Bis zu zehn Euro Venedig verlangt von Touristen Eintritt

Erst drei, dann sechs, je nach Ansturm bis zu zehn Euro: Touristen, die einen Tagesausflug nach Venedig planen, sollen ab Mai Eintritt zahlen.

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In Venedig sollen Tagestouristen nach Plänen des Bürgermeisters von Mai an Eintritt für die beliebte Lagunenstadt bezahlen. Der Preis liege bei drei Euro pro Person, kündigte Luigi Brugnaro in Venedig an. Ab kommendem Jahr soll der Betrag auf sechs Euro steigen und kann je nach Touristen-Ansturm bis auf zehn Euro angehoben werden. Besucher, die in Herbergen in der Stadt unterkommen, sind von der Zahlung befreit. Hotelgäste müssen schon jetzt eine Ortstaxe bezahlen.

Der Bürgermeister will schließlich erreichen, dass Touristen von 2022 an nicht nur Hotels und Unterkünfte, sondern auch Tagesausflüge in die Stadt buchen müssen. Niemandem werde der Zugang zu der Stadt verwehrt, sagte Brugnaro. Allerdings werde es für diejenigen, die einen Besuch nicht buchen, komplizierter. Die Pläne müssen noch vom Kommunalrat abgesegnet werden.

"Wir sind nicht daran interessiert, Kasse zu machen", versicherte Brugnaro. Vielmehr seien die Instandhaltung und die Sauberkeit der historischen Stadt teuer. "Wir müssen der ganzen Welt davon erzählen, wie schwierig es ist, einen so besonderen Ort zu verwalten."

Venedig kämpft seit Jahren gegen den Touristenansturm und versucht immer wieder mit verschiedenen Strategien, die Massen in Schach zu halten. Ähnliche Probleme plagen auch die kroatische Küstenstadt Dubrovnik.

Lesen Sie hier mehr zu den Auswüchsen des Massentourismus in Venedig.

bam/dpa



insgesamt 9 Beiträge
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maxehaxe 05.02.2019
1. Ganz einfach...
... wenn die Nachfrage besteht, ist der Preis entsprechend. Ich werde wohl nie verstehen, wieso man sich auf ein stinkendes Kreuzfahrtschiff begibt, um dann innerhalb weniger Tage in Marathonähnlicher Weise die verdrecktesten und mit Menschen verstopftesten Orte im Mittelmeerraum abklappern muss. Aber jedem das seine... Wenn man denn dafür zahlen möchte.
ManRai 05.02.2019
2. Vollkommen einverstanden
wir haben eine Woche in einem alten Palais (super renoviert) gewohnt, haben in der Stadt gegessen, den Ombra getrunken, durch kleine einsame Strassen gegangen und uns über die Tageshorden geärgert und Kreuzfahrtzerstoerer geaergert. Da zahlen Leute dann ueber €80 für Disneyland Paris und jetzt wird wahrscheinlich jemand jammern ueber €3, 6, 10 fuer Venedig. Und Disneyland ist fuer mich soooooo weit weg von Kultur, Plastikwelt. €20 (++) fuer ein Tagesticket Venedig ware in Ordnung.
nebenbeigesagt 05.02.2019
3. Einen Tag der Woche unbedingt für 100 Euro Eintritt
Wöchentlich einen Tag für 10, den nächsten für 20, dann 30 bis aufsteigend 100 Euro Eintritt für den letzten Tag der Woche. Nur dann lässt sich Venedig wieder genießen wie in den 70er Jahren bei meinem ersten Besuch dort. Der Gedanke wird nicht jedem gefallen. Aber es hat dann jeder die Wahl, was ihm der Besuch dort wert ist. Aktuell gibt es AIDA Kreuzfahrten ab 399 Euro. Da ist dann sicher noch etwas Geld übrig.
Hamberliner 05.02.2019
4. Das kann auch schiefgehen.
Venedig ist auch ein ausgesprochener Knotenpunkt vieler Fährlinien auf der Adria. Stellt sich die Frage, wie man diejenigen Passagiere, die sehr wohl die Inselstadt verschonen wollen, vor den Gebühren schützt. Ich hab damals die ANEK nach Griechenland genommen, die Schiffe fahren ab Fusina auf dem Festland, das ist OK, aber AFAIK befindet sich ein Fährterminal für viele kürzere Strecken eben doch auf der Insel. Das müsste auch aufs Festland verlegt werden, und die Gebüren sollten auf die Insel beschränkt bleiben und nicht die Hotels in Mestre auf dem Festland auch betreffen. Ich seh nämlich kommen, dass die größten und maktmächtigsten Pauschalreiseveranstalter und Kreuzfahrt-Reedereien mit schmutzigen Tricks von Druck bis Korruption erreichen, dass ihre kurzbehosten rothäutigen Schafherden genauso massenhaft wie bisher die Inselstadt heimsuchen können, und die lachen sich ins Fäustchen während die Fährpassagiere die zahlenden Dummen sind, auch wenn sie die Inselstadt verschonen.
Newspeak 05.02.2019
5. ....
Ja, klar, man will niemanden abzocken. Genau das macht man aber. Ich wünschte, man könnte Venedig mal für einen Monat aller Touristen berauben, denn die sind ja anscheinend die reinste Plage, aber das Gejammer, wenn die Venezier allein in ihrer Stadt blieben, wäre vermutlich nicht auszuhalten. Man sollte vor allem nicht so arrogant seien. Kreuzfahrten sine eine Modeerscheinung. Die deutschen Armutsrentner der Zukunft werden sich sicher keine mehr leisten können. Und ob Venedig bei der Smartphonejugend interessant bleibt? Man ist nicht Paris oder London oder Rom. Es wäre besser, man würde die Touristen nicht so verachten. Ohne Touristen versinkt Venedig ganz sicher im Schlamm, mit Touristen nur vielleicht.
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