Skipass-Preise So teuer wird der Spaß auf dem Berg

Für Skifahrer wird der Winter nicht ganz billig. Um bis zu zwölf Prozent teurer als im vergangenen Jahr sind die aktuellen Skipässe. Am teuersten kommt man in der Schweiz auf den Berg, in Deutschland geht's teils noch günstig nach oben - wir zeigen wo.

SRT

Den ersten Schnee gab es in Deutschland schon vor einigen Tagen. Ob das ein gutes Omen ist für die bevorstehende Wintersportsaison? Sicher ist: Ganz billig wird sie zumindest für Skifahrer nicht.

Zur neuen Saison haben die Bergbahnen teils ordentlich die Preise erhöht - um durchschnittlich vier Prozent. Einzelne Liftgesellschaften leisteten sich sogar Aufschläge bis über zehn Prozent. Doch wo kostet das Skifahren was?

Die Preise für die gängigen Sechstagepässe in der Hochsaison in den großen Skirevieren der Alpen im Überblick - vom kostspieligsten Angebot (Zermatt) bis zum günstigsten (Oberbayern).

Matterhorn im Skigebiet Zermatt: Schön - aber auch schön teuer
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Matterhorn im Skigebiet Zermatt: Schön - aber auch schön teuer

Zermatt-Cervinia-Aostatal: Kostspieligstes Skigebiet der Saison

Für 385 Euro kann man in kleineren Skigebieten eine ganze Woche Skiurlaub mit allem Drum und Dran machen. In Zermatt-Cervinia-Aostatal, dem teuersten Skigebiet der Alpen, kostet allein der Sechstageskipass so viel.

Damit behaupten die Bergbahnen rund ums Matterhorn weiter ihren Spitzenplatz in der Hitliste der teuersten Pistenreviere in diesem Raum. Selbst der Skipass für Zermatt allein, der 317 Euro für sechs Tage kostet, ist noch teurer als jeder andere in Europa.

Dabei haben die Bergbahnen in Zermatt ihre Preise nur um 3,6 Prozent, im Vergleich also relativ wenig, erhöht. Damit liegen sie wie die meisten Schweizer Gebiete sogar unter dem alpenweiten Durchschnitt. Doch weil das Skifahren dort schon vorher sehr teuer war, bleibt das auch so.

Teilnehmer des Engadin Skimarathons: Piste mit hohem Preisniveau
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Teilnehmer des Engadin Skimarathons: Piste mit hohem Preisniveau

St. Moritz und die Quatre Vallées: Hohes Preisniveau

Auch die nächstteuren drei Skipässe der neuen Saison sind Schweizer: St. Moritz verlangt für seinen Engadin-Pass an sechs Tagen wie seit zwei Wintern weiter 304 Euro. In vielen Hotels am Ort ist er allerdings im Übernachtungspreis enthalten.

Es folgen die Quatre Vallées um Verbier (wie im Vorjahr 296 Euro) und Flims/Laax (Erhöhung um vier Euro auf 297 Euro).

Chamonix: Auch in Frankreich kosten die Skipässe in dieser Saison etwas mehr
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Chamonix: Auch in Frankreich kosten die Skipässe in dieser Saison etwas mehr

Chamonix, Trois Vallées, Les Arcs/La Plagne: Teure Franzosen

Relativ zurückhaltend zeigen sich in diesem Jahr auch die wichtigsten französischen Bergbahnen mit gerade mal ein bis zwei Prozent Aufschlag auf die Preise der Vorsaison. Doch auch hier war das Niveau vorher schon sehr hoch.

Chamonix verlangt für seinen Gebietsskipass Mont-Blanc Unlimited jetzt 285 Euro und verteidigt so Platz 5 der teuersten Skiziele der Alpen - knapp vor den innerfranzösischen Konkurrenten Trois Vallées und Les Arcs/La Plagne, wo in diesem Winter 283 beziehungsweise 277 Euro auf dem Tarifblatt stehen.

Gstaad: Der Superpass im Saanenland wird teurer, umfasst aber auch mehr
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Gstaad: Der Superpass im Saanenland wird teurer, umfasst aber auch mehr

Davos/Klosters, Jungfrau Ski Region und Gstaad: Ein Level

Im Schweizer Traditionspistenrevier Davos/Klosters ist das Preisniveau stabil geblieben. Der Sechstagespass kostet dort in diesem Winter 277 Euro - ebenso viel wie in der preislich um 13 Euro aufstrebenden Jungfrau-Skiregion und dem Gstaad Superpass. Das Liftticket aus Gstaad machte mit 31 Euro Aufschlag den größten Preissprung, hat gleichzeitig allerdings auch seinen Geltungsbereich um das Gebiet Adelboden erweitert.

Skifahrer in Ischgl: Preisaufschlag von acht Euro auf 265 Euro für sechs Tage
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Skifahrer in Ischgl: Preisaufschlag von acht Euro auf 265 Euro für sechs Tage

Ischgl/Samanun, Oberinntal und Co.: Deutliche Teuerungen

Der Spitzengruppe dicht auf den Fersen ist die österreichisch-schweizerische Skischaukel Ischgl/Samanun, wo 265 Euro (also plus acht) für den Sechstagepass berechnet werden. Verlässlich wie ein Uhrwerk schlagen auch die anderen österreichischen Großskiregionen zu: Jahr für Jahr packen sie drei bis fünf Prozent auf den Vorjahrespreis drauf. Das macht aktuell zwischen sechs und zehn Euro Teuerung.

So kostet der Oberinntaler Sechstagepass Ski6, mit dem man in Serfaus, Nauders und dem Kaunertal fahren kann, nun 259 Euro. Das sind ebenfalls acht Euro mehr als im Vorjahr. Obergurgl und Sölden berechnen jeweils 253 Euro (plus sieben). Im Stubaital stehen 251, in den Kitzbüheler Alpen und im Salzburger Land 249 Euro auf dem Tarifblatt. Das sind jeweils acht Euro mehr als in der Vorsaison.

Der Arlbergskipass ist diesen Winter 245 Euro teuer, das sind beherzte zehn mehr als im Vorwinter. Saalbach-Hinterglemm und die Salzburger Sportwelt berechnen im kommenden Winter 233 beziehungsweise 234 Euro für sechs Tage Skiurlaub. Im Zillertal werden 230 Euro abgebucht und für den ganz Kärnten umfassenden Top-Skipass 222 Euro (alle: plus sechs bis neun Euro).

St. Gallenkirch in Montafon: Skigebiet mit Preisvorteil
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St. Gallenkirch in Montafon: Skigebiet mit Preisvorteil

Portes du Soleil, Montafon, Obertauern: Vergleichsweise günstig

Vergleichsweise günstig bleibt Portes du Soleil. 242 Euro, vier Euro mehr als im Vorwinter, zahlen Skifahrer in dem Gebiet mit den meisten zusammenhängenden Pistenkilometern der Welt. In gleichmäßigen Schritten holt das Montafon preislich auf, wo ein Sechstagepass jetzt zehn Euro mehr kostet, nämlich 223 Euro.

Währenddessen bleibt Obertauern ein Preistipp: Sechs Tage Skifahren kosten diesen Winter 211 Euro (plus fünf Euro). Und wer vor der langen Anreise nicht zurückschreckt, bekommt in Sestriere, dem Olympiaskiort von 2006, noch einen Skipass für mehr als 200 Pistenkilometer zum Preis von 190 Euro.

Schnee in Garmisch-Partenkirchen: Skipass für Großraum - mit Großpreis
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Schnee in Garmisch-Partenkirchen: Skipass für Großraum - mit Großpreis

Garmisch, Reit im Winkl, Oberstorf: Teurer, aber okay

Auch Deutschlands Skipässe sind mittlerweile preislich weiter auf Gipfelkurs. Sie haben sich nämlich clever zu Großräumen zusammengetan. Garmisch-Partenkirchens "Top Snow Card" erlaubt auch das Skifahren in Mittenwald sowie den Tiroler Zugspitzorten. Für die zusammen 216 Pistenkilometer kostet der Sechstagepass 221 Euro - neun Euro mehr als im Vorjahr.

215 Euro (neun Euro mehr als im Vorjahr) verlangt Reit im Winkl im Verbund mit der österreichischen Steinplatte und diversen Nachbarrevieren für die 170 Kilometer des "Schneewinkel"-Skipasses.

Nur fünf Euro schlagen Oberstdorf und das benachbarte Kleinwalsertal für die gemeinsamen 128 Kilometer Abfahrten auf. Der Sechstagepass kostet dort jetzt 210 Euro. Wer auch in den anderen Allgäuer Pistenrevieren oder im Tannheimer Tal fahren will, braucht den Allgäu-Tirol-Superschneepass und zahlt für sechs Tage jetzt 217 Euro, also vier Euro mehr als im Vorjahr.

Himmlisch günstig: Lenggries gehört zum Verbund "Alpen Plus" in Oberbayern
AFP

Himmlisch günstig: Lenggries gehört zum Verbund "Alpen Plus" in Oberbayern

Lenggries, Wendelstein, Spitzingsee: Schnäppchen für Skifahrer

Deutlich günstiger sind die kleineren Skigebiete in Oberbayern, obwohl auch sie kräftig in Schneesicherheit investiert haben. Der Verbund "Alpen plus" mit Gebieten wie Lenggries, Wendelstein und Spitzingsee berechnet für sechs Tage Skifahren auf zusammen 160 Pistenkilometern in diesem Winter 162 Euro. Das sind sechs mehr als im Vorwinter.

In Mini-Revieren wie dem Allgäuer Schneeloch Grasgehren oder dem oberbayerischen Holzschnitzerdorf Oberammergau bekommt man den Sechstageskipass sogar noch für knapp über 100 Euro. Wer eher Genuss-Schwünge in den Schnee legen will als Kilometerfresser zu spielen, ist damit bestimmt auch gut bedient.

Anmerkung: Alle genannten Preise beziehen sich auf die Hauptsaison und sind auf ganze Euro aufgerundet. Skiurlauber mit Gästekarte erhalten in einigen Orten Rabatt.

Skipässe in den Alpen

Land Skipass Preis (Euro) 2015 Preis (Euro) 2014 Preis (Euro) 2013
CH Zermatt-Val d'Aosta 385 367 367
CH Zermatt-Cervinia 362 353 352
CH Zermatt 317 309 309
CH Engadin St. Moritz 304 304 304
CH Qatre Vallées-Verbier 296 296 296
CH Flims/Laax 297 293 283
F Chamonix 285 282 266
F Trois Vallées 283 277 260
CH Jungfrau-Region 282 269 262
F Les Arcs/La Plagne 277 277 262
CH Davos/Klosters 277 276 270
CH Gstaad Superpass 277 246 246
I Dolomiti Superski 270 262 254
A Ischgl Silvretta 265* 257 249
I Superskirama 263 257 253
F Val d'Isère/Tignes 260 253 235
A Ski 6 259 247 236
I Aostatal 257 255 240
A Obergurgl 253 246 239
A Sölden 253 246 238
A Stubaital 251* 244 238
A Kitzbüheler Alpen 249 241 232
A Salzburg Superski 249 241 232
A Arlberg 245 235 228
F/CH Portes du Soleil 242 238 225
A Kitzbühel 241 233 225
I Ortler-Skiarena 237 232 221
A Ski Amadé 234 227 218
A Saalbach-Hinterglemm 233 227 220
A Zell am See-Kaprun 232 225 216
A Zillertal 230 224 215
A Wilder Kaiser 225 219 209
A Montafon 223 213 203
A Top Ski Kärnten 222 216 209
D Garmisch-Partenkirchen 221 212 203
D Allgäu-T. Superschnee 217 213 208
D/A Reit/Schneewinkel 215 206 198
A Obertauern 211 206 199
D/A Oberstdorf-Kleinwals. 210 205 199
A 3 Täler Vorarlberg 210 201 192
I Sestriere/Via Lattea 190 188 180
D Vitales Land 172 166 157
D Alpen plus 162 156 150
D Grasgehren 104 99 95
D Oberammergau (5 Tage) 96 96 83

Dok.: srt; Kurs EUR/CHF: 1,2
* Preis mit Gästekarte um ca. 10 Prozent günstiger

Hans-Werner Rodrian/srt/emt

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insgesamt 42 Beiträge
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Seite 1
vertrauensschwund 27.10.2014
1. Für Familien kaum noch bezahlbar...
..auch in den Wintersportgebieten geht die Wohlstandschere weiter auseinander. Wer soll denn das bezahlen? Und dann die heruntergewirtschafteten Hotelzimmer in Bayern! 60er Jahre-Stil. Dafür sovuel Geld zahlen? Wundert sich noch irgendwer, das es weniger Familien mit Kindern gibt? Armutsfalle! Wundert sich noch irgendwer, das der Ifo-Index auf den tiefsten Stand seit 2 Jahren fällt? Langsam haben wir - eure Wähler - unsere Ersparnisse aus Angst vor der nächsten Euro-Krise jetzt auf den Kopf gehauen. Flasche leer, liebe SPD - samt angeschlossener GroKo-Lethargie. Trotzdem wird "oben" das Geld nur so rausgeballert, als gäbe es kein Morgen mehr Milliarde um Milliarde....beschneit die Pisten mit Euros, statt die Slums von Hamburg und Berlin - dann bekommt ihr wieder Konsum, Inflation, Steuereinnahmen und die Wintersportgebiete Gäste. Wir müssen leider draussen bleiben.
Graphite 27.10.2014
2. war doch immer so
Wintersport ist ein Sport der Reichen! hat füher schon ein kleines Vermögen gekostet, heute halt a bissl mehr. die Alpen+Karte mit Portes du Soleil zu vergleichen ist wie der Spritverbrauch von Benz S-Klasse und Lupo. Die Schweizer gebiete sind teuer? ach nee! wer sich heute noch 1 Woche winterurlaub leisten kann hat entweder nen sehr gut bezahlten Job oder Kinderlos! Bei den Preisen werden freilich die Pisten leerer und die verwöhnten Berg-/Skiregionen werden sich was einfallen lassen müssen um ganzjährig über die Runden zu kommen. D.h. auch im sommer zu arbeiten und sommerangebote auszubauen. Wandern und Mountainbike sind sind groß im trend, aber viele Regionen haben sich halt so sehr an einen Halbjahresjob gewöhnt!
woswoistndu 27.10.2014
3. wenn
ich mir, wie ende märz in ischgl, das wintersport-volk ansehe, dann muss ich leider zugeben: wir haben es nicht anders verdient! und das sage ich, obwohl ich einer der betroffenen bin, der mit diesem zwangspartygetue überhaupt nix am hut hat und eigentlich nur auf den berg will. wer schon morgens die xte flasche schampus aufreisst dem ist doch klar - da geht noch ne menge. im nächsten leben werde ich bergbahnenbetreiber!
MTBer 27.10.2014
4. Die schweizerischen Hoteliers . . .
. . . jammern gleichzeitig über Leerstände und hauen Sonderangebote als Kombi inklusive Skipass raus! Da habe ich in den letzten drei Jahren schöne Schnäppchen in Grindelwald, Klosters und Engelberg gemacht. Aber einmal im Leben muss man auch das Matterhorn gesehen haben. Ich habe vor einer Stunde Cervinia gebucht. Hotel mit Halbpension für €50 im Skigebiet mitten auf der Piste. Im Februar. Das war vor 10 Jahren nicht preiswerter.
kika2012 27.10.2014
5. Und wieder mal diese Dauernoergler!
Komisch, wir (ohne Kind, da noch zu klein) waren im Februar im Schwarzwald, traumhaft, ruhig, super guenstiges Appartment, und mit der Schwarzwald Karte sehr viele Lifte umsonst... Muss ja nicht immer Schweiz oder St Anton sein!
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