Reisetipps für Italien Kleine Orte, große Liebe

Piccolo, aber oho: Italiens Dörfer und Provinznester bringen die Deutschen zum Schwärmen. Hier verraten SPIEGEL-ONLINE-Leser ihre Favoriten zwischen den Alpen und Apulien.

Grzegorz Mielczarek

Santa Flavia auf Sizilien ist einer dieser Orte, in dem man sein Gemüse noch direkt vom Bauern kauft, der mit seinem motorisierten Dreirad vorfährt und die Ware in den vom Balkon heruntergelassenen Korb legt. Es ist einer dieser Orte, in denen abends die ganze Familie in die Pizzeria geht: von der Oma bis zum Kleinkind. Einer dieser Orte, in dem man kaum Touristen trifft - und der deshalb so authentisch wirkt.

So beschreibt es Leserin Britta Bohn, die unserem Aufruf gefolgt ist, einen ganz persönlichen Geheimtipp für Italiens Provinz zu geben. "Verraten Sie uns, welche Perlen Sie entdeckt haben", baten wir unsere Leser vor Kurzem - egal, ob einen trubeligen Marktplatz, ein verlassenes Dorf oder eine bröckelnde Ruine.

Die Rückmeldung darauf war überwältigend: Sofort war das Postfach geflutet mit unzähligen Reisetipps für Italiens schönste Dörfer. Die Liebe der Deutschen zum Land südlich der Alpen, sie ist groß - und das gilt nicht nur für Großstädte wie Rom, Florenz und Venedig.

Bergiges Hinterland, grüne Natur: Leser Michael Müller empfiehlt das Cilento in Kampanien. Es sei "eine Region, die zu Unrecht im Schatten der bekannteren Amalfi-Küste steht", schreibt er. "Orte wie Roccadaspide, die wie ein Adlerhorst über den Hügeln thronen, haben einen herrlich verratzten Charme."

Was ihm besonders gefallen hat: Die Region biete eine vergleichsweise hohe Zahl an biologisch und nachhaltig arbeitenden Betrieben - sowohl in der Hotellerie, als auch bei den Produzenten selbst. "Da die Uhren im Cilento etwas langsamer ticken, findet sich hier leicht ein Winzer oder Olivenölproduzent, der einen über die Schulter schauen oder bei der Ernte mithelfen lässt."

Fotostrecke

20  Bilder
Reisetipps für Italien: Bergdörfer, Badeorte, Hafennester

Ganz am anderen Ende des Landes, im nordöstlichen Zipfel Italiens, hat SPIEGEL-ONLINE-Leser Helmut Sagmeister einen wunderschönen Landstrich entdeckt: den Triestiner Karst. "Hier gibt es alte Steinhäuser, lebendige Dorfkultur und authentische Wirtshäuser mit Speisen die slowenisch, österreichisch und italienisch geprägt sind." Sein Tipp: "Sehr beliebt sind die Osmizze, das sind Straußenwirtschaften, die selbstgemachte Speisen anbieten - oft mit toller Aussicht auf das Meer."

Das authentische Italien

Als ein "kleines Juwel mitten im Nationalpark" beschreibt Leserin Cornelia Mentrup das Dorf Quarazzana in der nördlichen Toskana. "Die meisten der 17 Einwohner leben als Selbstversorger", schreibt sie. "Für mich als Stadtmensch sind im Dorf frei laufende Kühe und Esel immer wieder ein Hingucker" - und die Ruhe hier, fernab vom Alltag oder einer Internetverbindung, sei Erholung pur.

Wir haben noch viele weitere Zuschriften mit Reisetipps erhalten - so viele, dass wir hier nicht alle nennen können. Aber vielleicht verirren Sie sich ja ganz zufällig mal nach Perinaldo in Ligurien (Leser Olaf Brandt: "Die dortige Bäckerei ist wunderbar."). Oder in das toskanische Dorf Lari (Leserin Uta Hansen: "Kleine Gassen und Geschäfte und von der über dem Ort thronenden Burg blickt man weit über die Toskana - traumhaft.") Oder nach Laux, einem kleinen Waldenserdorf in den Tälern des Piemont (Leser Mathias Schuler: "Es eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt für Wanderungen.").

Noch mehr Anregungen für die nächste Italien-Reise? Klicken Sie sich durch die Fotostrecke!

jus

Mehr zum Thema
Newsletter
Die schönsten Reiseziele: Nah und Fern


insgesamt 21 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Ticki 05.05.2017
1. Was ist Italien?
Gut, ich weiß wo Italien liegt und war ein paarmal dort......vor langer Zeit, als es den Euro nicht gab. Und ich sah enge Straßen, heruntergekommene Städte, dreckige Strände und dann diese horrenden Liegestühlegebühren. Beim bezahlen im Restaurant kamen die Tränen, beim einkaufen sowieso. Was also nutzt einem ein schöner Strand, wenn man finanziell ausblutet? Dann doch lieber nach Asien, okay.......die schönen Orte findet man nicht so häufig, doch hier kann man sich seinen Urlaub noch leisten. Nie wieder Italien, nie wieder Europa und auch keinen Urlaub in Deutschland.
srkg 05.05.2017
2. Südpiemont
Weniger bekannt als Alba und die Provinz Cuneo ist das Südpiemont, sprich das Monferrato zwischen Nizza Monferrato und Acqui Terme. Ein etwas abgelegenes, aber sehr schön hergerichtetes Dorf mit fast nur alten Steinhäusern und wunderbarer Aussicht auf die Alpen (wir hatten Glück) ist Montabone, ein echtes Schmuckstück. Und es gibt sogar einen kleinen Laden mit typischen Spezialitäten (Super-Haselnüsse und Haselnusscreme) und großer Weinauswahl, in dem man sich auf dem Nachhauseweg noch mit Köstlichkeiten eindecken kann, damit der Abschied weniger schwer fällt.
upalatus 05.05.2017
3.
Zitat von TickiGut, ich weiß wo Italien liegt und war ein paarmal dort......vor langer Zeit, als es den Euro nicht gab. Und ich sah enge Straßen, heruntergekommene Städte, dreckige Strände und dann diese horrenden Liegestühlegebühren. Beim bezahlen im Restaurant kamen die Tränen, beim einkaufen sowieso. Was also nutzt einem ein schöner Strand, wenn man finanziell ausblutet? Dann doch lieber nach Asien, okay.......die schönen Orte findet man nicht so häufig, doch hier kann man sich seinen Urlaub noch leisten. Nie wieder Italien, nie wieder Europa und auch keinen Urlaub in Deutschland.
Es gibt Hoffnung. Bald wird der Mond touristisch erschlossen, Zusatzkosten nur für O2Flaschengebühr und Bleigewichte. Ein Schnapper und unschlagbare Alternative für den wählerischen und budgetbewussten Reisenden.
Gallus Lafayetti 05.05.2017
4. Schön
Aber saumässig teuer und kein Vergleich zu Spanien, Portugal oder Griechenland. Die Türkei ist für mich gestorben. Italien denkt es kann einen abzocken ohne Ende. Dreckige Strände, dreckige Orte, das Meer auch nicht unbedingt sauber. Ich verstehe wirklich nicht warum eineige immer noch dort hinfahren.
mostly_harmless 05.05.2017
5.
Zitat von TickiGut, ich weiß wo Italien liegt und war ein paarmal dort......vor langer Zeit, als es den Euro nicht gab. Und ich sah enge Straßen, heruntergekommene Städte, dreckige Strände und dann diese horrenden Liegestühlegebühren. Beim bezahlen im Restaurant kamen die Tränen, beim einkaufen sowieso. Was also nutzt einem ein schöner Strand, wenn man finanziell ausblutet? Dann doch lieber nach Asien, okay.......die schönen Orte findet man nicht so häufig, doch hier kann man sich seinen Urlaub noch leisten. Nie wieder Italien, nie wieder Europa und auch keinen Urlaub in Deutschland.
Tja. Der eine guckt sich in Florenz oder Rom die Wiege der europäischen Kultur an, der andere fliegt lieber mit dem Tripper-Clipper nach Bangkok
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.