Los Angeles - Es gibt sie also noch: die Superreichen, die sich alles leisten können. Die Rezession hat die USA fest im Griff, doch bei Alissa Cruz ist sie noch nicht angekommen. Inmitten der Krisenstimmung wirkt ihr Luxushotel für verwöhnte Hunde in Hollywood wie ein Biotop, in dem die Ära des Überflusses unverändert fortdauert. Ihre Kunden sind "Menschen mit einem unbegrenzten Budget", sagt die 32-Jährige. Und davon gibt es offenbar noch genug: Erst im Dezember hat Cruz ihr "D Pet Hotel" eröffnet, und die Geschäfte laufen, als gebe es keine Krise.
"Wir haben hier sehr exzentrische Leute, die viel Geld haben", sagt Cruz. Die teuerste Hunde-Suite in ihrem Hotel kostet 110 Dollar (83 Euro) pro Nacht. Die Tiere können sich dort in einem großen Bett ausruhen, auf einem riesigen Flachbildschirm laufen Hundefilme, und zum Zeitvertreib bietet das Hotel den Vierbeinern Massagen, Vitaminbäder, Kurpackungen und andere Anwendungen. Übergewichtige Tiere bekommen einen Personal Trainer zur Seite gestellt, für die kleinen Lieblinge gibt es eigene Fitnessgeräte wie etwa Hundelaufbänder.
Es gibt Kunden, denen ist für ihren besten Freund nichts zu teuer. "Einer hat einfach so zum Spaß verlangt, dass sein Hund im Lamborghini abgeholt wird", berichtet Cruz. Über ihre Kunden will die Hotelbetreiberin nicht näher Auskunft geben, sie erwarten Diskretion. Cruz verrät aber, dass es die typische Hollywood-Klientel aus Schauspielern und Sängern sei. "Einer unserer Rockstar-Kunden lässt Videos von seinen Auftritten laufen, wenn sein Tier hier ist", sagt sie. "Dann sehen die Hunde ihr Herrchen und glauben, dass es hier ist."
Wauwau-Suite für 65 Dollar
Im "D Pet Hotel" dürfte es den Hunden besser gehen als vielen Menschen in der Umgebung. In keinem anderen US-Bundesstaat hat das Platzen der Immobilienblase so verheerende Auswirkungen wie in Kalifornien. Hunderttausende überschuldeter Hauskäufer haben ihre Immobilie verloren, die Arbeitslosigkeit liegt über zehn Prozent. Hotel-Marketingchef Bryan Cole findet sein Verwöhnangebot für Hunde trotzdem nicht unangemessen. "Wissen Sie, das ist eben Hollywood", sagt Cole. "Für viele hier sind Hunde wie die eigenen Kinder, und sie sind bereit, dafür auf einiges zu verzichten."
Hotel-Betreiberin Cruz zählt selbst zu jenen hundevernarrten Leuten, von denen Cole redet. Wenn die frühere Immobilienmaklerin von ihren eigenen Hunden spricht, sagt sie liebevoll "my girls" - also "meine Mädchen". Die Idee zu der Luxusherberge sei ihr gekommen, nachdem sie immer wieder Schwierigkeiten hatte, eine angemessene Urlaubsunterkunft für ihre Hunde zu finden, wenn sie selbst verreisen musste. "Ich war an vielen widerlichen Orten, die mich an einen Tunnel oder Käfig erinnert haben", berichtet sie. "Oft habe ich geweint, wenn ich meine Mädchen da gelassen habe."
Sorgen sollen bei Herrchen und Frauchen im "D Pet Hotel" gar nicht erst aufkommen. Sie können wählen zwischen der "Mega-Suite" für 110 Dollar pro Nacht, der "Sensations-Suite" für 90 Dollar oder der einfacheren "Wauwau-Suite" für 65 Dollar. Zweibeiner können derzeit in den USA übrigens weitaus billiger Urlaub machen. Wegen der Wirtschaftskrise werben viele Hotels mit Lockangeboten, das bekannte MGM-Grand-Hotel in Las Vegas etwa bietet Zimmer bereits für 52 Dollar pro Nacht an.
Paula Bustamente, AFP
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