Süd-Dalmatien Über den Dächern von Dubrovnik

Dubrovnik erstrahlt im neuen Glanz, nur an wenigen Orten der Stadt sind die Zerstörungen des Bürgerkrieges noch sichtbar. Seit drei Jahren kehren immer mehr Touristen zurück in die Hafenstadt an der Adria, an die felsigen Badebuchten Dalmatiens und in die Pinienwälder der zahlreichen Inseln.


Dubrovnik: Anfang der Neunziger wurde ein Großteil der historischen Altstadt schwer beschädigt
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Dubrovnik: Anfang der Neunziger wurde ein Großteil der historischen Altstadt schwer beschädigt

Dubrovnik/Korcula - Mit Petar Botica würde mancher wohl gerne den Arbeitsplatz tauschen: Jeden Tag lässt der Fährkapitän den Blick über das Hafenbecken von Orebic schweifen. Er schaut auf die Badebuchten, die von Wellen umspielten Boote und die von Palmen gesäumte Promenade. Dann legt der 50-Jährige das Schiff vom Kai ab und steuert es langsam auf den Kanal hinaus. Seit 25 Jahren kreuzt Botica hier zwischen der südkroatischen Halbinsel Peljesac und seiner Heimatinsel Korcula - egal ob nun viele Touristen kommen oder nicht.

Auch in den Bürgerkriegsjahren 1991 bis 1995 hat Botica täglich die Fähre übergesetzt - trotz der Gefahr durch serbische Angriffe, erinnert sich der Bootsführer. Wenn heute bei 25 Grad die Sonne auf das Meer scheint, fällt die Vorstellung schwer, dass die Region noch vor wenigen Jahren vom Krieg erschüttert wurde. Die Besucherzahlen in Süd-Dalmatien steigen wieder deutlich, und nur an wenigen Stellen sind noch die Folgen der jüngsten Vergangenheit zu sehen. Vor allem Deutsche und Italiener reisen zum Baden und zum "Insel-Hopping" an.

Dubrovnik ist als Ausgangspunkt dazu am besten geeignet. Ingeborg Hoppe-Schneidrzik aus Köln ist schon zum dritten Mal in Folge hierher gekommen, um Segelferien zu machen. Die 55-Jährige schätzt das klare Wasser, den Ausblick auf die Berge, die freundliche Art der Kroaten und das preiswerte Essen. In Sachen Kriegsfolgen habe sich seit ihrem ersten Besuch viel getan, sagt die Urlauberin, damals seien noch viele zerschossene Häuser zu sehen gewesen.

Steiniges Vergnügen: Die Badebuchten in Dalmatien sind felsig und bedeckt mit Kiesel
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Steiniges Vergnügen: Die Badebuchten in Dalmatien sind felsig und bedeckt mit Kiesel

Wer einen Spaziergang auf der rund zwei Kilometer langen Stadtmauer Dubrovniks unternimmt, weiß, was die Frau aus Köln meint. Von der Mauer aus ist der Flickenteppich von alten und neuen Schindeln auf den Dächern gut zu sehen. Mehr als 80 Prozent der Dächer in der Altstadt wurden bei serbischen Angriffen zu Beginn der neunziger Jahre beschädigt. Heute stören nur noch einzelne Baugerüste das Mittelmeer-Idyll an dem von Palmen gesäumten Hafenbecken der Altstadt. Und nur wer genau hinsieht, bemerkt, dass auffallend viele alte Gebäude neuere Fassaden haben, als sie eigentlich sollten.

Von Dubrovnik aus ist eine Vielzahl von Tagesausflügen möglich. In den Küstenstreifen des Festlandes und der Inseln liegen viele Badebuchten. Überwiegend gibt es Felsen- und Kiesstrand in Dalmatien. Zwar entschädigt die Landschaft für den harten Untergrund. Allerdings sind Badeschuhe - auch zum Schutz vor See-Igeln - ratsam. Feiner Sandstrand ist nur auf der Halbinsel Peljesac anzutreffen.

Zwischen Bosnien-Herzegowina und der Adria: Vor der Küste Süd-Dalmatiens liegen zahlreiche Inseln wie Hvar, Korcula und Mljet
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Auch das Landesinnere hat auf Peljesac seine besonderen Reize. Am Wegesrand wachsen Oliven, Agaven und Kakteen, Rosmarin, Majoran, Lavendel und Thymian. Entlang der Straße laden kleine Winzereien zur Probe der Weiß- und Rotweine ein. Typisch für die Region sind auch Meeresfrüchte, die in vielen Varianten angeboten werden. Von Orebic im Süden der Landzunge wandert der Besucher in circa 25 Minuten hoch zum Franziskanerkloster auf dem St. Elias-Berg. Von dort öffnet sich der Blick den Kanal zwischen Peljesac und Korcula.

Die Überfahrt von Orebic aus dauert etwa 15 Minuten. Auf Korcula ist vor allem die Stadt einen Besuch wert, die den gleichen Namen trägt wie die ganze Insel. Das mittelalterliche Stadtbild ist durch den weißen Kalkstein aus der Region, durch Treppen und enge Gassen geprägt. Durch die Pinienwälder im Hinterland führen viele Wege, die für Wanderungen und Radtouren geeignet sind - Korcula ist die größte bewaldete Insel in der Adria. Dennoch ist eine Radtour über die Insel auch für Untrainierte gut zu bewältigen. Selbst im Hochsommer verderben die Temperaturen nicht die Lust auf sportliche Aktivitäten, weil vom Meer her immer eine milde Brise weht.

Kroatische Kreuzfahrt: Segeltörns vor Dalmatien sind beliebt bei deutschen Urlaubern
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Taucher treffen im Adria-Wasser auf Korallen und Fische, vor Peljesac und Dubrovnik liegen auch Schiffswracks. Vor allem die Gewässer bei Orebic bieten Windsurfern viele Möglichkeiten. Auch Segler finden gute Bedingungen vor, zum Beispiel am Ostufer Korculas. "Viele Touristen machen aber auch Tagesausflüge nach Montenegro, Serbien oder Bosnien-Herzegowina", erzählt die Stadtführerin Antea Glumac in Dubrovnik. Sie empfiehlt vor allem Touren an die zerklüfteten Küsten Montenegros mit ihren vielen Sandstränden.

Von Thorsten Wiese, gms



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