Zehnmal Deutschland Kuss vom Neandertaler

Richtig was erleben? Dann ab ins Museum. Auf Sylt und im Saarland, in Mettmann und München begeistern moderne Mitmach-Ausstellungen für das Thema Mensch und Natur. SPIEGEL ONLINE zeigt zehn Wissenschafts-Museen in Deutschland, die Sie besuchen sollten.

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Wenn der Seestern Hunger hat, geht's der Miesmuschel an den Kragen. Der vielarmige Stachelhäuter stülpt sich über seine Mahlzeit, saugt sich fest - und zieht. Manchmal stundenlang. Bis die Muschel sich dem Stärkeren ergibt, öffnet, und letztlich nur die ausgelutschte Schale zurückbleibt. Ein stilles Drama am Meeresboden der Nordsee, in phantastischen Bildern verfilmt und zu sehen im "Erlebniszentrum Naturgewalten" in List auf Sylt.

Das Museum am nördlichsten Hafen der Insel hat sich ganz dem Leben an und in der Nordsee verschrieben. 13 Partner haben sich für Konzeption und Umsetzung zusammengetan - darunter das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven, Nabu und WWF. Nach gut zehn Jahren Vorbereitung konnte der Bau Ende Februar eröffnen.

Nicht nur Seesterne und Muscheln liefern sich im kalten Wasser der Nordsee tödliche Kämpfe, auch Kegelrobben streiten sich bis aufs Blut um ihren Harem - "ein Anblick, mit dem man in der Nordsee nicht rechnet", wie der Sprecher des Audioguides trocken bemerkt. Ums reine Überleben ihrer Art dagegen kämpfen die europäische Auster, der der Klimawandel zu schaffen macht, und der kleine Schweinswal, die Walart vor nordeuropäischen Küsten.

Drei Themenbereiche decken die Ausstellungsmacher von "Naturgewalten" auf 1500 Quadratmetern ab: Tiere und Pflanzen im Watt und im Meer rund um Sylt, das Leben mit den "Kräften der Nordsee" und das globale Klima. Überzeugend ist die Ausstellung dort, wo sie die unmittelbare Umgebung beschreibt: in den Filmen über den "Seestern-Muschel-Battle", den wunderbaren Impressionen der Sylter Welt, die über eine kinoähnlich große Leinwand flimmern, oder etwa einem Schweinswal-Sichtungs-Computerspiel.

Auch wer per Kopfhörer der Zeitzeugin lauscht, die im friesischen Tonfall erzählt, wie der Hof ihres Bruders von der Sturmflut ergriffen wurde, erfährt Neues von der Waterkant. Oder wer Stürme im Wind-Wellen-Kanal toben lässt. Immer noch pädagogisch wertvoll und didaktisch gut aufgearbeitet ist die Klima-Sektion. Doch wer von globalen Themen wie Golfstrom, Klimawandel und Hurrikanen schon mal gehört hat, ist schnell gelangweilt.

Das Erlebniszentrum ist erstaunlicherweise ein stilles Museum: Erklärungen und Film-Kommentare erhalten die Besucher, indem sie sich mit einem Kopfhörer-System an Hörstationen einstöpseln. Für jüngere Kinder, für die immerhin ein Eintritt von 6,50 Euro bezahlt werden muss, sind die Ausstellungen daher weniger geeignet. Vieles ist noch nicht mal in Augenhöhe der Kleinen arrangiert, zu tun und anzufassen gibt es für sie noch wenig.

Dennoch: Viele Museumsgäste der ersten Wochen verbrachten vier bis fünf Stunden bei den "Naturgewalten". Gerade an stürmischen Tagen bietet das Zentrum eine gute Zuflucht - und wenn der Regen gegen das Fenster platscht, dann ist die Botschaft der Ausstellung beruhigend, dass mit Hurrikanen vor der Nordseeküste nicht zu rechnen ist. Noch nicht, wie Klima-Paniker sagen würden.


Erlebniszentrum Naturgewalten Sylt
Hafenstraße 37
25992 List/Sylt
Telefon: 04651-83619-0

Öffnungszeiten:
Täglich von 10 bis 18 Uhr
Juli und August von 10 und 22 Uhr

Eintritt:
Erwachsene 11 Euro, Kinder (ab 4 bis 15 Jahre) 6,50, Familienkarte (zwei Erwachsene, bis drei Kinder) 28 Euro

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Muffin Man, 04.08.2009
1.
Zitat von sysopIn ganz Deutschland gibt es Kleinode der Museumskultur - geben Sie unseren Lesern einen Tipp. Welche Ausstellung empfehlen Sie?
"Mensch und Natur", das klingt ja jetzt eigentlich eher nach "Waldlehrpfad" als nach sehenswertem Museum... Gewiß, es gibt recht sehenswerte Museen; die meisten Museen weisen einen regionalen Bezug auf, der zwar historisch "wahr" darstellt, wie unsere Vorfahren gelegt und gearbeitet haben, aber wer nun zum dreißigsten Mal das Werkzeug, mit dem aus Flachs gekämmte Fasern gewonnen, Wolle gesponnen, Leinen gefärbt oder mit Blaudruck versehen wurde, für den verlieren ländliche Museen leicht ihren Reiz, den sie für die Gründer, Stifter und Sammler, die zum Aufbau solcher Museen beigetragen haben, doch besaßen... Einige sehenswerte Museen könnte ich im Folgenden wohl nennen: Wer beispielsweise MELDORF besucht (der Meldorfer Dom ist leider den Sommer über noch geschlossen), Zeit und Interesse hat, sollte unbedingt das Dithmarscher Landesmuseum (http://www.landesmuseum-dithmarschen.de/) besuchen. Einzelne Räume dokumentieren bestimmte Lebensbereiche, wie etwa die Praxis eines Allgemeinmediziners, eines Zahnarztes, den technischen Stand eines Kreiskrankenhauses aus den 1950er Jahren... eine Dorfkneipe, die einmal wöchentlich im angeschlossenen Ballsaal Filmvorführungen bot, repräsentiert das Öffentliche Leben. LADENEINRICHTUNGEN in Museen findet man nicht nur dort, sondern auch in Itzehoe (http://www.kreismuseum-prinzesshof.de/) und im Altonaer Museum. Die Kargheit landwirtschaftlich geprägten Lebens dürfte im Moormuseum Moordorf (http://www.moormuseum-moordorf.de/) (Ostfriesland) deutlich werden, ansonsten lassen sich ökonomisch=sozialgeschichtliche Zusammenhänge tatsächlich in Schiffahrtsmuseen recht lehrreich betrachten: Husum (http://www.schiffahrtsmuseum-nf.de/) ist sehenswert, Kiel (http://www.kiel.de/kultur/museen/schiffahrtsmuseum.php) wohl nicht minder; in der malerischen Unterstadt Lauenburgs gelegen befindet sich das Elbschiffahrtsmuseum (http://www.elbschiffahrtsmuseum.de/), kleiner, aber urig ist das an der Niederelbe gelegene Kehdinger Schiffahrtsmuseum in Wischhafen (http://www.kuestenschiffahrtsmuseum.de/). Auch Freilichtmuseum, die uns verschiedene Bauernhaustypen zur Besichtigung offenhalten, können lehrreich sein; das erste dieser Art, das ich als Schüler noch besichtigt habe, befand sich in unmittelbarer Nähe der U-Bahnstation Volksdorf (http://www.museumsdorf-volksdorf.de); größer angelegt sind die Museen in Molfsee (http://www.freilichtmuseum-sh.de/), Ehestorf (http://www.kiekeberg-museum.de), Cloppenburg (http://www.museumsdorf.de), Detmold (http://www.lwl.org/LWL/Kultur/LWL-Freilichtmuseum-Detmold/) (das älteste seiner Art) und Hagen (http://www.lwl.org/LWL/Kultur/LWL-Freilichtmuseum_Hagen/); seit einigen Jahren gesellt sich eine gewisse Anzahl an Feuerwehrmuseen hinzu...
Muffin Man, 04.08.2009
2.
Zitat von sysopIn ganz Deutschland gibt es Kleinode der Museumskultur - geben Sie unseren Lesern einen Tipp. Welche Ausstellung empfehlen Sie?
Die "Museumskultur" befindet sich ja leider in einem solchen Wandel, daß die Grenzen zwischen Museum und "Indoor-Freizeitpark" zu verschwimmen drohen... den ALLTAG museal darzustellen ist nicht ohne Tücken, und so sehen sich altehrwürdige Schausammlungen gezwungen, die jüngeren Ausstellungskonzepte etwa des "Museums für Kommunikation am Stephansplatz" (http://www.museumsstiftung.de/index.php?id=175) halbherzig nachzunahmen, das sich zunehmend ja zu einem "Sensorium" gewandelt hat, und seinen einstigen Schwerpunkt ("Postmuseum"!) längst beiseitegeschoben hat. Unter den in meinem vorigen Posten genannten Freilichtmuseen habe ich - neben dem "Hessenpark" am Rande des Hochtaunus - versäumt, das Museumsdorf Hösseringen (http://www.museumsdorf-hoesseringen.de/home.html) zu nennen, das zwar ein wenig abseits der Ferienrouten liegt, aber gerade wegen seiner Abgeschiedenheit und Ruhe einen mentalitätsgeschichtlichen Aspekt des LANDLEBENS dem Besucher zu vermitteln vermag. Als Mitte der '90er Jahre, damals noch als "Ruhrtalmuseum" (was daraus GEWORDEN ist, ist eine Rauminstallation (http://www.ruhrmuseum.de/de/dauerausstellung/index.jsp)...) eine volkskundliche Ausstellung sich die Räumlichkeiten mit dem Folkwangmuseum in Essen sich teilte, wirkte die in eine Ecke gequetschte Arbeiterwohnküche teils beklemmend, teils wohltuend; beklemmend, weil sie die Wohnsituation der Bevölkerungsmehrheit schonungslos zeigte, wohltuend, weil Geschichte nicht mehr nur aus Unternehmersicht dargestellt wurde... gerade der "Ruhrpott", wegen der hohen Bevölkerungsdichte, dem hohen Grad an "Organisation der Freizeit", der Vielfalt an Vereinen und der multiethnischen Einflüsse, die dort relativ friedlich zusammengefunden haben, lohnt manchen Museumsbesuch! Etwa das Museum für Kunst und Kulturgeschichte (http://dev.mkk.dortmund.de/project/assets/template3.jsp?tid=50605&iid=nl&smi=1.0) in einem ehemaligen Sparkassengebäude zeigt ein wundervolles Panorama quer durch die Stadtgeschichte, den Wiederaufbau und die Wirtschaftswunderzeit... einen ähnlich angenehmen GESAMTEINDRUCK haben nur wenige Museen auf mich bewirkt, beispielsweise das in einem ehemaligen Kaufhaus befindliche Stadtmuseum Münster (http://www.muenster.de/stadt/museum/), die Wallace-Collection in London oder die Towner Art Gallery in Eastbourne... Das Gustav-Lübke-Museum in Hamm/Westfalen ist auch so ein Kleinod (http://www.hamm.de/gustav-luebcke-museum_ueber_uns.html), das man alle paar Jahre wieder besuchen kann; da ich ohnehin gern Museen besichtige, insbesondere, wenn sehenswerte EINZELSTÜCKE besonderer Kunstfertigkeit dort bestaunt werden können, möchte ich nicht säumen, auch die beiden EISENKUNSTGUß-Museen zu nennen, deren eines in Büdelsdorf (http://www.schloss-gottorf.de/ekg/index.php), das andere in Hirzenhain (http://www.wfg-wetterau.de/downloads/PDF-Archiv/museenfuehrer/16_Eisenkunstgussmuseum.pdf) zu finden ist.
Muffin Man, 04.08.2009
3.
Zitat von sysopIn ganz Deutschland gibt es Kleinode der Museumskultur - geben Sie unseren Lesern einen Tipp. Welche Ausstellung empfehlen Sie?
"Die Natur des Menschen" ist seine Neigung (und Befähigung), sich Dinge und das Verständnis ihrer Funktionsweise anzueignen... Insofern, Johan Huizinga postulierte gar, der Ursprung der Kultur läge im Spiel, kann nicht verwundern, daß auch dem SPIEL und dem SPIELZEUG eine wachsende Zahl von Sammlern hinterherjagen und so auch diesem "Werkzeug" spielerischen Lernens einige Museen gewidmet sind. Nürnberg als traditionelle Spielzeugstadt besitzt natürlich eines der überregional bekannten Museen; Trier das flächenmäßig größte; weil Steinhude als Naherholungsgebiet ohnehin eine größere Anzahl junger Familien und ganze Reisebusse auf Tagesausflug befindlicher Rentner anzieht, hat sich auch dort eine "nostalgische Gefühle" bedienende Schausammlung (http://www.steinhuder-scheunenviertel.de/spielz2.htm) etablieren können. Eine ähnliche Sammlung in Soltau (http://www.spielmuseum-soltau.de) mag (u.a. wegen eines "Kurzwarenladens" in Puppenstubengröße und wegen der Rarität einer "Grotesken Kapelle" aus Steiff-Fertigung) ambitionierte Sammler anziehen. DAS vermögen die Spielzeugsammlungen Schönberg (http://www.kindheitsmuseum.de) und Schleswig (http://www.stadtmuseum-schleswig.de/) leider kaum... immerhin soll sich das das Deutsche Spielemuseum (http://www.deutsches-spielemuseum.de) nach langen Anfangsschwierigkeiten wohl in Chemnitz endlich etabliert haben. Gegenüber all den "museumspädagogisch" optimierten Ausstellungskonzepten, dem Trend dahin, jedes Exponat anfassen zu dürfen, tut es denn auch mal ganz gut, Museen zu besichtigen, die ein wenig konzeptlos anmuten - und in denen ein buntes Sammelsurium alt und selten gewordener Dinge, die zur dem Verfall gerettet werden sollen, und die doch bloß ein wenig rat- und hilflos in Regalen verstaut sind, zu finden ist: Das Heimatmuseum des Marner Skatclub (http://www.museen-sh.de/inst.php?inst=78) zeigt wahllos zusammengetragene Zeugnisse des Studentenlebens im Spätbiedermeier und der bürgerlichen Wohnkultur, zu der's die Mitglieder nach einigen Jahren "liederlichen" Lebenswandels halt gebracht haben... wieviel amüsanter ist dies zu sehen, als das doch eigentlich ganz ähnlich zusammengestellte Detlefsen-Museum in Glückstadt (http://www.detlefsen-museum.de), dessen Namensgeber doch einen ähnlichen Lehrgedanken hegte, wie Otto Lehmann (http://www.h-net.org/reviews/showpdf.php?id=7160)!
Muffin Man, 04.08.2009
4.
Zitat von Muffin Man"Die Natur des Menschen" ist seine Neigung (und Befähigung), sich Dinge und das Verständnis ihrer Funktionsweise anzueignen... Insofern, Johan Huizinga postulierte gar, der Ursprung der Kultur läge im Spiel, kann nicht verwundern, daß auch dem SPIEL und dem SPIELZEUG eine wachsende Zahl von Sammlern hinterherjagen und so auch diesem "Werkzeug" spielerischen Lernens einige Museen gewidmet sind. Nürnberg als traditionelle Spielzeugstadt besitzt natürlich eines der überregional bekannten Museen; Trier das flächenmäßig größte; weil Steinhude als Naherholungsgebiet ohnehin eine größere Anzahl junger Familien und ganze Reisebusse auf Tagesausflug befindlicher Rentner anzieht, hat sich auch dort eine "nostalgische Gefühle" bedienende Schausammlung (http://www.steinhuder-scheunenviertel.de/spielz2.htm) etablieren können. Eine ähnliche Sammlung in Soltau (http://www.spielmuseum-soltau.de) mag (u.a. wegen eines "Kurzwarenladens" in Puppenstubengröße und wegen der Rarität einer "Grotesken Kapelle" aus Steiff-Fertigung) ambitionierte Sammler anziehen. DAS vermögen die Spielzeugsammlungen Schönberg (http://www.kindheitsmuseum.de) und Schleswig (http://www.stadtmuseum-schleswig.de/) leider kaum... immerhin soll sich das das Deutsche Spielemuseum (http://www.deutsches-spielemuseum.de) nach langen Anfangsschwierigkeiten wohl in Chemnitz endlich etabliert haben. Gegenüber all den "museumspädagogisch" optimierten Ausstellungskonzepten, dem Trend dahin, jedes Exponat anfassen zu dürfen, tut es denn auch mal ganz gut, Museen zu besichtigen, die ein wenig konzeptlos anmuten - und in denen ein buntes Sammelsurium alt und selten gewordener Dinge, die zur dem Verfall gerettet werden sollen, und die doch bloß ein wenig rat- und hilflos in Regalen verstaut sind, zu finden ist: Das Heimatmuseum des Marner Skatclub (http://www.museen-sh.de/inst.php?inst=78) zeigt wahllos zusammengetragene Zeugnisse des Studentenlebens im Spätbiedermeier und der bürgerlichen Wohnkultur, zu der's die Mitglieder nach einigen Jahren "liederlichen" Lebenswandels halt gebracht haben... wieviel amüsanter ist dies zu sehen, als das doch eigentlich ganz ähnlich zusammengestellte Detlefsen-Museum in Glückstadt (http://www.detlefsen-museum.de), dessen Namensgeber doch einen ähnlichen Lehrgedanken hegte, wie Otto Lehmann (http://www.h-net.org/reviews/showpdf.php?id=7160)!
Ein solches Museum, das noch nicht "ist", wohl aber einen Grundbestand interessanter Dinge, die aus dem Gebrauch gekommen sind, vorweisen kann, findet sich in einem ehemaligen Schulgebäude in Lunden (http://www.natourcentrum-lunden.de/Ausstellungen/ausstellungen.html). Gleichfalls rührend ist das in Preetz angesiedelte und zumindest deutschlandweit wohl einmalige Circusmuseum (http://www.circus-museum.de/). Zu den schönsten Museen, die ich auf Reisen quasi im Vorbeifahren entdeckte, zählt sicher das Rheinmuseum Emmerich (http://kleve.de/C12572B30025D73F/html/5AEC1B57A967FF9EC125756F003AAA0D?opendocument&nid1=58265), aber auch sein Pendant an der Weser: In einem ehemaligen Telegraphenturm zu Brake (http://www.schiffahrtsmuseum-brake.de/). Ebenfalls angenehm überrascht wurde ich bei meinen Besuchen in Wörth am Main (http://www.museen-in-bayern.de/inhalt/content_fs.php?objID=1124) und in Erbach (http://www.erbach.de/kultur/museum/Allgemein.htm) im Odenwald.
Muffin Man, 05.08.2009
5.
Zitat von sysopIn ganz Deutschland gibt es Kleinode der Museumskultur - geben Sie unseren Lesern einen Tipp. Welche Ausstellung empfehlen Sie?
Fährt man über Land und nimmt man sich die Zeit, auch jene beinahe unscheinbaren Museen zu besuchen, auf die man nur über einen hölzernen Hinweispfeil aufmerksam gemacht wird, kann man sicher manch sehenswerte Sammlung entdecken. Vor wenigen Jahren etwa sah ich, daß in Boizenburg das erste Deutsche Fliesenmuseum (http://www.jugendstilfliesen-museum.de/) die Pforten geöffnet hatte. Da die Herstellung von Wand- und Bodenfliesen für das Städtchen historisch von starker Bedeutung ist, ist das auch angemessen - und die Ausstellung ist auch wirklich gelungen. Ein weltweit tätiger Getreidehändler und Mühlenbesitzer keine Autostunde nördlich von Boizenburg gelegen ließ über die regionale Presse bekanntgeben, er hätte eine einzigartige Sammlung von Mehlsäcken zusammengetragen, die er nun auch der Öffentlichkeit präsentiere; leider ist das einzigartige Mehlsackmuseum (http://www.flour-art-museum.de/) aber nur angemeldeten Gruppen zugänglich. Ambitioniert ist auch die, die dörfliche Wohn- und Arbeitswelt Stormarns dokumentierende, Schausammlung in Hoisdorf (http://www.museum-hoisdorf.de/) zusammengetragen. Ein ähnliches Heimatmuseum (http://www.findcity.de/?m=gemeinde-ahrensb%F6k-kurzportrait-steckbrief-s1001505) ist im Amtsrichterhaus Ahrensbök eingerichtet, in dem von einigen prähistorischen Funden bis hin zur Einrichtung eines einstigen Fotolabors "das Leben" der Vorfahren sich zeigt. Manche Dinge, die museal zeigenswert wären, muten dem Laien so seltsam an, daß sie vorerst aber nur als "virtuelle Museen" vorzufinden sind: So etwa im Bananenaufklebermuseum (http://www.b-a-m.de/art_binder_ausgerechnet_bananen.htm) oder in Vitolphilie (http://www.tabacart.com/html/index.htm)-Sammlungen.
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