Von Marion Frahm und Michael Lindner (Fotos)
Auf was hatte sich der Kanadier da bloß eingelassen? Fünf Jahre bewarb David Acton sich unermüdlich um eine Stelle als Ballonfahrer in der Masai Mara und dann das. Die Ankunft im hektischen Nairobi war ein Schock. "Das hatte ich nicht erwartet."
Zwei Monate kostete es ihn, den mitgebrachten Ballon durch den Zoll zu bringen, und dann noch die Prozedur, bis die Behörde seine Fluglizenz anerkannte. Fast hätte er seine Abenteuerlust bereut. Doch das ist lange her, sechs Jahre, um genau zu sein.
Und noch immer erzählt der 39-Jährige gerne, wie er blauäugig an seinem neuen Arbeitsplatz eintraf, den er noch nicht einmal als Tourist zuvor gesehen hatte - heute mit einem Schmunzeln auf den Lippen. Einmal ist er noch weggegangen, nach Schweden für ein halbes Jahr, doch dort konnte er nicht genügend fliegen, und er ist zurückgekommen.
In Kenia fliegt er fast jeden Tag. In seinem Ballon über der Masai Mara strahlt Davids Gesicht. Mehr noch als die Touristen kann er die Natur, das einmalige Schauspiel, das sich wenige Meter unter seinem Ballon am Mara-Fluss und auf den Plains abspielt, genießen.
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Für eine Ballonfahrt über der Masai Mara heißt es, früh aus den Federn und Zelten zu kommen. Bereits in der tiefschwarzen Nacht verlassen Jeeps die weiter entfernt liegenden Camps und Lodges. Mit unschlagbaren Ortskenntnissen folgen ihre Fahrer den einsamen Pisten und wählen an den undefinierbaren Kreuzungen den richtigen Weg zum Little Governors' Camp (www.governorscamp.com). Im Dunkel der Nacht blitzen die Augen streunender Hyänen, grasende Gnus grunzen monoton, und im Scheinwerferlicht leuchten Zebrastreifen auf.
Zu so nachtschlafender Zeit in der dunklen, kühlen Morgenstunde sind seine Fahrgäste noch nicht allzu gesprächig. David Acton kann es verkraften. Später, während der Fahrt, wenn er - Entertainment bewusst - über die Landschaft berichtet, hängen sie förmlich an seinen Lippen.
Mit dem dampfendem Kaffeebecher in der Hand, die Fliegerjacke noch über das weiße Pilotenhemd gezogen und dem Baseballcap mit der Aufschrift "Flying Beavers" aus seiner Zeit als Pilot in Kanada auf dem Kopf, betrachtet David versonnen, wie sich die regenbogenfarbenen Hüllen des Ballons allmählich mit Leben füllen. An diesem Morgen starten zwei in die Lüfte. David steuert den großen, "den 747 unter den Ballons", wie er sagt, mit zwölf Plätzen.
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