Costa Rica: Land der Ticos und Tukane

2. Teil: "Nicht schwimmen - Krokodile"

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Die Mitarbeiter von La Tirimbina haben alle Hände voll zu tun, ebenso ihre Kollegen der nahen "Estación Biológica La Selva". Hier nächtigen und leben vor allem wissenschaftlich Interessierte, manche eine Woche lang, andere ein Jahr. Tafeln mit Erläuterungen gibt es viele in den Gebäuden und im Wald. Ein Warnschild am Fluss ist besonders hilfreich: "Nicht schwimmen - Krokodile im Wasser".

Postkartentauglich: Sonnenuntergang in der Region Sarapiquí
TMN

Postkartentauglich: Sonnenuntergang in der Region Sarapiquí

Das Sarapiquí Conservation Learning Center kümmert sich auch um Kooperationen mit Kommunen, Frauengruppen, Schulen und Kindergärten. "Das Zentrum vermittelt Gästen den Besuch und die Übernachtung in einer einheimischen Familie, Schulbesuch inbegriffen", sagt Giovanna Holbrook.

Wenn sie spricht, spürt der Zuhörer, dass die Dame mit den italienischen Wurzeln die Natur und die Ticos liebt. Giovanna Holbrook ist Mitbegründerin des gemeinnützigen Lernzentrums und eines Ökohotels und lebt schon seit 30 Jahren in der Region. "Die Nachfrage nach nachhaltigem Tourismus wächst. Die Menschen lernen, die Natur zu achten und zu bewahren", sagt sie.

Ein weiteres Beispiel für die Entwicklung zum Ökotourismus ist die Geschichte von Alberto Quintana. Er züchtete früher Rinder, heute betreibt er eine Öko-Hacienda mit Restaurant, Gästezimmern, alternativer Energiegewinnung, organischem Anbau, Schmetterlingszucht sowie einem Urwald mit 500 Vogelarten. "Wir sind ein echtes Tico-Familienunternehmen", sagt der Mittfünfziger. Das Interesse sei groß: "Wir brauchen mehr Zimmer in unserer Region", sagt Quintana.

120 Kilometer zwischen Atlantik und Pazifik

Neben den Umweltthemen kommen in Costa Rica aber auch das Vergnügen und sportliche Abenteuer nicht zu kurz: Ausritte, Wanderungen zu Vulkanen wie dem ständige rauchenden 1633 Meter hohen Arenal, Kajakttrips, Wildwasserfahrten und Seilbahntouren sind nur einige der Möglichkeiten.

Und wer in Costa Rica baden will, hat die Qual der Wahl: Atlantik mit lässigem Karibikflair oder Pazifik mit den vielen neuen Hotelanlagen? Wer es ganz eilig hat, kann sogar morgens an der Karibikküste surfen und abends im Pazifik in den Sonnenuntergang schwimmen. Die Ozeane liegen an der schmalsten Stelle des Landes nur 120 Kilometer auseinander. Wegen der Bergketten dauert die Fahrt von Limón nach Playa Jacó am Pazifik aber sechs Stunden.

Costa Rica mit seinen 4,2 Millionen Einwohnern wird wegen seiner stabilen politischen und wirtschaftlichen Lage oft die "Schweiz Mittelamerikas" genannt. Jeder Tico ist stolz, dass Lebensstandard und Bildungsniveau seines Landes zu den höchsten in Lateinamerika zählen und das Land kein Geld für das Militär ausgibt. Costa Rica war nicht in die Bürgerkriege Mittelamerikas verwickelt, und der damalige und heutige Staatspräsident Óscar Arias Sánchez bekam für seinen Einsatz um den Frieden bei den Nachbarn 1987 den Friedensnobelpreis.

Von Bernd Kubisch, dpa

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  • Datum: Dienstag 02.12.2008 | 12:59 Uhr
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