St. Andrews Mutter aller Golfplätze

Der Legende nach wurde auf dem "Old Course" von St. Andrews das Golfen erfunden. Sicher ist, dass der Golfplatz in Schottland heiß begehrt ist: Abschlagszeiten werden Jahre im Voraus reserviert - oder per Lotterie gewonnen.


Alternative zum alten Parcours: Der "New Course" ist auch offen, wenn das Glück beim Losen nicht hold war"
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Alternative zum alten Parcours: Der "New Course" ist auch offen, wenn das Glück beim Losen nicht hold war"

St. Andrews - Der Name St. Andrews hat für Golfer einen ganz besonderen Klang: Die kleine Stadt in Schottland ist die Heimat des "Royal and Ancient Golf Club", dessen Regeln für das Golfspiel in aller Welt maßgeblich sind. Viele Spieler träumen davon, dort einmal den berühmtesten aller Golfplätze, den "Old Course", spielen zu können.

Um der Zigtausenden von Anfragen gerecht zu werden, gibt es ein ausgeklügeltes System für die Vergabe der Abschlagzeiten. Es bietet zwei Möglichkeiten, für zwei oder mehr Spieler die begehrte "Tee-Time" auf der Par-72-Anlage zu bekommen: schriftliche Reservierung und tägliche Lotterie. Einzelspieler können sich morgens beim Starter melden, der sie so schnell wie möglich mit einem Zweier- oder Dreier-Flight auf die Runde schickt. Sonntags allerdings gibt es kein Golfspiel auf dem öffentlichen Platz - der "Old Course" steht dann der Allgemeinheit für den Familienspaziergang zur Verfügung. Aufs Jahr bezogen, wird etwa die Hälfte der Abschlagzeiten per Lotterie vergeben: Montags bis samstags können sich mindestens zwei Spieler zusammen bis spätestens 14.00 Uhr für eine Abschlagzeit am folgenden Tag bewerben, entweder telefonisch oder persönlich. Um 16.00 Uhr des selben Tages wird das Ergebnis bekannt gegeben. Am Samstag werden die Abschlagzeiten für den Montag darauf ausgelost.

Zigtausende von Anfragen: Der "Old Course" von St. Andrews ist der wohl berühmteste aller Golfplätze
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Zigtausende von Anfragen: Der "Old Course" von St. Andrews ist der wohl berühmteste aller Golfplätze

Wer bei der Verlosung keinen Erfolg hat, kann immerhin auf einem der vier anderen öffentlichen 18-Löcher-Plätze spielen, die vom St. Andrews Links Trust verwaltet werden: "New Course", "Jubilee", "Eden" und "Strathtyrum". Darüber hinaus gibt es in der Umgebung etliche weitere Spitzenplätze wie den "Duke's Course" oder "Kingbarns".

Das Spiel auf dem "Old Course" ist kein preiswertes Vergnügen. Das Greenfee beträgt bis zum Saisonende am 31. Oktober stolze 105 Pfund Sterling (rund 150 Euro). In den Monaten November bis März werden 72 Pfund (rund 102 Euro) fällig. Hinzu kommen noch 35 Pfund (rund 50 Euro) als Honorar für den Caddy, ohne den ein gutes Spiel kaum möglich sein wird. Denn der Dünenplatz direkt an der rauen Nordsee weist neben anderen Schwierigkeiten auch tiefe Topfbunker auf, deren Platzierung nur der Ortskundige zu erkennen vermag. Außerdem dürfen bis 12.00 Uhr keine Trolleys benutzt werden. Nachmittags ist dies auch nur während der Sommersaison möglich.

Das Städtchen St. Andrews bietet ein großes Unterkunfts-Angebot. Es reicht von der Frühstückspension bis zum Hotel der Luxusklasse. Wer auf den Spuren der Champions wandeln will, bucht sich im "Old Course Hotel" ein, der einen Panoramablick auf den Platz bietet. Das Hotel, das zu den "Leading Hotels of the World" gehört, liegt direkt am 17. Loch, dem so genannten Road Hole. Dieses Par 4-Loch ist so lang, dass es für Damen als Par 5 ausgewiesen ist. Weil die Amateurgolfer oft ihren Abschlag verziehen, sind die Fenster des Hotels aus schusssicherem Glas. Das "Old Course Hotel" bietet auch einen Wellnessbereich mit Spa - nicht nur für ausgepowerte Golfer.

Von Susann Grünwald-Aschenbrenner, gms

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