ThemaBreaking the IceRSS

Alle Kolumnen

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
04.02.2004
 

Breaking the Ice

In Santiago beginnt das Eis zu schmelzen

Müde und erschöpft sind die Teilnehmer der Friedensmission in Chile angelangt. Die Expedition ist zu Ende, doch die Begegnung mit der Idee "Breaking the Ice" beginnt erst. Zum ersten Mal begegnen sich die jüdische und die palästinensische Gemeinden Santiagos.

Samstagabend, 31. Januar

Rückflug von Ankunftshafen Puerto Williams über Punta Arenas in die Hauptstadt Santiago. Am Flughafen warten jüdische und palästinensische Bürger Santiagos gemeinsam auf die Expeditionsmitglieder - eine Premiere, da die beiden Gemeinden bislang keinerlei Kontakt miteinander hatten. Rabbi Roberto Feldman freut sich, Mario Nazal, Direktor der PF (Palestinio Fundacion), kennen zu lernen. Die PF vertritt rund 350.000 Palästinenser in Chile.

Da der Empfang am Sabbat stattfand, hatten die Palästinenser den Großteil der Vorbereitungen im Alleingang übernommen. Rabbi Feldman: "Mario hatte alles in bester palästinensischer Gastfreundschaft organisiert, die Stimmung war gut, und wir fühlten uns sehr wohl." Presse war anwesend, hielt sich aber im Hintergrund: Die Fragen ans Team kamen von den Juden und Palästinensern Santiagos - sich traditionell feindlich gesonnen, aber gemeinsam in der Diaspora.

Schnell drehte sich das Gespräch um die Motivation von "Breaking the Ice". Ziel der Expedition sei es, ein Leitmotiv für Jugendliche und damit auch für die Arbeit mit Jugendlichen zu geben, so Heskel Nathaniel, Initiator der Expedition. Die Extreme Peace Missions planen Projekte mit Jugendlichen unter dem Titel "Breaking the Ice". Dabei sollen extreme und abenteuerliche Erfahrungen Jugendliche zusammenführen, die sich bislang eher feindlich gegenüber stehen.

Die anwesenden Juden und Palästinenser sehen Spielraum für diese Idee auch in Chile. Und als Ergebnis des Abends steht fest: Die beiden Gemeinden werden gemeinsam überlegen, wie sie Jugendliche zusammenbringen. Alle wissen, dass bis dahin noch viele "Wenn" und "Aber" zu lösen sind, das Misstrauen ist groß, Verletzungen auf beiden Seiten sind immer präsent. Dennoch: Ein Anfang ist gemacht, Adressen wurden ausgetauscht, und wer dabei war, der wird diesen Abend als Leitmotiv erinnern.

Die Tage zuvor hatten Rabbi Feldman und Mario Nazal erstmals und zunächst per Email Kontakt zueinander aufgenommen. Der Kontakt wurde vermittelt über den Jewish Palestinian Living Room Dialogue aus Kalifornien - diese Gruppe aus Juden und Palästinensern trifft sich regelmäßig und arbeitet dafür, dass ähnliche Gruppen auch anderswo entstehen. Len Traubman, Gründer des Living Room Dialogue, ist optimistisch: "'Breaking the Ice' ist ein hervorragendes Werkzeug, um Menschen zusammenzubringen. Die Geschichte ist phantastisch, abenteuerlich und anregend. Jeder will wissen, wie es mit 'den anderen' war - und aus dem Fragen wird eine unvergessliche Begegnung."

Die Zeit bis zum Abflug am Dienstagvormittag verbrachten die Expeditionsteilnehmer wie ganz gewöhnliche Touristen im Hotel und mit Ausflügen durch die Stadt.

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Reise
alles aus der Rubrik Fernweh
alles zum Thema Breaking the Ice

© SPIEGEL ONLINE 2004
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP