Gemüseschlacht in Buñol Wo die Tomate hinfällt

Weder fliegendes Gemüse noch Blitz und Donner kümmert sie: Ein Liebespaar küsst sich inmitten der Tomatina von Buñol. Das Gemetzel mit 130 Tonnen Tomaten zieht Schlachtenbummler aus 60 Ländern an - erstmals mussten sie Eintrittsgeld bezahlen.

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Valencia - Selbst ein Unwetter hat die "größte Tomatenschlacht der Welt" nicht beeinträchtigen können. Bei Regen, Blitz und Donner haben sich 20.000 "Krieger" am Mittwoch in der ostspanischen Kleinstadt Buñol eine Stunde lang mit Tomaten beworfen. Die Teilnehmer an der sogenannten Tomatina stammten nach Angaben der Veranstalter aus 60 verschiedenen Ländern.

Die Zahl der Tomatina-Teilnehmer war zum ersten Mal auf 20.000 beschränkt worden. In den vergangenen Jahren waren zu dem Fest doppelt so viele Menschen in den Ort mit knapp 10.000 Einwohnern geströmt. Erstmals bei dem alljährlich stattfindenden Fest hatten die Tomatenwerfer ein Eintrittsgeld von jeweils zehn Euro zahlen müssen; für das Privileg, auf einem der sechs mit 130 Tonnen Tomaten bepackten Lastwagen stehen zu dürfen, mussten sogar 750 Euro berappt werden.

Für Einwohner von Buñol gibt es allerdings 5000 Freikarten für das Spektakel, bei dem der ganze Ort in ein rotes Meer aus Tomatensauce verwandelt wird. Die übrigen Tickets waren bereits wenige Tage vor dem Beginn des Festivals fast vollständig ausverkauft. Hauptabnehmer waren Australier, Japaner, Briten, Spanier und US-Bürger. 60 Prozent der Eintrittskarten gingen an 18- bis 35-Jährige, ältester Teilnehmer war ein 82-Jähriger.

Als Grund für die Gebühren führte die Gemeindeverwaltung die Kosten für die Sicherheit der 20.000 Teilnehmer aus aller Welt an. Laut der spanischen Zeitung "El País" ist Buñol mit 4,1 Millionen Euro verschuldet. Die Kosten für die Tomatina belaufen sich demnach auf 140.000 Euro. Die Tomatenschlacht von Buñol gibt es seit 1945. Der Legende nach geht die Veranstaltung auf einen handgreiflichen Streit um Lebensmittel zwischen Kindern zurück.

In Córdoba in Südspanien feierte eine Initiative eine Anti-Tomatina. In einer Markthalle boten Bauern Tomaten zu einem "symbolischen Preis" von 50 Cent pro Kilogramm an. "In Buñol wirft man mit Tomaten, bei uns isst man sie", meinte einer der Veranstalter.

abl/dpa

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insgesamt 1 Beitrag
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Seite 1
stussnet 28.08.2013
1.
wie kann man nur so mit Lebensmitteln umgehen. Und am Sonntag beten sie dann bestimmt ganz brav "Unser täglich Brot gib uns heute...". Eine Schande
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