Verkehr Flüge zwischen Deutschland und Paris verkehren planmäßig

Die Terrorserie in Frankreich hat den deutsch-französischen Flug- und Bahnverkehr bislang kaum beeinträchtigt. Laut Lufthansa, Air Berlin und Germanwings konnten die Flüge nach Paris planmäßig starten. Anders sieht es in England und den Niederlanden aus.

Flugreisende auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle: "Planmäßig"
DPA

Flugreisende auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle: "Planmäßig"


Die Terrorserie in Paris hat nach Angaben von Fluggesellschaften, Deutscher Bahn und Busunternehmen bisher keine Auswirkungen auf den Verkehr von Deutschland in die französische Hauptstadt. "Alle Flüge sind planmäßig vorgesehen", sagte ein Lufthansa-Sprecher in Berlin.

Ob die Anschläge mit mindestens 120 Toten und etwa 180 Verletzten Folgen für den Flugbetrieb haben könnten, hänge davon ab, welche konkreten Maßnahmen die französischen Behörden noch ergreifen würden. Präsident Francois Hollande hat landesweit den Ausnahmezustand verhängt, inklusive Grenzkontrollen: An den Flughäfen müssen sich einreisende EU-Bürger ausweisen, so wie in den Zeiten vor dem Schengenabkommen.

Lufthansa bietet samstags 18 Flüge zwischen München oder Frankfurt und Paris an. Auch bei Germanwings sollte der Betrieb einem Sprecher zufolge normal laufen. Ein morgendlicher Flug von Düsseldorf nach Paris verspätete sich, weil sich mindestens ein Besatzungsmitglied krankgemeldet habe - aus welchen Gründen, sei nicht bekannt.

Bei Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft Air Berlin blieben die Planungen zunächst unverändert. Am Samstagmorgen seien zwei Verbindungen von Berlin nach Paris und von Paris nach Wien wie üblich bedient worden, sagte eine Sprecherin. Weitere Flüge auf diesen Strecken stünden erst am Sonntagabend wieder an. Man stehe in engem Kontakt zu den Behörden und beobachte die Sicherheitslage.

Der Verkehr der Deutschen Bahn nach Frankreich wurde ebenfalls nicht eingeschränkt. "Alle Züge von und nach Frankreich verkehren ganz normal", berichtete eine Konzernsprecherin. Dies gelte auch für Paris, dorthin bietet die Bahn etwa ab Frankfurt am Main eine Direktverbindung an. Nach Darstellung des Unternehmens lief auch der Zugverkehr zwischen Baden-Württemberg und Frankreich nach Plan.

Fahrgästen, die ihre Fahrt nach Paris an diesem Wochenende nicht antreten möchten, bot die Bahn eine kostenlose Rückgabe oder den Umtausch von Fahrkarten für Samstag und Sonntag an.

Die Busse des größten deutschen Fernbusanbieters MeinFernbus/Flixbus fuhren am Samstag weiter ins Nachbarland. Die Haltestelle in der französischen Hauptstadt werde normal angefahren, sagte ein Sprecher. Fahrgäste mit Tickets nach Paris könnten wegen der aktuellen Lage derzeit aber kostenfrei von ihrer Reise zurücktreten. MeinFernbus/Flixbus verkehrt von Deutschland aus auf zwölf Linien mehrmals am Tag nach Paris. Kunden, die Paris verlassen wollen, könnten zunächst davon ausgehen, dass ihr Bus wie geplant fahre, hieß es. Es könne jedoch zu Verspätungen durch Kontrollen kommen.

In den europäischen Nachbarländern England und Niederlande gab es hingegen Störfälle: Auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol wurde ein Passagierflugzeug der Air France kurz vor dem Start nach Paris wegen einer Drohung gestoppt. Die Maschine sei von Sicherheitskräften durchsucht worden, berichtete die niederländische Nachrichtenagentur ANP. Zuvor hätten alle Passagiere den Airbus verlassen müssen. Über das Ergebnis der Durchsuchung wurde zunächst nichts mitgeteilt.

Am Londoner Flughafen Gatwick wurde nach dem Fund eines verdächtigen Gepäckstücks ein Terminal geräumt. Ein Mann, der das Gepäckstück abgestellt habe, sei festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Sprengstoffexperten seien vor Ort, hieß es weiter. Noch sei es zu früh, Angaben zum Inhalt des Gepäckstücks zu machen, sagte Polizeisprecher Nick May: "Vor dem Hintergrund der Ereignisse in Paris gibt es eine erhöhte Aufmerksamkeit für solche Zwischenfälle."

bka/dpa

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