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21.04.2008
 

Solartaxi in Fernost

Chinesischer Hürdenlauf

Holprige Fahrt nach China: Marode Straßen, viele Formalitäten und ein amtlicher Aufpasser begleiten das Solartaxi auf der Reise in die Volksrepublik. Noch vor der Grenze hätte eine Unachtsamkeit Louis Palmer beinahe das Leben gekostet.

Die Straßenverbindung zwischen Luang Prabang und China ist übersät mit Schlaglöchern, und vom einstigen Straßenbelag fehlt oft jede Spur. Es geht bergauf und bergab, das Solartaxi knirscht und ächzt. Ich fahre durchs Ende der Welt – kaum jemand verirrt sich in diese Berge, und so strömt das verwunderte Volk jedesmal zusammen, wenn das Solartaxi durch die Strohhüttensiedlungen fährt.

Ein Zwischenfall hätte beinahe die Fahrt für immer beendet: Kurz vor Luang Prabang, als ich das Solartaxi auf einem Bergpass in einer Holzhuette an eine Steckdose hängte, ging sie ploetzlich in Flammen auf. Nur gut, dass nichts weiter passiert ist. Der lokale Chefmechaniker hat mir gleich einen neuen Stecker besorgt und am Kabel befestigt. Die Freude daran sollte aber nicht lange dauern.

Mit leeren Batterien erreiche ich die letzte Stadt in Laos. An der Tankstelle empfangen mich angetrunkene Menschen, es ist Ende des Songkran, des buddhistischen Neujahrsfestes. Als ich an einer Steckdose die Batterie anschließe, knallt es in meinem Arm, als ob ich von einer Kugel getroffen worden wäre. Der neue Stecker war gar nicht richtig abisoliert. Die Erdung war außerdem mit der Phase zusammengedreht. Das war mein erster Stromschlag in meinem Leben mit 220 Volt - und hoffentlich der einzige.

Die Grenzstadt zu China ist eine Art Las Vegas. Ein riesiges, neues Casino, Hotels, viele Geschäfte, noble Karossen. Wir sind sehr gespannt und neugierig auf China. Während ich im Restaurant esse, kommen plötzlich grunzende und scharrende Geräusche aus einer Ecke. Ich entdecke fünf Kragenbären, jeder in einem winzigen Käfig. Die putzigen Tierchen sind dort zur Belustigung der Gäste ausgestellt.

An der Grenze wartet James auf uns. Der junge, sympathische Typ in europäischen Outdoor-Klamotten ist unser Tour-Guide, der das Solartaxi durch die Volksrepublik begleiten wird. Seine freundliche Erscheinung ändert nichts am unangenehmen Charakter seines Amtes: Seine Mitfahrt ist behördlich vorgeschrieben.

China ist das komplizierteste Land unserer Reise: Um hier mit einem europäischen Auto durchzufahren, braucht es nicht nur drei Monate Vorankündigung, eine Agentur, einiges an Geld und einen Tour-Guide, sondern auch ein chinesisches Nummernschild. Dieses besteht aus Papier, und wir kleben es hinter die Windschutzscheibe. Dann drückt mir der örtliche Polizeichef auch meinen neuen, chinesischen Führerschein in die Hand. Thomas muss noch eine Bremsspur ziehen, denn die Beamten misstrauen der Fahrtüchtigkeit - nicht etwa des Solartaxis, sondern des Toyota Begleitfahrzeugs. Dann aber legen wir los: 39 Tage in China, viele Berge, viel Programm und 6000 Kilometer warten auf uns.

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