Stein- und Sandklau an Stränden "Nimm Fotos mit, nicht Kiesel"

Strände schwinden rund um die Welt wie Gletscher. Mal ist die Natur, mal die Industrie verantwortlich - und mancherorts auch Urlauber. Auf Skiathos bangen die Griechen jetzt um Kiesel am Kultstrand Lalaria.

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Der Sand wird knapp, die Strände schrumpfen - rund um die Welt kämpfen Küstenorte um deren Erhalt. Der Ursache des Schwindens: das Meer, die Natur. Aber auch Industrien, die Sand etwa zum Betonmischen verbrauchen. Und Touristen sammeln ebenfalls die Quarzkörner - je feiner, je heller, desto höher geschätzt.

Ebenso wird das Sammeln von Muscheln und besonders schönen Steinen zum Problem. Zurzeit wehren sich die Griechen auf der Sporaden-Insel Skiathos, die für ihre besonders schönen Strände bekannt ist, gegen das Kieselmopsen. Die rund geschliffenen, weißen, eiförmigen Steine am Strand Lalaria lassen das Wasser extra intensiv türkis schimmern - und sind besonders beliebte Souvenirs.

Zwar ist der extrem pittoreske Lalaria Beach nur zur Fuß oder per Boot zu erreichen, dennoch finden sich reichlich Besucher dort ein. Der Klau der ebenfalls "Lalaria" genannten Kiesel hat bereits solche Ausmaße angenommen, dass sich die Landschaft über die letzten zehn Jahre dramatisch verändert hat. Auch Einheimische nutzen die Steine, um etwa ihre Gärten zu verschönern.

Die örtlichen Behörden und Inselbewohner haben jetzt eine Kampagne gestartet. "Take pictures, not pebbles" steht auf Schildern am Strand und auf Postern, die an Bootstourenanbieter und Fischer verteilt wurden. Wer dennoch erwischt wird, drohen Strafen von 400 bis 1000 Euro.

"Sand stehlen verboten"

Insbesondere deutsche Urlauber auf Sardinien wurden erst vor Kurzem von der Bundesregierung ermahnt, vom Strandsammeln Abstand zu nehmen. "Touristen nehmen jedes Jahr tonnenweise Sand, Steine und Muscheln als Souvenir von der Insel mit", erklärte das Auswärtige Amt in Berlin via Twitter. Dies schade aber der Umwelt und sei per Gesetz auf der italienischen Insel verboten.

In Italien sind die Strafen dafür noch mal höher als in Griechenland: Sie könnten sich auf eine Summe zwischen 500 und 3000 Euro belaufen. "Lassen Sie den Sand also bitte da, wo er hingehört", hieß es in dem Aufruf, den die Deutsche Botschaft in Rom auch auf Italienisch veröffentlichte.

Beliebt ist zum Beispiel der weiße Sand am Strand Is Arutas im Westen der Insel. Dort stehen auch Schilder: "Vietato rubare la sabbia" - Sand stehlen verboten. Touristen werden dort auch häufiger kontrolliert, ob sie nicht doch ein paar Körnchen eingesteckt haben. An anderen Stränden sind zum Schutz des Sandes sogar Handtücher verboten, so zum Beispiel in La Pelosa im Norden der Insel.

abl/dpa



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