Kopenhagen/Nuuk - Dem Eisbär machen eine Menge Dinge zu schaffen: die Klimaerwärmung, Vergiftung durch PCB und Dioxin und von Zeit zu Zeit ein Grönländer mit einer Flinte in der Hand. Die wird in nächster Zeit immer häufiger ein US-Amerikaner, Deutscher oder ein anderer jagdbegeisterter und zugleich betuchter Ausländer benutzen. Denn Grönlands Behörden wollen, wie die Kopenhagener Zeitung "Politiken" berichtet, die Wirtschaft ihres Landes ankurbeln, indem sie auch Touristen die Jagd auf das - neben Grizzly- und Kodiakbär - größte Landraubtier der Erde erlauben.
"Wir stellen uns Jäger vor, die auf wirklich große Trophäen aus sind und früher Elefanten gejagt haben", sagte die zuständige Sprecherin des Fremdenverkehrsverbandes Greenland Tourism. Das Interesse sei enorm. Weltweit ist die Eisbärenjagd für nicht im Polargebiet lebende Jäger derzeit nur in Kanada zugelassen.
Nach Schätzungen der Organisation Polar Bears Internationale leben in der Arktis insgesamt etwa 22.000 Eisbären. Der Vizechef des Kopenhagener Zoos, Bengt Holst, nannte die begrenzte Zulassung auf Grönland sinnvoll: "Es ist immer gut, wenn man die Naturerhaltung mit zusätzlichen Einnahmen für die ortsansässige Bevölkerung verbindet."
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