Schiefe-Türme-Duell Pisa gegen Suurhusen

Im Pisa-Vergleich liegt Deutschland auf Platz eins. Zumindest wenn es um schiefe Türme geht. Für die Gemeinde Suurhusen in Ostfriesland bedeutete das einen Eintrag im Guinnessbuch der Rekorde - trotzdem ist der Campanile in Pisa beliebter.

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Getty Images; Helmut Mudder

Schiefer Turm von Pisa Kirchturm von Suurhusen
Was?

Der Campanile von Pisa ist der berühmteste schiefe Turm der Welt mit einem Neigungswinkel von 3,97 Grad.
Was?

Laut Guinnessbuch schiefster Turm der Welt mit einem Neigungswinkel von 5,19 Grad.
Wo?

In Pisa, Toskana, etwa 90.000 Einwohner.
Wo?

In Suurhusen, Ostfriesland, etwa 1200 Einwohner.
Zieht Touristen an, weil:

... das Unesco-Welterbe aus Carrara-Marmor auf einem der schönsten Plätze der Welt steht und der Schwerkraft zu trotzen scheint.
Zieht Touristen an, weil:

... er zwar nur halb so hoch ist wie sein toskanischer Konkurrent, dafür aber schiefer. Mehr als 10.000 Besucher kommen jedes Jahr.
Liebesgrüße aus Suurhusen:

"Ich bitte Sie! Pisa! Längst aus dem Rennen." Frank Wessels, Pastor der evangelischen Gemeinde Suurhusen.
Liebesgrüße aus Pisa:

"Sie haben einen Turm mit mehr als 5 Grad Neigung? Dann stürzt er bald ein." Poalo Fontanelli, Oberbürgermeister von Pisa.
Risiken und Nebenwirkungen?

Die Einsturzgefahr soll inzwischen gebannt sein. Für mehr als 26 Millionen Euro wurde der Turm um ein paar Zentimeter geradegerückt.
Risiken und Nebenwirkungen?

Ein bisschen Nervenkitzel bleibt - obwohl das Fundament mit Beton und Stahl stabilisiert wurde, vergrößerte sich der Überhang zwischen 1996 und 2007 um vier Zentimeter.
Wen treffen Sie hier?

Sogenannte Pisa-Verlierer, das sind Touristen aus aller Welt, die mitten auf der Piazza dei Miracoli in seltsamen Posen die Arme von sich strecken. Auf dem Foto sieht das dann aus, als würden sie den Turm stützen.
Wen treffen Sie hier?

Rüstige Rentner. Als der Ort in den siebziger Jahren den maroden Kirchturm verfallen lassen wollte, griff eine Gruppe von Senioren selbst zum Werkzeug und rettete das heutige Wahrzeichen.
Warum jetzt hinfahren?

Im Winter ist der Touristenansturm nicht so groß.
Warum jetzt hinfahren?

Weil er noch steht.

sto



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