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10.01.2009
 

Erdbeben in Costa Rica

Touristen mit Hubschraubern gerettet

Costa Rica wurde vom schwersten Erdbeben seit 150 Jahren erschüttert. Offiziell werden 50 Tote befürchtet. Noch immer sind rund tausend Menschen rund um den Vulkan Poas von Hilfe abgeschnitten, Touristen allerdings konnten mit Hubschraubern in Sicherheit gebracht werden.

Poasito/Vara Blanca - Nach dem schwersten Erdbeben in Costa Rica seit 150 Jahren haben die Rettungsteams sich nur allmählich zu den Opfern vorgekämpft. Der nationale Krisenstab CNE sprach am Freitag von 15 geborgenen Toten und 42 Vermissten; befürchtet wurden mehr als 50 Tote. Präsident Oscar Arias sagte nach einem Blitzbesuch im Katastrophengebiet am Vulkan Poas: "Die Auswirkungen sind schlimmer, als ich mir vorgestellt hatte."

Rund 150 ausländische Touristen wurden aus dem am schwersten betroffenen Gebiet rings um den Poas gerettet, viele mussten mit Hubschraubern ausgeflogen werden. Luftaufnahmen offenbarten, dass zahlreiche Erdhänge abgerutscht waren.

Verzweifelte Bewohner des Katastrophengebiets suchten unter Trümmern und Erdmassen nach Angehörigen - so wie Gisella Mora Padilla aus San Rafael de Vara, die ihren Sohn Jean Carlos in einer zusammengebrochenen Molkerei vermutete.

Der Vulkan Poas liegt rund 40 Kilometer von der Hauptstadt San José entfernt. In der Nähe des Vulkans war das Epizentrum des Bebens der Stärke 6,2, das sich am Donnerstag um 13.21 Uhr Ortszeit (20.21 Uhr MEZ) ereignete. Nach einer Schätzung des Roten Kreuzes blieben am Freitagabend noch immer rund tausend Menschen in entlegenen Gegenden von jeder Hilfe abgeschnitten.

Die Touristen, die mit Hubschraubern in Sicherheit gebracht wurden, stammten aus den USA, Frankreich, Kanada und Spanien. Viele von ihnen hatten sich zu den La-Paz-Wasserfällen aufgemacht, die zu den wichtigsten Touristenattraktionen des zentralamerikanischen Landes zählen. Durch Erdrutsche waren die Verbindungen zu zahlreichen Dörfern abgeschnitten. Dutzende Häuser brachen zusammen, Erdmassen begruben auch Autos unter sich.

Sowohl die Nachbarstaaten als auch die USA und China stellten Hilfe zur Verfügung. Zwei Blackhawk-Hubschrauber der US-Streitkräfte wurden aus Honduras in das Krisengebiet entsandt, um sich an den Rettungseinsätzen zu beteiligen. Unter den Getöteten befand sich ein zwölfjähriges Mädchen, das von einer umstürzenden Mauer begraben wurde. Im Erdbebengebiet leben 2,5 Millionen der insgesamt vier Millionen Einwohner Costa Ricas.

abl/AFP

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