Spanien ist schon lange bei Reiturlaubern gefragt. Im Vergleich zu Andalusien aber sind Ausritte auf Teneriffa sehr speziell. Hier reitet die Rittführerin Nicole Werner mit Gästen sogar auf einen Vulkan. Auf ihrer Finca Estrella nahe Icod de los Vinos auf der Nordseite der Insel leben acht Pferde im Offenstall mit Auslauf. "Das ist für Teneriffa ungewöhnlich, darben doch viele Pferde hier ein Leben lang in einem geschlossenen Stall ohne Koppel", sagt die Deutsche. Pferdefreundlichkeit ist für die 39-Jährige wichtig.
Im Westernsattel geht es den Berg hinauf durch einen ausgedehnten Wald aus Kanarischen Kiefern, Eukalyptus und Lorbeer. In den Ästen hängt Moos, so dass der Wald eine geheimnisvolle Atmosphäre bekommt. Mühelos gelangen die Pferde auf eine Höhe von 1400 Metern direkt zum Kegel des Vulcán Negro. Im Jahr 1706 verschüttete sein Ausbruch die Stadt Garachico. Herannahender Nebel weckt die Phantasie - und den Eindruck, als würde der erloschene Vulkan wieder aktiv.
Beim Ritt über die Lavafelder wähnt sich der Reiter fast auf dem Mond, so öde liegt die Landschaft mit den schwarzen Geröllhängen da. In der Ferne taucht der Gipfel des Teide auf, des mit 3718 Metern höchsten Bergs Spaniens. Doch plötzlich hat eine Wolke die Pferde und Reiter umhüllt - und der Teide, der "Herrscher" über die Kanareninsel, ist in Windeseile wieder verschwunden.
Daniela David, dpa
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