Paris - Am Mittwoch standen die Touristen plötzlich vor verschlossenen Türen. Der Besuch der Mona Lisa fiel für sie aus. Knapp 200 Angestellte des Pariser Louvre hatten die Arbeit niedergelegt, das Museum musste den Betrieb einstellen. Der Grund für den Streik: Die Beschäftigten wollten auf die steigende Zahl an Taschendieben hinweisen, die immer organisierter und aggressiver den Louvre heimsuchen.
Unter den Kriminellen seien laut Gewerkschaftssprecherin Christelle Guyader immer mehr Kinder, die dank des freien Eintritts in Horden bis zu 30 Personen in das Museum einfallen würden. Verhaftungen durch die Polizei erwiesen sich als sinnlos, da die Ordnungshüter die Minderjährigen nach kurzer Zeit laufen lassen müssten - und diese wenig später wieder im Louvre auftauchten. Guyader sagte, dass sich viele der Museumsangestellten inzwischen fürchten, zur Arbeit zu kommen. Sie würden von den Taschendieben "bespuckt, beschimpft, bedroht und geschlagen".
"Es gab immer Taschendiebe im Louvre und im Pariser Stadtzentrum, aber seit eineinhalb Jahren werden diese immer gewalttätiger", sagte die Museumsangestellte Sophie Aguirre. Nach Angaben des Louvre wurde bereits Ende vergangenen Jahres eine stärkere Polizeipräsenz vor Ort eingefordert. Als Sofortmaßnahme will die Museumsleitung nun bekannten Taschendieben den Eintritt verwehren.
dkr/AFP
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