Sparmaßnahme Belgische Airline fliegt langsamer

Wegen der hohen Ausgaben für Kerosin hat eine belgische Airline das Tempo ihrer Maschinen gedrosselt. Experten durchforsten die Flugzeuge zudem nach überflüssigem Ballast - so soll das Ausbauen von Aschenbechern weitere Kosten sparen.


Brüssel - Sparfüchse der belgischen Fluggesellschaft Brussels Airlines haben ganze Arbeit geleistet: Das Unternehmen spart jährlich Treibstoff im Wert von einer Million Euro, indem die Piloten einfach langsamer fliegen. Damit würden den Fluggästen vorläufig weiter steigende Kerosinzuschläge erspart, berichtete die Zeitung "De Standaard" am Mittwoch unter Berufung auf den Konzern. Maschinen vom Typ Avro lässt die Fluggesellschaft demnach um knapp anderthalb Prozent langsamer fliegen. Die Flugzeit verlängere sich dadurch nur um wenige Minuten.

Brussels Airlines: Millionen-Ersparnis durch langsameres Fliegen
Brussels Airlines

Brussels Airlines: Millionen-Ersparnis durch langsameres Fliegen

Bei Brussels Airlines sind dem Bericht zufolge zwei Mitarbeiter ausschließlich dafür abgestellt, systematisch weitere Möglichkeiten zum Kerosinsparen zu suchen. Die Liste der Sparfüchse umfasst demnach inzwischen fast hundert Punkte. Dazu gehören vor allem Umbauten, um das Gewicht der Flugzeuge zu senken: Brussels Airlines reduziert auch das Gewicht der Sitze und spart damit je Maschine 50 Kilogramm Gewicht. Außerdem sollen die Wassertanks der Toiletten sparsamer als bisher gefüllt und die nicht mehr gebrauchten Aschenbecher ausgebaut werden.

Profitieren sollen die Kunden: Den Kerosinaufschlag von derzeit 25 Euro für innereuropäische Flüge und von 77 Euro auf außereuropäische Verbindungen will das Unternehmen zumindest nach derzeitigem Stand nicht anheben, wie ein Firmensprecher am Mittwoch bestätigte. Die französische Fluggesellschaft Air France hatte wegen der steigenden Treibstoffpreise am Dienstag angekündigt, den Kerosinzuschlag für Europa- und Mittelstrecken um 4 Euro auf 22 Euro und für Langstrecken um 10 auf 91 Euro zu erhöhen. Die Lufthansa plant zur Zeit keine Erhöhung des Zuschlags.

reh/AFP



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