Superskiberge der Alpen Fünf Meisterprüfungen für die Ski-Elite

Tourismusverband St. Anton

5. Teil: Marmolada (3343 Meter) bei Arabba - Königin der Dolomiten


Wer auf dem ersten Teilstück der Marmolada-Seilbahn nach oben gleitet, kann sich zunächst nur schwer vorstellen, dass dieser Berg ein Skiparadies ist. Beängstigend schroff türmen sich über Malga Ciapela die Felswände der Dolomitenkönigin auf. Die archaische Bastion wirkt abweisend, bedrohlich, als wolle sie die Gondelstation auf ihrem Rücken abwerfen wie einen lästigen Parasiten. Nicht umsonst war die Marmolada im Ersten Weltkrieg ein umkämpfter Bergriese, ließ sich doch von hier oben aus die Umgebung beherrschen.

Erst auf der dritten Sektion der Seilbahn zeigt sich das Skigebiet auf der Südseite des Berges. Dort wölbt sich ein gewaltiger Eispanzer, der Pulverschnee glitzert in der Sonne. Von der Bergstation auf 3269 Metern kann man selbst dem gewaltigen Sellastock aufs Dach schauen. Hier oben startet eine der klassischen Abfahrten der Alpen, eine der wenigen Pisten, die an der Marke von 2000 Höhenmetern kratzen. 14 Kilometer ist die rot markierte Traumabfahrt lang, schier endlos reiht sich Schwung an Schwung.

Selbst bei höherem Tempo und geschnittenen Carving-Radien ist man an diesem Berg auf Pausen angewiesen, um den brennenden Oberschenkeln Erleichterung zu verschaffen. Gletscher, Felsen, Wälder, Almwiesen: Das ganze Spektrum alpiner Landschaft rückt an der Marmolada innerhalb einer Abfahrt ins Blickfeld. Zwei Lifte machen eine teilweise Sofortwiederholung des gigantischen Hangs möglich.

Ein lifttechnisches Urzeit-Relikt erschließt über dem Fedaiapass weite Geländehänge auf der Marmolada-Südseite. In Körben gleiten die Wintersportler hier bergwärts. Zu erreichen ist der Geheimtipp entweder über die Passstraße oder - für Geländekundige -, wenn man die Talabfahrt einige hundert Meter unterhalb der Bergstation nach links verlässt. Der Lohn für die Fahrt im Lift-Cabrio sind 600 Höhenmeter einsamer Pisten und unberührter Pulverhänge - wie es sich für einen echten Superskiberg gehört.

Kontakt und Infos: Pistenverbund Dolomiti Superski, www.dolomitisuperski.com, Tel.: +39-(0)437-722277



insgesamt 9 Beiträge
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julian2k 01.12.2010
1. Vorschlag: Zermatt
Guten Tag, ich würde in dieser Kategorie gerne die Abfahrtsrouten und Pisten vom Stockhorn und im Schwarzseegebiet von Zermatt vorschlagen.
raimondo_p 01.12.2010
2. Gemsstock
Zitat von sysopAuf einer planierten Piste kann jeder abwärts rutschen - wahre Ski-Meister und Snowboader suchen die Herausforderung lieber gleich an einem kompletten Massiv. Fünf Superskiberge in den Alpen bieten den maximalen Nervenkitzel. http://www.spiegel.de/reise/europa/0,1518,731965,00.html
Tolle Zusammenstellung, obwohl man sich natürlich streiten kann, ob man für Grands Montets den Artikel nicht auf 6 Berge hätte ausdehnen müssen. Kurze Korrektur, damit sich am Berg dann niemand wundert: In Andermatt gehts nicht erst bei der Mittelstation los. Der Russi-Run mit den tollen Freeridehängen links und rechts kann nur von der Bergstation befahren werden. (Vielleicht war das aber auch eine bewusste Falschinfo des Autors, um lange Schlangen an der Kapazitätsschwachen Kabinenbahn zu vermeiden - in diesem Fall Sorry!) Allen einen tollen Winter!
lupe66 01.12.2010
3. Was ist mit La Grave?
Das ist doch wohl das ultimative Freeridegebiet in den Alpen? St. Anton ist zwar ganz nett, aber da ist die Route vom Albonagrat nach Stuben doch noch schöner. Kann mich außerdem dem Vorposter anschließen, dass Zermatt einige tolle Freeriderouten bietet (Pisten sind ja insgesamt eher langweilig) und vor allem im Verhältnis kaum befahren zu Freeridemekkas wie Verbier oder Saas Fee.
wetzer123 01.12.2010
4. .
Ich kenne zumindest Mont Fort-Tortin und Mt Gele beide, und sie passen sehr gut hier rein, in Zermatt habe ich nichts vergleichbares gefunden.
multypla, 01.12.2010
5. Schwierig sind sie alle
Mont Fort ist schwer abzufahren, meistens wird man hier als Freeride Fan wenig belohnt da die Abfahrt eigentl. nur eisig ist. Leider verstehen die Franzosen wenig von Pistensicherheit und es fehlt an ausreichenden Warnhinweisen bezüglich der Schwierigkeit dieser Abfahrt. (Hier fahren teilweise Leute herunter die dem Anschein nach nicht einmal eine Woche Ski/Snowboard gefahren sind und gefärden sich und andere [generelles Problem]). Der Mont Gele ist der wahre Freeride Hang im Gebiet Quatre Valle, deshalb werden hier auch jedes Jahr Freride Events ausgetragen. Sehr zu empfehlen ist die "Reggae-Alm" von der Panorama Terasse hat man einen kinoartigen Blick auf die Abfahrt vom Mont Gele und es kommt garantiert keine Langeweile auf. Die Route (keine Piste vom ges. Berg) ist anspruchsvoll und wenn es frischen Schnee hat ein Freeride Traum. Ich persönlich finde man müsste unbedingt Gamsleiten (Obertauern) und die Hajakiri Piste in Mayrhofen (Penken/Zillertal) berücksichtigen - sind beides Pisten mit extremen Gefälle und äußerst schwer zu fahren. Allen eine schöne Wintersaison!
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