Sydney - "How exciting can it get!" - Wie aufregend!, schreibt Ben Southall am Dienstag in seine Twitter-Blog, "ich kann es nicht erwarten, Meer zu sehen!" Der Brite war auf dem Weg auf die Hamilton-Insel vor Queenslands Küste. Dort hat er am Mittwoch seine neue Arbeitsstelle angetreten: den "besten Job der Welt" oder auch als Hausmeisterstelle bezeichnet. Ein halbes Jahr lang darf er auf der Insel im Great Barrier Reef Sonne, Sand und Meer genießen - und wird dabei mit rund 80.000 Euro noch sehr gut bezahlt. Einzige Aufgabe: von seinen Erlebnissen per Foto-Tagebuch, Twitter, Video-Blog und Interviews zu erzählen.
Doch am ersten Tag war Funkstille auf seiner Webseite. Die letzten Einträge stammten vom 30. Juni. In einem Videoblog vor dem Abflug aus Brisbane sagte Southall noch: Er werde nach seiner Ankunft zusammen mit seiner Freundin als Erstes ihr Haus erkunden und dann mit dem Golf-Cart auf der Insel herumfahren. "Aufgeregt" sei gar kein Ausdruck, um zu beschreiben, wie er sich fühle, sagte er der britischen BBC. "Es scheint ewig her zu sein, dass ich mich im Januar hingesetzt habe, um mein 60-Sekunden-Bewerbungsvideo zu planen und zu filmen."
Der 34-jährige Southall hatte sich im Mai mit seinem Video und im anschließenden Auswahlverfahren gegen fast 35.000 Interessenten aus aller Welt durchgesetzt. Die Tourismusbehörde von Queensland hatte mit der Ausschreibung für den "Best Job of the World" ein Marketing-Coup gelandet. Die Kampagne, die den an der weltweiten Finanzkrise leidenden Tourismus ankurbeln sollte, wurde zu einem Erfolg des viralen Marketings und wurde von Taiwan sogleich kopiert
Kurzzeitig musste Queenslands Tourismusbehörde Southall vor den britischen Medien verteidigen, die ihn als "whingeing pom" (nörgelnden Briten) bezeichneten. Southall hatte auf eine Reporterfrage zugegeben, dass er Englands lange Sommertage und die traditionellen Braten-Mahlzeiten in Australien vermissen werde. "Tourism Queenland hat volles Vertrauen, dass Ben die beste Person für den besten Job ist", beeilte sich eine Sprecherin der Behörde der ABC-Webseite zu versichern. "Er ist abenteuerlustig, offen und eine authentische Persönlichkeit."
Der Braten seiner Mutter scheint Southall jedoch noch immer zu beschäftigen. Bei seiner Ankunft sprach er erneut von seinen Befürchtungen, dass er nun auf ihn verzichten müsse. Er zeigte sich aber optimistisch, auch mit Barbecue und Shrimp-Spießchen klar zu kommen.
Dabei steht die Ernährungsfrage nicht im Mittelpunkt seiner zukünftigen Tätigkeit: In den nächsten sechs Monaten wird er viele Inseln im Great Barrier Reef anfliegen, dort "schwimmen, schnorcheln, Freundschaften mit den Einheimischen schließen und das tropische Queensland-Klima und den Lifestyle dort genießen", wie es in der Job-Beschreibung der Behörde steht.
abl
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