Puerto Portals: Mallorcas edelster Yachthafen

Von Helge Sobik

Treffpunkt der Hollywood-Stars und Ölmilliardäre: Viele der Yachtbesitzer, die in Puerto Portals auf Mallorca anlegen, gehören zur weltweiten A-Prominenz. Beliebt ist der Ort bei Paparazzi und Promi-Guckern - die müssen manchmal gut aufpassen, um besonders berühmte Besucher nicht zu übersehen.

Puerto Portals: Mallorcas Jetset-Treffpunkt Fotos
Helge Sobik

Manchmal machen Gerhard Schwaigers Kellner ein paar Schritte mehr. Sie decken Tische außerhalb des Restaurants ein und balancieren dann auf ihren Tabletts Seewolf in Salzkruste mit Blattspinat und Ravioli mit Sóller-Gamba quer über die Promenade. Weil wieder jemand mit seiner 30-Meter-Yacht am Liegeplatz direkt vorm Sterne-Restaurant "Tristan" im Luxushafen Puerto Portals festgemacht hat, der sich an Bord bedienen lässt.

Für Schwaiger, lange Zeit mit zwei Michelin-Sternen der höchstdekorierte Koch der Insel, und sein Team ist das normal. Manche Bootseigner ringen um den Liegeplatz direkt vor der Edel-Gaststätte mit dem hohen Promifaktor und dem besonderen Außer-Haus-Service. Wegen des Seewolfs, der Gamba-Ravioli, wegen Rebhuhn im Kartoffelmantel und Felsenrotbarbe mit Champagner-Fenchel. Und natürlich, weil alle schauen - sogar die Leute im eigentlichen Restaurant.

Die hier übliche Klientel hat kein Problem damit, dass das achtgängige Gourmet-Tapas-Menü 157 Euro kostet und die mit Svarowski-Kristallen besetzte Dreiviertelliterflasche Mineralwasser mit mehr als achtzig Euro zu Buche schlägt. Und dass Hafenkapitän José Eraso im Sommer rund 350 Euro pro Nacht für den Liegeplatz eines 30-Meter-Bootes berechnet - plus Mehrwertsteuer. All das ist egal, Peanuts sozusagen, wenn das Schiff zehn Millionen gekostet hat - und wenn man es endlich geschafft hat, einen der begehrten Liegeplätze in Puerto Portals zu ergattern.

Liegeplätze sind heiß begehrt

Der edelste von Mallorcas 41 Yachthäfen, ungefähr auf halbem Weg zwischen Palma und Andratx an der Südwestküste gelegen, rangiert gleichauf mit Marbella und Monte Carlo, mit Saint-Tropez und Puerto Cervo. Die fast 700 Liegeplätze sind heiß begehrt und werden lange im Voraus gebucht.

José Eraso tut trotzdem auch bei kurzfristigen Anfragen, was er kann - "erst recht bei langjährigen Freunden unseres Hafens", die es ausnahmsweise versäumt haben, sich rechtzeitig anzumelden. "Meistens", sagt er, "bekomme ich eine 40-Meter-Yacht immer noch irgendwo unter. Und gerade im Sommer ist viel Bewegung. Da sind viele unserer Kunden auf dem Wasser, ankern irgendwo zwischen den Inseln oder kreuzen vor der Küste Südfrankreichs."

Tatsächlich lebt sein Geschäft davon, dass die Ganzjahresmieter im Sommer auf dem Mittelmeer kreuzen und auch mal länger in türkischen oder kroatischen Häfen festmachen. Dann kann er die freien Plätze in Puerto Portals an andere vergeben, die Wind, Wetter und Ferienlaune in balearische Gewässer geführt hat.

Mehr als 14.000 Liegeplätze gibt es auf Mallorca: "Es sind genug Boote unterwegs für jeden Hafen auf der Insel. Alle kommen sie auf ihre Kosten. Und gleichzeitig findet jeder Eigner den idealen Liegeplatz für seine Bedürfnisse", befindet Eraso, dessen Büro in einem Turm mit bestem Blick über sein Hoheitsgebiet untergebracht ist - und dessen Papierkorb aus einem umgearbeiteten Mast-Segment von seinem letzten Transatlantik-Segelboot besteht.

Reisebusfreie Zone

Wie sich der breitschultrige Mann mit dem silbernen Schnurrbart und den goldenen Knöpfen am Sakko den Erfolg gerade seines Hafens erklärt? "Wahrscheinlich liegt das an der Lage abseits der Stadt, weit weg von lauten Hauptverkehrsstraßen und trotzdem in relativer Autobahnnähe. Dazu kommt das Ambiente mit guten Restaurants edlen Boutiquen - und die Tatsache, dass wir keine Busse aufs Gelände lassen."

Der gebürtige Galicier begegnet seinen immer reichen und häufig prominenten Gästen auf Augenhöhe. Er selbst hat in die königliche Familie eingeheiratet und geht schon mal mit Juan Carlos segeln. Eraso hat seit einem Vierteljahrhundert wesentlich Anteil daran, dass sich gerade dieser Hafen zur edelsten Adresse Mallorcas für Bootsbesitzer entwickelt hat.

Dabei mussten sich die Puerto-Portals-Investoren Anfang der achtziger Jahre noch Spott gefallen lassen. Zu verwegen, sogar irrational erschien es vielen, ausgerechnet hier in einen Yachthafen zu investieren: zu weit abseits von Palma, in einer Gegend, wo die Orte klein sind, niemand den Urlaub verbringt, allenfalls ein paar Insel-Hauptstädter ihre Ferienhäuser haben und das Land billig ist. Das Blatt hat sich seitdem gründlich gewendet.

Was er von Yachteignern hält, die gezielt nach dem Platz vorm "Tristan" fragen? Eraso zuckt mit den Schultern, als wollte er sagen: "Lasst sie doch, wenn sie meinen". Er schaut dann, was er tun kann.

Sein eigenes Boot liegt weit abseits, er würde damit nie zum Abendessen fahren, will lieber nicht von Passanten bestaunt werden. Zehnmal hat er den Atlantik überquert, einmal die Welt auf einem Segelboot umrundet. Den Mann kann so leicht nichts aus der Bahn werfen.

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insgesamt 11 Beiträge
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1. Promi-Guckern
heinrichp 07.09.2011
Zitat von sysopTreffpunkt der Hollywoodstars und Ölmilliardäre: Viele der Yachtbesitzer, die in Puerto Portals auf Mallorca anlegen, gehören zur weltweiten A-Prominenz. Beliebt ist der Ort bei Paparazzi und Promi-Guckern - die müssen manchmal gut aufpassen, um besonders berühmte Besucher nicht zu übersehen. http://www.spiegel.de/reise/europa/0,1518,784771,00.html
Da gehe ich doch lieber in den Wald und bewundere die Natur als mir all diese Yachtbesitzer anzuschauen, lach http://die-welt-der-reichen.over-blog.de/article-revolution-76581484.html
2. langweilig
janne2109 07.09.2011
1) ist der Promifaktor bei B äußerst langweilig und wirkliche A-People werden gar nicht erkannt und das ist gut 2) mußte ich erst nach dem Datum des Artikels schauen, denn der König nimmt schon lange sein Frühstück dort nicht mehr ein. 3) ist auch der Artikel so unwichtig wie ein Kropf
3. Eigentlich
Alzheimer, 07.09.2011
gehört dieser Artikel eher in ein Käseblättchen wie Bunte und Co..
4. soso
adazaurak 07.09.2011
schön das letzte Photo der Bilderstrecke, die Hühnerkäfige deren die sich krummbuckeln, damit die Verbrecher ihre Böotchen bekommen. Wäre doch mal einen Abstecher wert, Puerto Portals, und die Mollis nicht vergessen ;-)
5. Kaserne Kaserne
leloup717 07.09.2011
Eins muss man die Mallorciern lassen: Unangenehme Sauftouristen und unangenehme Geldtouristen werden geschickt kaserniert, ohne dass die Insel im übrigen Schaden nimmt
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