalästen, Klöstern und Stadtpalais. Die Hotelkette in staatlicher Hand will Touristen in ländliche Regionen locken, doch auch in der Alhambra von Granada und in Córdoba sind historische Schätze für Gäste geöffnet.

Spaniens Paradores: Wohnen in Burgen und Palästen Fotos
SRT/ Fabian v. Poser

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Aus den Gärten der Alhambra weht sanfter Blütenduft herüber. Blau, orange- und lilafarben leuchten die Beete. Jasmin, Rosen und Jacarandas strahlen um die Wette. Im Garten schwirren Bienen, verbreiten Orangen- und Zitronenbäume ihren zarten Duft. In einem kleinen Teich spiegelt sich die goldgelbe Fassade der Alhambra wider, werfen die Palmen fransige Schatten. Hoch über den Mauern erhebt sich majestätisch die schneebedeckte Silhouette der Sierra Nevada.

Der Parador de Granada, untergebracht in den Mauern der weltberühmten Maurenfestung Alhambra, zählt zu den schönsten Unterkünften Spaniens. Doch er ist längst nicht das einzige Traumhotel des Landes. 93 Burgen und mittelalterliche Adelspaläste, Klöster und Stadtpalais hat die spanische Regierung zu komfortablen Hotels ausgebaut, die sogenannten Paradores Nacionales.

Die Paradores (wörtlich Herbergen) liegen überwiegend in der Nähe historischer Anlagen oder in landschaftlich reizvoller Umgebung. Zu den beliebtesten gehören der Parador auf dem Areal der Alhambra in Granada sowie die wunderschönen Stadt-Paradores in Córdoba, Cuenca, Ronda, Salamanca, Toledo, Trujillo und der Parador von Alcañiz in der Provinz Teruel.

"Qualität, Herzlichkeit und Legende"

"Calidad, amabilidad, leyenda - desde 1928" steht auf den schweren Messingtafeln am Eingang zu jedem Parador. Qualität, Herzlichkeit, Legende - seit 1928. Die Idee zu den stilvollen Unterkünften geht auf das Jahr 1926 zurück, als man in Spanien einen "königlichen Kommissar für Tourismus" ernannte, den Marqués de Vega Inclán. Dieser machte seiner Majestät König Alfons XIII. den Vorschlag, die armen, landschaftlich jedoch reizvollen Regionen Spaniens mit einem Programm staatlicher Hotels zu fördern, die man in der Vielzahl historisch und architektonisch bedeutsamer Bauwerke unterbringen könnte. Die Paradores waren geboren.

Heute verfolgt die spanische Regierung mit den historischen Unterkünften ein Konzept, das doppelten Nutzen hat: Einerseits fließt Geld für die teure Pflege der alten Gemäuer in die Staatskasse. Ständig werden Paradores renoviert. So hat zum Beispiel der Parador in Cáceres in der Extremadura erst im April nach einer Komplettrenovierung seine Pforten wieder geöffnet. Andererseits machen die edlen Herbergen ländliche, wenig besuchte Gebiete für Reisende attraktiv.

Außer den historischen Paradores gibt es mittlerweile auch einige Zweckbauten, meist als Badehotels an den Küsten wie zum Beispiel den Parador in Jávea an der Costa Blanca. Allen Häusern gemeinsam ist der solide, bisweilen ausgezeichnete Standard. Wie normale Hotels sind die Paradores klassifiziert - mit drei, vier oder fünf Sternen. Fast alle der stilvoll eingerichteten Zimmer bieten WC, Dusche, Fernseher und Minibar. Die meisten Anlagen verfügen über Restaurant und Bar, viele haben auch einen Swimmingpool.

"Goldene Tage" für Senioren

Eine Übernachtung im Doppelzimmer kostet je nach Saison zwischen 70 und 200 Euro pro Person im Doppelzimmer mit Frühstück. Um die Buchungen besser über die unterschiedlichen Paradores zu verteilen, hat die spanische Regierung eine Reihe attraktiver Sonderangebote aufgelegt. Da ist zum Beispiel die Fünf-Nächte-Karte, die fünf Übernachtungen in verschiedenen Paradores zu einem festen Preis von 265 Euro pro Person im Doppelzimmer (Frühstück zubuchbar) ermöglicht.

Die Sonderaktion "Zwei Nächte" gewährt Gästen einen Rabatt von 20 Prozent auf den Listenpreis aller Zimmertypen bei zwei oder mehr aufeinander folgenden Übernachtungen in ein und demselben Parador bei Halbpension. Die Menüs und Getränke sind im Preis allerdings noch nicht inbegriffen. Die Voucher gelten in einigen Häusern außerdem nur in der Nebensaison.

Für Senioren gibt es die "días dorados" (goldene Tage): Wer mehr als 55 Jahre alt ist, der erhält auf Standardzimmer 30 Prozent Ermäßigung für Aufenthalte mit Übernachtung und Frühstück. Wenn ein Begleiter das Zimmer teilt, erhält er den gleichen Nachlass, auch wenn er jünger ist als 55. Das Angebot gilt ganzjährig, ausgenommen sind die Tage um Neujahr.

Wer öfter in Paradores nächtigt, für den lohnt sich möglicherweise auch die Mitgliedschaft im Club "Amigos de Paradores" (Freunde der Paradores): Wie bei den Bonusprogrammen der internationalen Hotelketten und Fluggesellschaften werden dem Gast bei jedem Besuch Punkte gutgeschrieben. Ab einer bestimmten Punktezahl bekommt er eine Übernachtung gratis. Außerdem erhalten Mitglieder bei jedem Besuch einen Welcome-Drink, eine kostenlose Garage und zahlreiche weitere attraktive Sonderofferten.

Fabian von Poser, srt

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1. Ein fehlender Punkt
tepchen 14.08.2011
Es sollte gerade für deutsche Interessenten an Paradores darauf hingwiesen werden, das in sämtlichen Paradores Haustiere strengstens verboten sind.
2. ...
phboerker 14.08.2011
In den Paradores kann man einiges erleben. So war ich doch stark verwundert, als in Plasencia des abends zwei Zimmermädchen an der Tür klingelten und erklärten, dass sie kämen, um uns "das Bett zu öffnen". Ich hatte nicht den blassesten Dunst, was das heißen sollte, ließ sie aber ein. Sie gingen tatsächlich zum Bett, schlugen die untergesteckte Decke auf, legten jeweils ein Päckchen mit Süßigkeiten auf die Kopfkissen und verabschiedeten sich wieder. In Ciudad Rodrigo haben wir um eine Toilettenbürste gebeten. Man beschied uns, dass derlei nicht zur Zimmerausstattung gehöre, weil sich empfindliche Gäste daran stören könnten. Da uns unsere natürlichen Hinterlassenschaften sehr viel unangenehmer waren als der Anblick einer Toilettenbürste, haben wir schließlich selbst eine für 1€ angeschafft. Man sollte meinen, dass das bei den Übernachtungspreisen im Budget möglich sein sollte. Ansonsten dringend erwähnenswert ist die Küche der Paradores, die jeweils für die Region typische Spezialitäten anbietet.
3. für einen Euro
janne2109 14.08.2011
Zitat von phboerkerIn den Paradores kann man einiges erleben. So war ich doch stark verwundert, als in Plasencia des abends zwei Zimmermädchen an der Tür klingelten und erklärten, dass sie kämen, um uns "das Bett zu öffnen". Ich hatte nicht den blassesten Dunst, was das heißen sollte, ließ sie aber ein. Sie gingen tatsächlich zum Bett, schlugen die untergesteckte Decke auf, legten jeweils ein Päckchen mit Süßigkeiten auf die Kopfkissen und verabschiedeten sich wieder. In Ciudad Rodrigo haben wir um eine Toilettenbürste gebeten. Man beschied uns, dass derlei nicht zur Zimmerausstattung gehöre, weil sich empfindliche Gäste daran stören könnten. Da uns unsere natürlichen Hinterlassenschaften sehr viel unangenehmer waren als der Anblick einer Toilettenbürste, haben wir schließlich selbst eine für 1€ angeschafft. Man sollte meinen, dass das bei den Übernachtungspreisen im Budget möglich sein sollte. Ansonsten dringend erwähnenswert ist die Küche der Paradores, die jeweils für die Region typische Spezialitäten anbietet.
da muss ich hin- wo gibt es sonst Klobürsten für einen Euro! "Bett öffnen" einen kleinen Betthupfer auf das Bett legen ist eigentlich in guten Hotels üblich. Was ist daran erstaunlich?
4. ...
phboerker 14.08.2011
Zitat von janne2109da muss ich hin- wo gibt es sonst Klobürsten für einen Euro!
In jedem zweiten 1-Euro-Shop (in Spanien gerne noch "Todo a cien" genannt). Wir reden schon vom selben (Betthupferl vs. die Decke zurückschlagen)? Ich habe in einer ganze Menge anderer Paradores jedenfalls nie wieder elebt, dass das Personal kam, um die Decke umzuschlagen. Ansonsten treibe ich mich vermutlich zuwenig in Luxushotels herum.
5. ......Schweinebeine in O-Porto-Sauce!!
hans a. plast 14.08.2011
Zitat von phboerkerIn den Paradores kann man einiges erleben. So war ich doch stark verwundert, als in Plasencia des abends zwei Zimmermädchen an der Tür klingelten und erklärten, dass sie kämen, um uns "das Bett zu öffnen". Ich hatte nicht den blassesten Dunst, was das heißen sollte, ließ sie aber ein. Sie gingen tatsächlich zum Bett, schlugen die untergesteckte Decke auf, legten jeweils ein Päckchen mit Süßigkeiten auf die Kopfkissen und verabschiedeten sich wieder. In Ciudad Rodrigo haben wir um eine Toilettenbürste gebeten. Man beschied uns, dass derlei nicht zur Zimmerausstattung gehöre, weil sich empfindliche Gäste daran stören könnten. Da uns unsere natürlichen Hinterlassenschaften sehr viel unangenehmer waren als der Anblick einer Toilettenbürste, haben wir schließlich selbst eine für 1€ angeschafft. Man sollte meinen, dass das bei den Übernachtungspreisen im Budget möglich sein sollte. Ansonsten dringend erwähnenswert ist die Küche der Paradores, die jeweils für die Region typische Spezialitäten anbietet.
---------- diese Erfahrungen muss ich mal weitergeben, der Effekt Lejia oder Amoniak laesst gruessen. Spass beiseite, auch in Spanien sind natuerlich die regionalen Masstaebe manchmal sehr rustikal, España profunda sozusagen. Die alten Palacios werden in der Regel sehr aufwendig re- konstruiert und auf den Stand der Technik gebracht, mit viel Liebe (und Auflagen) zum Detail. Die Parador Hotels sind neben den anderen etablierten Ketten auch fuer Spanier erste Wahl. Gute Reise! MfG
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Paradores in Spanien
Buchung
Offizielle Vertretung der spanischen Paradores: Ibero Tours Immermannstr. 23 40210 Düsseldorf Tel. 0211/86415-20 iberotours@ibero.com www.paradores.de Als offizielle Paradores-Vertretung in Deutschland widmet der Reiseveranstalter den spanischen Paradores einen eigenen Katalog. Auf 44 Seiten finden sich alle 93 Häuser der staatlichen Hotelkette. Ibero Tours bietet auch Pauschalarrangements mit Flug, Mietwagen und Übernachtung an. Detaillierte Informationen zu den einzelnen Häusern in spanischer, englischer und deutscher Sprache finden sich auch im Internet unter www.parador.es.
Literaturtipp
Wolfgang Abel: "Spaniens Paradores - besondere Hotels, Extratouren, Landpartien", Oase Verlag Badenweiler, 24,80 Euro

Bevölkerung: 46,196 Mio.

Fläche: 505.988 km²

Hauptstadt: Madrid

Staatsoberhaupt:
König Felipe VI.

Regierungschef: Mariano Rajoy

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