Doch nicht nur in Tombstone trieben die Apachen ihr Unwesen oder beschützten ihr Land - je nachdem, aus welcher Sicht die Legende erzählt wird. Im äußersten Südosten Arizonas, nahe der Grenze zum US-Bundesstaat New Mexico, lebte ein besonders kriegerischer Apachen-Stamm, die Chricahua. Sie kamen mit der heißen, unwirtlichen Wildnis zurecht, auf das die meisten Tage im Jahr die Sonne scheint.
Als die Weißen aber kamen und sie aus ihren angestammten Gebieten zu vertreiben drohten, leisteten sie erbitterten Widerstand. Verträge wurden geschlossen und gebrochen, schließlich lebten die Indianer im Exil in den weit entfernten Staaten Florida, Alabama und Oklahoma - oder eben in den Bergen des heutigen Chiricahua National Monuments.
"In diesem Land haben sich immer nur die Apachen zurecht gefunden", erzählt die Rangerin Suzanne Moody. Extrem schwierig sei es, inmitten der kargen Felsen zu überleben. Die Steinformationen entstanden nach den Ausbrüchen des Turkey-Creek-Vulkans vor mehr als 27 Millionen Jahren. Die Indianer aber haben gewusst, wo sie jagen können und wo sie Gewächse fanden, die ihr Überleben sicherten.
Doch nicht alles ist Wüste im Süden Arizonas. Im Sommer wird Tucson immer wieder von Monsun-Regen überschwemmt. "Da ziehen am blauen Himmel dicke Wolken auf, die schon von weitem zu sehen sind", erzählt die Einwohnerin Jessica Fish. Und dann fängt es an zu regnen, wie aus Kübeln. Innerhalb kürzester Zeit füllen sich die breiten, tiefen Flussbetten, die den größten Teil des Jahres über ausgetrocknet sind.
Und immer wieder stranden Autos in den Wassermassen - in den Kuhlen und unter Brücken. "Wir haben hier in Tuscon das "Blöde-Autofahrer-Gesetz"", sagt Jessica. Es besagt, dass Menschen, die bei diesen Sommerregen in die Kuhlen fahren und gerettet werden müssen, selbst für den Feuerwehreinsatz zahlen.
Weinanbau im Wüstenstaat
Im Desert Museum am Rande der Stadt wird gezeigt, wie das Leben sich auch in dieser trockenen, heißen Ödnis verbreitet und entwickelt hat - und wie vielfältig die Wüste sein kann. Das ist auch der Eindruck, den Touristen bei der Fahrt durch den Süden Arizonas bekommen - denn Wüste ist nicht gleich Wüste. Je weiter nach Süden man von Tucson aus fährt, desto höher geht es hinaus, und immer weniger Kakteen stehen an den Straßenrändern und in der Ebene. Die Wüste wird zum Grasland, gelb wird die Landschaft in der Hochebene.
Sogar Wein wächst hier - im San Rafael Valley etwa, wo sonst nur Rinder auf den Weiden grasen und sich die Sonne auf ihr Fell brennen lassen. Vom Riesling über den Gewürztraminer probieren die Winzer hier alles aus. Schmackhaft sei der Wein, finden viele Amerikaner.
Einen speziellen Geschmack hat er schon, sagen dagegen die Europäer, die zum Beispiel bei Tim Mueller in Sonoita einen Tropfen probieren. Seine Philosophie ist ungewöhnlich: "Die Rebstöcke gedeihen am besten, wenn sie es nicht allzu leicht haben", sagt er. "Wenn sie nur das Nötigste bekommen, setzen sie alle Kraft dahin, Trauben zu produzieren."
Verena Wolff, dpa
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