Risiko Tauchsafari: Wenn sich das Fünf-Sterne-Schiff als Seelenverkäufer entpuppt

Von Linus Geschke

5. Teil: Im Unglücksfall

1. Bei Dekompressionserkrankungen hilft als Erstmaßnahme nur die Verabreichung von Sauerstoff und Zuführung von Flüssigkeit. Danach muss so schnell wie möglich ein Arzt und/oder die nächste Druckkammer aufgesucht werden. Wenden Sie sich direkt an die telefonische Hotline ihres Tauchversicherers - hier hilft man schnell und kompetent weiter.

2. Falls Sie abgetrieben werden, bleiben Sie möglichst als Gruppe zusammen. Tauchen Sie niemals ohne Strömungsboje auf. Mit dem Handspiegel können Sonnenstrahlen gut sichtbar reflektiert werden, ein "Hammerhead" ist auch auf größere Entfernung oft noch gut hörbar. Bei Nachttauchgängen kann die Tauchlampe von unten in die Strömungsboje gehalten werden - so ist die leuchtende rote Farbe weithin sichtbar. Sollte Ihr Schiff über ein Enos-System verfügen, aktivieren Sie es, sobald Sie sich in Not befinden. Hiermit haben Sie Gewissheit, schnell lokalisiert zu werden!

3. Lassen Sie bei Übelkeit oder Kopfschmerzen den Tauchgang ausfallen. Ebenso, wenn Sie sich durch die aktuellen Umstände (hohe Wellen, Strömung und so weiter) überfordert fühlen. Nur ohne Stress wird die Tauchsafari wirklich zum Genuss!

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insgesamt 27 Beiträge
Tupolev 16.10.2008
Übereinstimmend mit den sonstigen Erfahrungen. So wie in manchen Ländern fast alles gemacht wird, sollte man zumindest sehr vorsichtig sein.
Übereinstimmend mit den sonstigen Erfahrungen. So wie in manchen Ländern fast alles gemacht wird, sollte man zumindest sehr vorsichtig sein.
indosolar 16.10.2008
als ehemaliger Resortmanager mit fast 10.OOO Tauchgaengen moechte ich darin erinnern, dass PADI eine amerikanische, profitorientierte Tauchschule ist, die zwar nach aussen viel hermacht, aber Tauchlehrer am Fliessband produziert, [...]
als ehemaliger Resortmanager mit fast 10.OOO Tauchgaengen moechte ich darin erinnern, dass PADI eine amerikanische, profitorientierte Tauchschule ist, die zwar nach aussen viel hermacht, aber Tauchlehrer am Fliessband produziert, was erstens zu einem Ueberangebot fuehrt und zur Lohndrueckerei, weil gerne frisch ausgebildete Tauchlehrer genommen werden, die aber in Stress- und Kriesensituationen schnell versagen. Zusaetzlich sorgen nationale Bestimmungen dafuer, dass Besitzer von Resorts, Tauchschulen und Cruising Schiffen, gezwungen werden, lokale Tauchguides einzustellen, die zwar vom taucherischen Koennen und mariner Kenntnis zum Teil excellent sind, aber bei dem noetigen Briefing schnell an sprachliche Grenzen stossen sowie, es sei Ihnen zwar ehrenhaft anzurechnen, aber die Disziplin aus uebertriebener Hoeflichkeit vor den zahlenden Gaesten kaum einfordern. Zusaetzlich kreiert eine Tauchindustrie ein Gefuehl, dass die neueste Technik Erfahrung ersetzt, physische Schwaeche von gut situiertem Mittelstand ersetzt, der dann oft aus Gier auch noch non-limit bucht(der Name sagt es schon, man betreibt einen Sport am Limit)dies tut ein Uebriges. Dazu kommt natuerlich meist Unkenntnis von Technik, oft werden Booten von anonymen Eignern betrieben, die erfahrene und hinweisende Cruise Direktoren schnell rauswerfen, wenn reklamiert oder auf Gefahren hingewiesen wird. Das Beste ist immer, wenn der Eigner einer Tauchunternehmung oder Schiffes vor Ort ist, oder erfahrenes Personal an Bord. Komischerweise hat mich in all meinen Jahren im Geschaeft noch nie einer nach meiner Erfahrung gefragt, die Gaeste vertrauen blind, das kann schnell schief gehen. Auch Gaeste sparen gern, billig kann aber nicht gut sein und wer 2000 Euro fuer eine Ausruestung, 1000 fuer einen Flug ausgibt, aber 10 Tage Betreuung von Profis fuer 500 erwartet, der kennt das Geschaeft nicht. Dazu kommt eine blinde Touristikindustrie, nur einige namenhafte Tauchreisebueros checken wirklich, was Sie vermitteln, der Rest ist blanke Augenwischerei. Ausser den Namhafte kenne ich wenige grosse Reiseanbieter, die einen ernsthaften Pruefer, der auch dass Geschaeft kennt, auf Boote und Tauchschulen schicken, um einen Report zu fertigen, es wird einfach jeder Schrott angeboten. In Hotels wird zwar jede Kakerlake gezaehlt um die beruehmten Sterne zu erhalten, aber ernsthafte Kontrollen auf Booten und in Tauchschulen von allgemeinen Reiseanbietern sind selten. Ehrlich gesagt, die Tauchindustrie kann sich gluecklich schaetzen, dass nicht mehr passiert. Und als Schlussbemerkung fuer alle gefrustetn und ausgebeuteten Kollegen, es lohnt auch nicht manche Touristen zu retten, von 3en die ohne mich schon lange Fischfutter waeren, hat sich nicht einer bedankt, einer sogar bei meinem Chef noch eine unverschaemte Nachforderung eingereicht, weil wir ihn in die Druckkammer der indonesischen Marine gebracht haben. Die 250 Dollar, die ihm die Miltaers fuer die Lebensrettung in Rechnung gestellt haben, waren diesem Typ zuviel.
RogerT 16.10.2008
Als langjähriger Taucher und namhafter Unterwasser-Fotograf kann ich @indosolar nur 100% zustimmen. Aber auch wenn den normalen Urlaubstauchern vieles bekannt wäre, würden die trotzdem nicht verzichten; manche Menschen müssen [...]
Als langjähriger Taucher und namhafter Unterwasser-Fotograf kann ich @indosolar nur 100% zustimmen. Aber auch wenn den normalen Urlaubstauchern vieles bekannt wäre, würden die trotzdem nicht verzichten; manche Menschen müssen halt erst gegen eine Wand laufen, um zu lernen, das die härter als der eigene Schädel ist... Blindes Vertrauen in völlig überforderte Guides, die oft in Crashkursen innerhalb eines halben Jahres bis zum "Divemaster" aufgestiegen sind, ist oft schon normal. Ich hatte mal einen Guide, der hatte gerade 45 Tauchgänge "Erfahrung" und führte eine Gruppe von 8 unerfahrenen Urlaubstauchern bei sehr starker Strömung... nach 40 Minuten musste er glücklicherweise den Tauchgang beenden, seine Flasche war leer... die meisten erfahrenen Mittaucher hatten noch 50% drin. Wenn da ein Notfall eingetreten wäre, hätte der niemandem helfen können, der ist noch viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Aber wie sagte ein Mittaucher, als ich Kritik anmeldete "der ist doch Guide, der hat das doch gelernt, da kann nichts passieren". Und das war die allgemeine Meinung der Urlaubstaucher in der Gruppe. Diese Naivität ist schon erschreckend und zeigt doch die "Schein"Gläubigkeit vieler Leute - hast du einen Führerschein, kannst du automatisch auch Autofahren - hast du einen Divemaster-Schein, bist du der absolut erfahrene Führer... Übrigens: Taxifahrer darf man erst mit 21 Jahren werden, aber Urlauber absaufen lassen, klappt schon viel früher.
Hallo, was den Gast interessiert wird ihm auch geboten .... schon in Deutschland kann man sein blaues Wunder erleben, die Taucher sind in der überwiegenden Zahl unqualifiziert, ungeübt und uneinsichtig, wer die angesprochenen [...]
Hallo, was den Gast interessiert wird ihm auch geboten .... schon in Deutschland kann man sein blaues Wunder erleben, die Taucher sind in der überwiegenden Zahl unqualifiziert, ungeübt und uneinsichtig, wer die angesprochenen Sicherheits- und Signaleinrichtungen mit sich führt wird gleich als nervöses Weichei eingstuft. Die grossen Veranstalter bieten keine Tauchsafaris an, die wissen worauf sie sich einlassen - auf den puren Wahnsinn - der schnell zur Haftung führen kann. PADI ist eine Witznummer, quasi Kuscheltauchen für zahlende Gäste, und auch der angegebene Verband Deutscher Sporttaucher hat keinen Einfluss auf seine komerziellen Tauchlehrer. Alle sind in verschiedenen Verbänden organisiert und es ist ihnen egal ob sie das VDST(CMAS)-Schild von der Tür nehmen müssen. Solange die Gäste nicht mehr Sicherheit bezahlen, stattdessen aber lieber in 5-Sterne-Unterkünfte investieren, wird sich überhaupt nichts ändern. Grüsse an Werner Scheyer, schön dass Du Dich nicht verbiegen lässt !
RogerT 16.10.2008
---Zitat--- Die grossen Veranstalter bieten keine Tauchsafaris an, die wissen worauf sie sich einlassen - auf den puren Wahnsinn - der schnell zur Haftung führen kann. ---Zitatende--- Die, die Safaries anbieten, vermitteln die [...]
---Zitat--- Die grossen Veranstalter bieten keine Tauchsafaris an, die wissen worauf sie sich einlassen - auf den puren Wahnsinn - der schnell zur Haftung führen kann. ---Zitatende--- Die, die Safaries anbieten, vermitteln die auch nur und treten nicht als Veranstalter auf - so bleiben die im Fall der Fälle unantastbar, der betroffene Gast muss dann in Ägypten, Indonesien oder sonstwo gegen einen einheimische Firma klagen, die es gleich nach dem Unfall eh nicht mehr gibt... da macht dann ein Familienmitglied sofort eine neue Firma mit den alten Leuten auf - und die haben manchmal richtig große Familien... Abgesehen davon: z.B. in Ägypten beträgt die Halbwertzeit der meisten Safarieschiffe ca. 5 Jahre, danach sind die Schrott. Die werden größtenteils aus billigem Weichholz zusammen genagelt! Farbe drüber und gut ist. Nach spätestens drei Jahren müssen die aufwendig renoviert werden, also neu gestrichen und ein paar Kabel mit Kabelbindern neu befestigen, der Kompressor bekommt bei der Gelegenheit auch eine neue Luftfilterpatrone (die ist sonst bei der Belastung so ca. alle 4 Wochen fällig)... und der Kahn wird wieder für vielleicht 2 Jahre auf die Taucher losgelassen. Danach verschwinden die meisten dieser Pötte von der Bildfläche oder saufen versicherungstechnisch recht interessant einfach ab... inzwischen werden schon die nächsten zusammen genagelt (die werden übrigens tatsächlich mit tausenden Nägeln zusammen gebaut). Nur einige sehr teure Schiffe, oft in europäischer Hand, sind technisch etwas besser - sicher sind die aber deswegen fast alle nicht. Nur ein einzigens Schiff im ganzen Roten Meer hat dieses im Artikel beschriebene Rettungssystem ENOS. Dabei wäre es so einfach: die allzeit bereite ägyptische Verwaltung, die keinen Felsen im Wasser auslässt, um nicht sofort eine Marineparkgebühr zu kassieren, könnte hier eine Pflicht für dieses System aussprechen - wer es nicht hat, darf nicht raus. Die Kontrollen sind schon da, jeden Tag werden die ausfahrenden Schiffe von der Hafenbehörde auf ihre (kostenpflichtige) Lizenz kontrolliert, was fehlt, ist die Einsicht und der Wille.
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  • Datum: Donnerstag 16.10.2008 | 17:27 Uhr
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