Städtereisen für Individualisten Klein, aber ganz schön fein

Sie sind in bester Frühlingsreiselaune, finden Barcelona, London oder Amsterdam aber zu überlaufen? Hier kommen sieben Ziele für Europa-Entdecker, die es urban, aber gern eine Nummer entspannter möchten.

TMN/ Visit Aarhus

Was haben London, Paris, Rom, Barcelona und Amsterdam gemeinsam? Sie sind absolut sehenswerte Städte, sehr beliebt und deshalb leider komplett überlaufen. Doch zum Glück gibt es in Europa so viele interessante Städte, dass man die von Weltrang getrost mal meiden kann. Hier sind sieben spannende Ziele.

Valencia: Barcelonas interessante Schwester

Getty Images

Barcelona wird zwischen April und September von Touristen nahezu überrannt. Valencia ist eine äußerst vorzeigbare Alternative. Malerische Altstadt, Jugendstil-Häuser, Hafenflair: In der Küstenstadt lassen sich entspannt ein paar Tage verbringen.

Eine grüne Oase ist das trockengelegte Flussbett des Rio Turia, heute Naherholungsgebiet. So gelangt man zur futuristischen Stadt der Künste und Wissenschaften, ein Werk des valencianischen Stararchitekten Santiago Calatrava. Dort gibt es zum Beispiel ein Opernhaus und ein riesiges Aquarium. Stärkung für das Besichtigungsprogramm liefert eine Paella, Nationalgericht der Region Valencia. Und Abkühlung versprechen die breiten Stadtstrände. Kultur, Erholung, Baden - das alles lässt sich in Valencia auf recht kurzen Wegen kombinieren.

Nach Valencia gibt es Nonstop-Flüge von mehreren deutschen Flughäfen aus, etwa mit Ryanair, Iberia und Easyjet. Vor Ort lohnt sich die örtliche Tourist Card.

Tallinn: Schmuckstück im Baltikum

TMN/ Philipp Laage

Beim Baltikum kommt den meisten wohl zuerst das lettischen Riga mit seinen Jugendstil-Prachtbauten in den Sinn. Doch Estlands schmucke Hauptstadt Tallinn ist mindestens genau so schön.

Kern der überschaubaren Metropole am Finnischen Meerbusen ist die mittelalterliche Altstadt, ein Unesco-Weltkulturerbe. Klassische Sehenswürdigkeiten sind die Kirchen, der Rathausplatz, die alte Stadtmauer mit dem Kanonenturm "Kiek in de Kök". Zwei Tipps abseits des Zentrums: das ehemalige Gefängnis Patarei und das Kulturzentrum Creative City in Telliskivi. In Tallinn kann man außerdem fein und günstig speisen, es gibt gute estnische und internationale Küche.

Tallinn ist von vielen deutschen Städten per Direktflug erreichbar. Die Hansestadt ist außerdem ein fester Stopp auf den meisten Ostsee-Kreuzfahrten. Für Besucher gibt es die Tallinn Card.

Breslau: Kulturhauptstadt mit jüdischem Erbe

TMN/ Andreas Heimann

Die schlesische Metropole, die heute Wroclaw heißt, war 2016 eine der Europäischen Kulturhauptstädte und bietet auch darüber hinaus ein kaum zu bewältigendes Theater-, Opern- und Konzertprogramm.

Anziehungspunkt für Stadtbewohner und Touristen ist der Marktplatz mit dem imposanten Rathaus. Viele der herrschaftlichen Häuser wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört und dann restauriert. An die Anfänge der Stadt erinnert die Dominsel. Für Regentage eignen sich das Puppentheater, die Oper und das Theatermuseum. Außerdem können Besucher dem jüdischen Erbe der Stadt nachspüren - Breslau hatte vor dem Krieg die drittgrößte jüdische Gemeinde Deutschlands.

Breslau ist von Berlin in gut vier Stunden bequem per Fernbus erreichbar. Zugreisende steigen in Posen (Poznan) um. Außerdem gibt es Flüge von Frankfurt/Main, München und Düsseldorf.

Aarhus: Universitätsstadt im Rampenlicht

TMN/ Visit Aarhus

Die dänische Stadt in Mitteljütland lockt in diesem Jahr besonders viele Besucher an: Aarhus ist Europäische Kulturhauptstadt 2017. Deshalb lohnt es sich, ihr dieses Jahr den Vorzug vor Kopenhagen zu geben.

Aarhus ist nahezu putzig-klein, alle Sehenswürdigkeiten lassen sich zu Fuß erkunden: das Kunstmuseum ARoS mit seinem Laufsteg über dem Häusermeer, das Freilichtmuseum Den Gamle By (die alte Stadt), das Musikhaus, das Quartier Latin mit seinen Boutiquen und Vintageläden. Auf einer Insel entsteht das neue In-Viertel Aarhus Ø.

Per Flug ist der Aarhus Airport von Deutschland aus über Kopenhagen erreichbar. Direktflüge gibt es ins rund 90 Kilometer entfernte Billund. Shuttlebusse fahren nach Aarhus. Viele Sehenswürdigkeiten sind in der Aarhus Card inkludiert.

Innsbruck: Hauptstadt der Alpen

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Unter jungen Österreichern gilt die selbst ernannte "Hauptstadt der Alpen" mit ihren Galerien, Restaurants, Cafés und Bars als angesagt. Großstadtleben inmitten schönster Berge - das zeichnet Innsbruck aus. Urtümliches Alpenflair vermischt sich mit urbanem Lebensgefühl.

Von Deutschland aus ist Innsbruck gut erreichbar. Der Eurocity in Richtung Verona braucht von München aus keine zwei Stunden. Ansonsten kann man umsteigen in Kufstein. Es gibt auch einen Flughafen. Wanderurlauber auf dem Weg über den Brenner nach Südtirol können in Innsbruck einen Zwischenstopp einlegen. Für die Besichtigung der Stadt gibt es die Innsbruck Card mit vielen Inklusivleistungen.

Wien und Salzburg sind die großen Kulturmetropolen Österreichs. Doch auch Innsbruck in Tirol hat viel Programm für klassisches Sightseeing zu bieten: zum Beispiel das berühmte Goldene Dachl, die Kaiserliche Hofburg, den Stadtturm und das Schloss Ambras.

Lüttich: Alternative zum geschäftigen Brüssel

TMN/ Patrice Fagnoul/ Wallonie-Bruxelles Tourisme

Lüttich - auf Französisch Liège - ist das Zentrum Walloniens und eine echte Alternative zum geschäftigen Brüssel. Der Tourismus wächst, was nicht zuletzt an der ambitionierten Aufwertung der Stadt liegt.

Die jüngste Perle und kulturelles Zugpferd der Stadt ist das gerade erst renovierte und erweiterte Museum La Boverie für moderne und zeitgenössische Kunst. Bis 2018 stellt der Pariser Louvre jährlich eine Sonderausstellung. Ein weiterer Höhepunkt ist das Museum Grand Curtius im rostroten Kontorhaus, das fünf Museen unter seinem Dach vereint und über die Geschichte informiert.

Lüttich an der Maas ist bequem mit den Schnellzügen ICE und Thalys von Köln aus erreichbar. Bei der Ankunft sehen Besucher, dass die Stadt es mit der Erneuerung ernst meint: Der Bahnhof Liège-Guillemins für 300 Millionen Euro mit seinen filigranen Bögen ist Kunst für sich.

Belgrad: Trendstadt auf dem Balkan

TMN/ Dragan Obric/ Tourist Organization of Belgrade

Der Balkan ist nicht gerade die beliebteste Reiseregion Europas, eine Folge des Krieges in den 1990er Jahren. Doch längst ist die serbische Hauptstadt eine Trendmetropole, die von deutschen Touristen erst noch richtig entdeckt werden will.

Die 1,7-Millionen-Einwohner-Stadt bietet Besuchern viel Geschichte: etwa die Festung, das Nationalmuseum, die Sava-Kirche, das Alte und das Neue Schloss. Auf Untergrund-Touren lässt sich das verzweigte Katakombensystem erkunden. Das Künstlerviertel Skadarlija ist so etwas wie der Montmartre Belgrads. Die Stadt ist außerdem jung und leichtlebig. Hedonisten lockt ein ausschweifendes Nachtleben.

Günstige Flugverbindungen ab Deutschland bietet der ungarische Billigflieger Wizz Air, etwa ab Dortmund, Memmingen und Karlsruhe/Baden-Baden. Ab Mai gibt es auch Flüge von Hannover, Nürnberg und Friedrichshafen.

Philipp Laage, dpa

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insgesamt 13 Beiträge
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Seite 1
allessuper 21.04.2017
1. ich nehme an, mit dem Auto und zu mindestens zu viert, mit dem Zug oder mit dem Bus
alles andere (Fliegen) ist nicht individuell, sondern umwelttechnisch katastrophal. Es sei denn der Kurztrip dauert 2-3 Wochen.
noalk 21.04.2017
2. Wer es bis Breslau geschafft hat, ...
... dem sollte auch Krakau einen Trip wert sein. Oder rangiert diese Stadt schon in einer Liga mit Barcelona, London, Amsterdam?
Buddha_Brot 21.04.2017
3. Leider
stellt der Spiegel das Fliegen mal wieder als ganz normale, akzeptable Reiseform dar. Und leider ist das Gegenteil der Fall. Chance vertan.
monopinion 21.04.2017
4. Du meine Güte
Die ersten Kommentare nicht über die Reiseziele sondern wie man hinkommt. Artikel war über Städte und nicht über die Art des Reisens. Ihr könnt auch auf Knien nach Valencia rutschen, ändert nichts an der Attraktivität der Stadt.
Sibylle1969 21.04.2017
5.
Zitat von noalk... dem sollte auch Krakau einen Trip wert sein. Oder rangiert diese Stadt schon in einer Liga mit Barcelona, London, Amsterdam?
Ich habe mich auch gefragt, wozu denn Breslau die Alternative sein soll. Krakau ist auf jeden Fall eine touristisch attraktive, sehenswerte Stadt, aber ist lange nicht so überlaufen wie Barcelona, Rom und Co.
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